Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk - Seite 5
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Thema: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

  1. #41
    Status: Bin ein Bifi Array Avatar von Appunti Partigiani
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Hi GAZ!

    Sehr interessant was du schreibst, dauert zwar jedes mal 10 Minuten bis man durch ist, aber deine Schreibe gefällt und was du zu berichten hast ist wirklich nachdenkenswert.
    Ich kann das mit der Gängelung in der Freizeit schon verstehen, aber würdest du sagen das wird aufgewogen von den Erfahrungen die du sammelst, oder geht dir das wirklich extrem gegen den Strich? Ich kenne mich mit Autismus nicht so aus, deswegen weiß ich nicht wie stark dich das beeinträchtigt. Ich würde mir denken: Früher als Wehrdienst war, war das ja noch schlimmer, in Internaten in den 80ern war es noch intensiver (ein Bekannter von mir war bei den Jesuiten für 4 Jahre und beschreibt das heute als die beste Zeit seines Lebens, wenn man Eisdielenbesitzer Kant und Plato zitieren hört horcht man schon mal auf) und bald ist es vorbei - aber vielleicht kannst du das nicht so sehr? Ich denke in deinem Fall sollten deine Eltern mal mit den Leuten dort reden,wenn es echt nicht geht.

    Ansonsten danke für die Berichte!! Sehr interessant was so vor sich geht. Mein Bruder schimpft auch jedes Mal auf die Bahn, weil es eigentlich auf seiner Strecke (ca. 7 Stunden) mehr Tage mit Verspätung gibt als welche ohne. Sicher, er fährt meist am Wochenende zurück, aber hier her kommt er auch unter der Woche, da sollte man erwarten können dass es nicht so extrem Verspätungen gibt.
    Jeder der sich für super hält, ist ein Superhalter.

  2. #42
    Status: Trollwesen Array Avatar von Mumin
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Zitat Zitat von GAZ Vodnik Beitrag anzeigen
    Für mich steht fest, ich werde die Ausbildung definitiv nicht hier machen.
    Und wie ist dein Eindruck von dem Beruf so? Wäre der denn generell etwas für dich? Oder kannst du da gar keinen richtigen Eindruck von dem Beruf gewinnen?
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  3. #43
    Status: Arbeitnehmer Array Avatar von Opel-Admiral
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Allein schon wegen dem langen Heimweg (ist dir ja schon eher wichtig) würde ich es nicht empfehlen. Andere wollen vielleicht nicht so oft heim, da wär es ja nicht so das Problem.

    Ich bin mir aber sicher, dass die dort Kontakte auch nach NRW zu ähnlichen Einrichtungen haben, oder?

  4. #44
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    @Appunti:

    Ich bin einfach ein freiheitsliebender Kerl, der empfindlich auf Beschneidungen reagiert. Okay, ich randaliere nicht und nehme das (augenscheinlich) gelassen hin, aber ich werde immer einen Weg finden, für mich unsinnige Verbote zu umgehen, garantiert.
    Das hat, finde ich, nun nichts mit Autismus zu tun. Ich weiß, dass manche Autisten teils heftige Reaktionen haben, wenn ihre tägliche Routine gestört wird, aber das bin ich weniger.

    Zudem kann ich nicht wirklich behaupten, dass sich die Erfahrungen gelohnt haben. Habe mir die Maßnahme doch etwas anders vorgestellt...

    @Mumin:
    Das ist leider keine "Ausbildung" in der Art, sondern schlicht "Wir lassen ihn mehrere Bereiche durchlaufen und gucken, was er so kann", quasi allgemeiner Schnupperkurs. Und ich weiß jetzt schon, dass ich nicht in den IT-Bereich gehen werde. Meine Vorkenntnisse reichen bei Weitem nicht aus und ich bin kein Mathematiker, der Spaß daran hat, mit Binärcode, Exponentialzahlen und wat weiß ich noch rumzuhantieren. Ich habe nun erkannt, dass ich schon glücklich bin, wenn ich den ganzen Tag im Büro hocke und die Buchhaltung mache. Mehr brauche ich nicht.
    Außerdem habe ich gehört, dass der Beruf des Informatikkaufmanns im Begriff ist, zu verschwinden, weil normale Bürokaufleute immer mehr Dinge aus der IT machen. Heißt, ich mach die Ausbildung 3 Jahre lang und wenn ich Pech habe, stehe ich mit einer Ausbildung für einen Beruf da, der gar nicht existiert.

    @Opel-Admiral:
    Eigentlich war ich nur wegen der Autismus-Spezialisierung dort, aber davon merke ich im Moment nix. Im Grunde wäre ein BBW in der Nähe besser gewesen...


    Genug gewartet, hier gibbet die Berichte von Montag und Dienstag, den von heute schiebe ich dann die Tage per Edit nach.


    Montag, Tag 10: Aus, der Traum


    Die schlechte Nachricht zuerst: Ich hätte laut Grunty zurück ins Assessment zu F gemusst. Davon wusste ich aber nichts und Grunty meinte daher, ich solle da weitermachen, wo ich am Freitag aufgehört hatte. Also setzte ich mich wieder ran und frönte meiner geliebten Arbeit an der Rechenmaschine.
    Doch nach und nach beschlich mich das Gefühl, dass ich mich bei F melden sollte anstatt im Büro zu sitzen. Als ich dann auf Toilette musste, traf ich auf dem Gang F (Aus Gesprächen hörte ich, dass er nicht sonderlich beliebt war. Ich war also nicht der Einzige), der sagte, ich solle zurückkommen und dort würde man danach darüber sprechen, wie es weiterginge. Ich holte also meine Sachen, stiefelte ins Assessment und vertrieb mir die Zeit mit Cogpack. Also wieder Beschäftigungstherapie...
    Bitte beachten: Nicht „Wörter raten“ und „Unpassende Begriffe finden“ spielen. Bei Ersterem sind die „Hilfen“, also was gesucht wird, manchmal irreführend und bei Letzterem ist oft Spezialwissen gefragt. Also Zeugs, das der Otto-Normal-Verbraucher nicht weiß.


    Ich sagte F, dass ich mit der Büroarbeit sehr viel Spaß hatte und er schlug vor, mich in die EDV zu stecken. Nicht unbedingt das, was ich wollte, weil ich aufgrund fehlender Vorkenntnisse Probleme haben würde. Aber warum nicht, dachte ich mir und sagte zu.
    Die EDV war gegenüber des Büros. Dort stellte er mir T vor (Deswegen, weil er der verschollene Zwillingsbruder eines Cousins sein könnte) und dieser trug sogleich einem Auszubildenden auf, mir einen Account zu erstellen. Von dem Kerl war ich jedoch mäßig begeistert, allein seine Mimik, Verhalten und Sprache verrieten, dass er keinen Bock hatte, einem dahergelaufenen Typen wie mich ein Konto zu machen. Insgeheim hoffte ich, ihn niemals ansprechen zu müssen.
    Gleichzeitig schaltete man mir Internet, zumindest das, was nicht sofort gesperrt wurde, frei und T gab mir eine URL zum Aufrufen samt Zugangsdaten.
    Kennt ihr Moodle? Ich auch nicht, aber man kann es sich wie einen Online-Bewerbungstest vorstellen. T schaltete mir nach und nach zu bearbeitende Tests und Aufgaben frei und so hatte ich was für den ganzen Tag zu tun.


    Die Aufträge hatten es teilweise echt in sich. Gut, zuerst erfolgte eine Selbsteinschätzung, dann eine 10 Minuten-Abschrift (Mit 2 von 10 Punkten, keine Ahnung, wo ich da was verhauen hatte. War für mich durchaus sehr peinlich, weil ich einer der besten in Textverarbeitung und Informationswirtschaft war) und richtig los ging's mit einer Kostenkalkulation für einen EDV-Arbeitsplatz. Kurz: Was braucht man für einen IT-Arbeitsplatz, was kostet das alles und dazu die ungefähren Unterhaltskosten im ersten Jahr. Recherchen sollten über das Internet, primär Amazon, stattfinden und so machte ich mich an die Arbeit.
    Jetzt was zu den Sperren: Die gab's bei uns an der Handelsschule auch. Gesperrt wurden bei uns tatsächlich jugendgefährdende Inhalte, aber man konnte jederzeit zum Administrator (Mein Sportlehrer, ein extrem netter und lustiger Mann) gehen und um die Freischaltung einer Seite bitten. Nichtsdestotrotz war unser Internet sehr frei.
    Das hier aber... tja, was soll ich sagen, ich übertreibe nicht damit, dass gut 95% dem „Jugendschutz zuliebe“ gesperrt sind. Selbst Wikipedia, aber komischerweise kann man die Sperre über Googleergebnisse umgehen.
    Ich habe nichts dagegen, dass alles gesperrt wird, was mit Foren, Videospielen und ähnlichem zu tun hat, was für die Auszubildenden interessanter sein könnte als ihre Arbeit. Man soll ja arbeiten und nicht nachgucken, was die Leute zu Watch Dogs sagen oder lesen, wie sich Autofahrer zum Xten Mal über Rentner im Straßenverkehr aufregen.


    Leider leider allerdings war so viel gesperrt, dass ich effektiv an der ordentlichen Erledigung meiner Aufgabe gehindert wurde. Nachgucken, aus welchen Komponenten ein EDV-Arbeitsplatz besteht? Gesperrt! Was kostet sowas im Jahr? Gesperrt! Was zur Hölle ist eine Exponentialzahl? Gesperrt! Letztlich blieb mir als einzige Information, was des ungefähr im Jahr kostet, ein Bericht der IHK Regensburg von 2011, die die Kosten mit ca. 5.600 Euro schätzte. Ich rundete den Betrag auf 6.000 auf und wies darauf hin, dass es eine Schätzung ist und auf dem Bericht der IHK beruht.
    Sollte man mir jedenfalls vorwerfen, nicht ordentlich genug gearbeitet zu haben, dann werde ich sagen, dass man sich dann bitte bei der Administration beschweren solle...


    Die Kollegen waren... seltsam. Gut, sie waren genauso in Spiele vernarrt wie ich, aber auf einer Stufe, mit der ich nix mehr zu tun haben will. Gefühlt 50-75% Denglisch, konnten über nichts anderes reden und einige von ihnen, darunter besagter Azubi, dem Verhalten nach mit ADS oder Hyperaktivität „gesegnet“. Hierzulande auch als Nerds bekannt.
    In einem ihrer „freundschaftlichen“ Streitigkeiten hatte ich als Unbeteiligter eine Wasserflasche an den Kopp bekommen. Kopfschmerzen habe ich davon immer noch wo ich hier gerade am Bericht schreibe, nach gut 6 Stunden nach dem Treffer. Entschuldigt hatte sich niemand.
    Mit Verlaub: mir kam es vor, als wäre ich in einem Zimmer mit Affen auf LSD (Hier sollte ursprünglich ein weniger politisch korrektes Wort stehen) gelandet und ich fühlte mich absolut unwohl in ihrer Anwesenheit. Bitte sagt mir, dass das im Arbeitsleben anders ist!
    Manche hatten mich ebenfalls schon als Nerd oder Freak bezeichnet, aber das ist eine Stufe, die ich nicht erreichen will und hoffe, nie zu erreichen. Ich liebe Spiele, wirklich, doch das ist mir schon zu viel. Es gibt doch so viele andere Dinge: Autos, Tiere, Nachrichten...


    Hauptsache, man hat was zu arbeiten.
    Nachdem ich die Kalkulation fertigstellte, gab ich Bescheid und die nächste traf ein. Zahlenarten umrechnen. Vier Spalten, je eine mit Binärzahlen, Dezimalzahlen, Hexadezimalzahlen und Exponentialzahlen. Dumm nur, dass ich in den Schulen lediglich Dezimalzahlen hatte, wobei Binärzahlen in nur zwei Stunden, glaube ich, behandelt wurden und ich schlicht die Exponentialfunktionen kenne, die ich seit langer Zeit wieder vergessen hatte. Wenn diese drei Zahlenarten in der IT notwendig sind, kann ich den Informatikkaufmann mit der Pfeife rauchen.
    Reumütig zum Kollegen von T, er war in einer längeren Besprechung, gegangen und gesagt, dass ich die Aufgabe leider nicht lösen kann, weil ich nur Dezimalzahlen hatte. Der beschwichtigte meine Sorgen, indem er sagte, dass es nur darum ginge, zu gucken was ich kann und schaltete mir die nächste Aufgabe frei.
    Flussdiagramme!
    Okay, hatten wir auch nur kurz im Unterricht gemacht, war mir aber trotzdem im Kopf hängengeblieben, mehr oder weniger. Einen Teil eines Geschäftsablaufs als Diagramm darstellen war doch nicht so leicht wie ich dachte, aber dennoch gut zu managen. Also Meldung gemacht.


    Der Kollege erwiderte aber, dass es mit 16:00 schon zu spät war, weil die nächste Aufgabe an die anderthalb Stunden dauern würde und ich solle mir halt irgendwie die Zeit vertreiben. Im Netz surfen zum Beispiel, was wegen der angesprochenen Sperren jedoch langweilig war. Rezensionen auf Amazon zu Virusprogrammen und Routern zu lesen, ist nicht so das Wahre. Und den DS auszupacken hatte ich mich nicht getraut.
    Kurz vor Schluss wurde der Raum rappelvoll, da die Azubis aus dem Nachbarraum kamen. Doch habe ich die Enge tapfer ertragen und auf die erlösende Entlassung gewartet.
    Das ich aber bis einschließlich Mittwoch mit diesen Schimpansen in einem Raum sein würde, bereitete mir aber noch mehr Kopfweh...


    Heute Küchen- und Spätdienst mit Sc00t und das war heute wiedermal ein Beweis für mich, dass am Sprichwort „Verlass dich auf jemanden und du bist verlassen“ etwas Wahres dran ist und ich als Einzelgänger besser dran bin: Er hatte, wenn ich das Zeugs neben der Spüle ansah, nur gespült, den Rest durfte ich machen (Obwohl mir der Pädagoge den Küchendienst erlassen hatte), weil er nur Fußball gucken wollte. Aber es machte mir nix, ich putze gern und bekomme dafür von den Gruppenpädagogen regelmäßig Lob. Vielleicht entfällt der Dienst deswegen für mich an einem Tag.


    Den Abend habe ich mit Kalkofes Mattscheibe Rekalked und Dr. Kawashimas Gehirnjogging verbracht, mal was anderes als ständig Mario Kart und New Super Mario Bros. Wenn man dem digitalen Kawashima Glauben schenken darf, liegt mein geistiges Alter bei 21. :D


    Na gut, ich „freue“ mich mal auf Morgen und hoffe, dass ich diesmal aus der Schusslinie gerate. Wenn ich nochmal etwas an die Omme kriegen sollte, werde ich einen anderen Sitzplatz beantragen. Ohne Gefahrenzulage arbeite ich sicher nicht in diesem Raum!
    Na dann, Dinner!


    Dienstag, Tag 11: Tücken des Systems


    Der zweite Tag in dieser Primatenhöhle und beten, dass ich keinen Knüppel über die Rübe kriege.
    Zu Anfang sei gesagt, dass es heute zu meiner Erleichterung verhältnismäßig ruhig abgelaufen war, auch wenn der Nerd neben mir mehrmals kurz vor Ausrastern stand und sogar auf seine Tastatur einschlug. Gesagt hatte ich nix, nahm mir aber vor, beim nächsten Rage ihn freundlich, aber bestimmt zu bitten, leise zu sein.
    Abgesehen davon konnten sie auch über Gott und die Welt reden, aber für mich dennoch zu „nerdig“.
    Was war jene Aufgabe, für die es gestern zu spät war? Nun, es war eine sehr gute Idee von Ts Kollegen, das auf Morgen zu verschieben. Man hatte, glaube ich, zwei Stunden Zeit – bei Abgabe hatte ich nur noch zwei Minuten.
    Auftrag war, als erstes eine Tabelle in ein Excel-Dokument zu übertragen. Sechs Spalten und 50 Zeilen, nachher kam noch eine siebte Spalte hinzu. Davon konnte ich zwei dank Excel-Funktionen fix erstellen, bei anderen war mühevolle Handarbeit nötig.
    Es galt, die Tabelle anhand nachfolgender Schritte zu formatieren und abschließend ein Kreisdiagramm zu basteln. Letzteres klappte jedoch nicht so gut und ich vertrete die Ansicht, dass die Diagrammfunktion beim älteren Excel, was ich an der Handelsschule hatte, wesentlich umfangreicher und unkomplizierter zu bedienen war. Ich konnte sie zwar noch rechtzeitig fertigmachen, aber ich musste mir eine kleine Hilfstabelle zurechtdübeln.


    Nächste Aufgabe: Zahlenreihen. Nur zwei Aufgaben mit je 6 Reihen, also schnell abgefrühstückt und der Kollege wunderte sich erstmal, bis er selber merkte, dass es wirklich nur zwei Aufgaben waren und mir die nächste freischaltete.
    Verständnis und Logik. Ich bin zwar nicht der Hellste und meine Logik funktioniert nach ganz anderen Gesetzen, aber ich habe trotzdem fast die volle Punktzahl bekommen.
    Die vorletzte für heute war ein Desaster. Mathematische Ansätze, also Zeugs wie „Addiere zur unbekannten Zahl 3, multipliziere das Ergebnis mit 8 und du erhältst 24. Ermittle die Zahl!“, was ich bis auf zwei richtige Lösungen komplett verhauen habe. Ich weiß beim besten Willen nicht, was ich falsch gemacht hatte. Zumal mir einige Lösungen vollkommen abwegig erschienen.
    Halt blöd gelaufen, dafür folgte nu die Letzte: Lineare Gleichungen! Schon ewig her und zum Glück kam sie mit einer Erklärung über pdf, sonst hätt ich da wie'n Ochse gesessen und nur der Uhr zugeguckt. Zeitlimit: 3 Stunden. 50 Teile in fünf Blöcken unterteilt und glaubt mir, die 3 Stunden habe ich echt gebraucht. Als Rechenblock habe ich Paint benutzt, denn Kopfrechnen war hier absolut unmöcherlich. Bis auf die ein oder andere Aufgabe, die sich äußerst seltsam rechnen ließen, kam ich gut voran und brauchte zwei Stunden und 15 Minuten.
    Wie bescheiden Moodle allerdings wirklich ist, fand ich bei der Abgabe heraus...
    Timeout!


    Nun, in Chats und Foren ja nix Neues und wenn man daran gedacht hat, den Text abzuspeichern, war eine Zeitüberschreitung nicht mehr als ein kleines Ärgernis. Aber in Moodle braucht man, wenn man direkt in den Browser tippt, vor allem eins: Glück. Mir waren gestern mehrere Timeouts passiert und bisher war mein Inhalt jedes Mal wieder da. Doch heute hatte sich das Programm (Das übrigens über den Browser betrieben wird) wohl gedacht „MMMM, irgendwie geht’s ihm zu gut, also trete ich ihm doch mal ganz gepflegt in die Eier!“. Und schwupp, Ergebnisse weg.
    Also über zwei Stunden Arbeit umsonst in den Wind geballert. Hatte ich schon erwähnt, dass man NICHT speichern kann?


    Das Problem T geschildert und gehofft, er möge mir einen zweiten Versuch gewähren und nicht „Selber schuld“ losplärren. Das tat er zu meiner Freude auch, aber auf meine Frage, ob man speichern kann, konnte er mir lediglich den Tipp geben, regelmäßig Screenshots zu machen.
    Ich weiß ja nicht, was ihr denkt, aber ich erwarte von einer Bildungssoftware, bei der man teils stundenlange Tests absolvieren muss, dass sie dafür sorgt, dass meine harte Arbeit nicht im ein auf den anderen Moment verschwindet und man auf die Kulanz des Lehrpersonals setzen muss. Was wäre passiert, wäre ich mit einem „Nope, selbst schuld, Pech, setzen, sechs!“ abgewatscht worden?
    Ein Programm, das alles durch Timeouts zunichtemachen könnte und keine Speichermöglichkeit anbietet, ist, so hart es auch klingt, nutzlos.
    T und ich einigten uns darauf, dass ich die Aufgabe Morgen erneut abarbeite. Immerhin ist das ein guter Weg, zwei Stunden verstreichen zu lassen.
    Die letzte halbe Stunde vor Feierabend mit Rezensionen auf Amazon zu Antivirenprogrammen verbracht.


    Womit ich den Abend verbracht hatte? Kalkofes Mattscheibe Rekalked und Gehirnjogging. Kalkman ist der Beste und Sudoku macht echt Spaß!


    Nun, was bleibt mir so kurz vorm Schlafengehen und somit der Heimfahrt noch zu sagen, außer das ich mich freue, wieder nach Hause zu kommen und euch mit weiteren Informationen zum BBW versorgen kann. Hoffentlich versaut mir die Bahn nicht alles...


    Also dann, bis Morgen! :D
    Geändert von GAZ Vodnik (19.06.2014 um 12:48 Uhr)
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  5. #45
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Zitat Zitat von GAZ Vodnik Beitrag anzeigen
    @Mumin:
    Das ist leider keine "Ausbildung" in der Art, sondern schlicht "Wir lassen ihn mehrere Bereiche durchlaufen und gucken, was er so kann", quasi allgemeiner Schnupperkurs. Und ich weiß jetzt schon, dass ich nicht in den IT-Bereich gehen werde. Meine Vorkenntnisse reichen bei Weitem nicht aus und ich bin kein Mathematiker, der Spaß daran hat, mit Binärcode, Exponentialzahlen und wat weiß ich noch rumzuhantieren. Ich habe nun erkannt, dass ich schon glücklich bin, wenn ich den ganzen Tag im Büro hocke und die Buchhaltung mache. Mehr brauche ich nicht.
    Außerdem habe ich gehört, dass der Beruf des Informatikkaufmanns im Begriff ist, zu verschwinden, weil normale Bürokaufleute immer mehr Dinge aus der IT machen. Heißt, ich mach die Ausbildung 3 Jahre lang und wenn ich Pech habe, stehe ich mit einer Ausbildung für einen Beruf da, der gar nicht existiert.
    Na immerhin weißt du jetzt, was du willst bzw. nicht willst. Dafür ist das ganze zwar recht aufwendig, aber wenigstens hat es so einen Zweck erfüllt
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  6. #46
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Nu habe ich leider doch nicht den Bericht vom Mittwoch reingepostet, weil ich lieber meine Zeit Zuhause genießen wollte. Ich kann leider auch nicht garantieren, ihn nachzureichen, falls ich das Meiste vom Tag vergessen haben sollte.
    An der Stelle entschuldige ich mich.

    Das ist nun meine letzte Woche und ich freue mich darauf, dass es sich dem Ende zuneigt. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Eignung mir das BBW ausstellen wird - wenn nicht Büro, was dann?

    Wir sehen uns am Freitag wieder!
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  7. #47
    Status: Arbeitnehmer Array Avatar von Opel-Admiral
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Ist ja sehr interessant, auch deine Einstellung zu der ganzen Sache (Primatenhöhle...).

    Meinst du, du könntest jeden Tag einzeln in einen Post schreiben, dann könnte man das besser lesen.

    Ansonsten wie immer: Sehr interessant was da so abgeht, klingt schon sehr nach Büroalltag. *duckundweg*

  8. #48
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    @Opel-Admiral:

    Könnte ich, aber ich möchte nicht meine Beitragszahlen unnötig pushen.

    Habe nun auch den Bericht vom Mittwoch reineditiert. Aber der für diesen Freitag kommt noch die Tage, ganz sicher.


    Montag, Tag 13: Wann bin ich endlich raus?


    Nun, bei einer solchen Überschrift könnt ihr euch bestimmt denken, wie es mir momentan geht.
    Mittlerweile frage ich mich, wann ich aus der EDV rauskomme und ins Büro oder wenigstens ins Assessment zurückkehren kann. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Warum also sollte ich mich da noch weiter abquälen? Kurz vor der Abfahrt hatte ich zudem entdeckt, dass das am nächsten gelegene BBW den von mir angestrebten Beruf ausbildet, der mir wegen der Sprachbehinderung und den fehlenden Vorkenntnissen als einzige Option bleibt.
    Aber im Anbetracht dessen, dass es absolut unangebracht ist, gleich auf bockiges Kind zu machen, wenn er mal etwas nicht machen will, gebe ich dennoch mein Bestes.


    Bei der Homepage musste ich jedoch alsbald aufgeben. Für einige Vorgaben waren Kniffe erforderlich, die selfhtml.org unzureichend oder gar nicht erklärte und das Netz war zu 95% gesperrt. Was tun, Meister Magnus?! Rumprobieren, bis es irgendwie klappte!
    Das tat es dann aber doch nicht und bevor mich der Frust überwältigte, gab ich ab. Zum Protokoll: Ich bin keinesfalls der Typ, der sofort die Flinte ins Korn wirft, sobald er auf ein Problem stößt, das nicht auf Anhieb zu lösen ist, sondern ich teste anschließend verschiedene Möglichkeiten aus und hoffe, dass es funktioniert. Wenn ich aber mit meinem Latein am Ende bin, mache ich Schluss und vertraue darauf, dass man nachsichtig ist und mir hilft, anstatt von mir als inkompetenten Trottel zu denken. Auch Experten wissen manchmal nicht mehr weiter.


    Also dat Ding abgegeben und prompt den nächsten Auftrag erhalten: Ein Fachreferat mit anschließendem Vortrag vor T und/oder seinem Kollegen. Kennt man ja schon aus der Schule, und solange mich das Thema interessiert und ich nicht tonnenweise Stoff auf paar Seiten quetschen muss, keine große Sache. Ich bin immer noch stolz auf mein Referat über den Atomkrieg, der über 24 Seiten umfasst, aus fundierten Buchquellen und ein wenig Hilfe aus dem Netz, inklusive meiner deutschen Übersetzung der englischen Broschüre über den Schutz im Falle eines nuklearen Angriffs besteht und eine 1 kassiert hatte. Es hatte, wie bei den anderen Referaten der Klassenkameraden auch, mehrere Wochen gedauert, aber wisst ihr was? Es war ein Mordsgaudi!
    Die Arbeit am Thema machte riesig viel Spaß, es war für mich hochinteressant und der Vortrag erst.
    Ganz im Gegensatz zu dem, was mir als nächstes bevorstand.


    Über 40 Seiten in einem IT-Buch, 10-15 Seiten in PowerPoint, 1 Stunde Vortrag und das Thema Digitale Informationsverarbeitung (Denke ich). Erste Frage: Wie soll man so viel Inhalt auf 15 Folien quetschen? Zweite Frage: Wie ich gehört hatte, wird auch das Mündliche bewertet. Bekomme ich vielleicht Punktabzüge wegen Stotterns? Dritte Frage: Wie kann man ein langweiliges Thema spannend aufbereiten und sich das alles merken? Letzte Frage: Wird beim Inhalt eventuell berücksichtigt, dass ich zur Informationsbeschaffung im Netz höchstens eine Handvoll Seiten zur Verfügung habe?
    Ich hatte noch weitere Macken der Sperre entdeckt, die mich davon überzeugen, dass der Kopf hinter der Sperre nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
    Die Sperre sucht jede Seite nach bestimmten Schlagworten ab und falls er sie findet, steht man vor einem STOP-Schild. So blockiert er beispielsweise einige Rezensionen zu Elektrorasierern, weil er der Meinung ist, sie enthalten pornografische Inhalte. Und nein, ich gucke weder Pornos, noch habe ich Interesse daran, den Rasierer an anderen Stellen als im Gesicht zu benutzen.
    Wenn man die Azubis vor dem pöööhsen Internet beschützen möchte, macht dat Ding hervorragende Arbeit. So kann man sich auch vor der Verantwortung drücken, die Leute den sinnvollen Umgang zu lehren. Ob da die CSU ihre Finger im Spiel hat?


    So schickte ich mich an, das Deckblatt (Zählt übrigens nicht) zu entwerfen und schon kam T wieder und redete etwas von Planänderung. Ich solle damit am nächsten Tag beginnen.
    Dafür sollte ich was anderes machen.
    An dem Punkt muss ich leider gestehen, dass ich nix davon erzählen kann. Erstens weiß ich nicht, wie die Dinger heißen, mit denen ich gearbeitet hatte, und zweitens habe ich die Begrifflichkeiten vergessen, außer, dass ich was isolieren sollte. Auf jeden Fall musste ich orangene Kabel an zwei Enden vom Kunststoffbezug trennen und dann die bunten Drähte in Schnittstellen drücken, wobei die richtige Farbe entscheidend war.
    Doch allein das war deutlich besser als über 40 Seiten Stoff zu einem mir uninteressanten Thema auf knapp ein Viertel zu komprimieren und dann zu hoffen, die Lehrer mochten im Hinblick auf die Sprachbehinderung Gnade walten lassen. Vortrag wäre dann am Mittwoch, die Uhrzeit würde man mir noch mitteilen. Ganz ehrlich, ich könnte kotzen.


    Bestimmt habt ihr gemerkt, dass ich an mehreren Stellen von Spaß, Lust und Interesse gesprochen habe. Vielleicht dreht sich dem ein oder anderen von euch, vielleicht den Arbeitgebern, bei diesem Gerede der Magen um und meint, man arbeite nicht zum Spaß, sondern für Geld. Und ich stimme euch da zu, das sei euch gewiss.
    Nur vertrete ich die Ansicht, dass es der Arbeitsleistung zuträglich ist, wenn der Mitarbeiter Spaß an der Arbeit hat, kurz, gerne arbeitet und es ein Unterschied ist, wenn er morgens statt „Ich muss jetzt zur Arbeit“, „Ich möchte jetzt zur Arbeit“ sagt, ganz ohne Zwang. Niemandem ist geholfen, wenn der Arbeiter sich täglich einen abwürgt, seine schlechte Laune unter Umständen an seinen Kollegen auslässt und der Chef überlegt, ihn wegen schlechter Leistung zu entlassen. Wie lange hält wohl jemand durch, der eine Arbeit macht, die ihm überhaupt nicht gefällt?


    Nach diesem kleinen Exkurs in die naiven Gedanken eines angehenden Auszubildenden, fände ich es supertoll, wenn man mir viel Erfolg und Durchhaltevermögen für das kommende Referat wünscht. Ich werde es brauchen. D:


    Also dann, bis Morgen!




    Dienstag, Tag 14: Was eine einfache Aussage nicht alles bewirken kann


    Nein, ich hab mich nicht geprügelt. ;)
    Ich setzte die Arbeit an diesem Ding fort und bald kam der Kollege von T (Er war in Regensburg) vorbei, sagte bis wohin ich arbeiten sollte und fragte was wegen IT, hatte ich vergessen. Ich sagte da nur kurz, dass mir die IT überhaupt nicht liegt und auf einen Schlag änderte sich alles.
    Er war nicht erstaunt oder überrascht, nein, sondern war sehr verständnisvoll und bestätigte, dass es keinen Sinn macht, noch weiterzumachen, wenn das nichts für mich wäre. Deswegen änderten wir bald das Referatsthema (F meinte, ich musste mich noch durchbeißen und ich sagte zu, vor allem weil es die letzte Aufgabe in der EDV war) um zu Wireless LAN, Voice und Funknetz. Auch nicht unbedingt spannender, aber dafür unter 20 Seiten. Die Präsentation hatte ich bereits fertig, nur meine Notizen muss ich noch zurechtlegen. Alles hatte ich aber trotzdem nicht, denn vieles hatte ich selber nicht kapiert und weil der Vortrag ohnehin nur 10 Minuten, und nicht eine Stunde wie auf Moodle, dauern sollte, habe ich jene Dinge ausgelassen, für die ich hätte lange erklären müssen. Denn der Vortrag fände unter der Prämisse statt, dass der Zuhörer kein WLAN kennt und ich der Experte wäre.


    Das war gar nicht so leicht, denn mein Nachbar, wie andere auch, spielten Faster Than Light und als er im Steam-Sale nachguckte, sah ich Planet Explorers reduziert (Schlagt mich, Geld für ein Early Access-Spiel ausgegeben zu haben, aber die -40% waren zu verlockend). Ihm das Geld gegeben und er hatte es mir als Geschenk an meine E-Mail-Adresse gesendet.
    Hotmail funktionierte sogar, aber ich denke, ich steige bald um. Was bringt mir eine E-Mail-Adresse, die ich jedes Mal neu verifizieren muss, wenn ich woanders als Zuhause darauf zugreifen möchte? Sicherheit schön und gut, aber Hotmail setzt die Sicherheitsbestimmungen so hoch, dass das Postfach auf Reisen oder außer Haus unbrauchbar ist. Jetzt verstehe ich auch, wieso niemand, den ich kenne, Hotmail benutzt.
    Doch da das Niveau nun auf ein erträgliches Maß runtergesetzt wurde, blicke ich entspannt auf Morgen. Mir hatte der Kollege auch angekündigt, mich um 10 Uhr einer Dame in einem Container vorzustellen. Er meinte, es sei ein reines Informationsgespräch, keine große Sache und würde maximal 15 Minuten dauern. Bis dahin hätte ich Zeit, die Präsentation fertigzustellen – was sie genau genommen schon ist. Was kann noch schiefgehen?


    Zum Abend brauche ich nichts mehr zu sagen, alles altbekannt und nix Neues. Von daher beende ich den Tagesbericht hier und wünsche euch eine angenehme Nacht und sage: Dinner! :)



    Mittwoch, Tag 15: Leb' wohl, EDV


    Die Präsentation ließ 'ne ganze Weile auf sich warten.
    Ich komplettierte meine Blätter, korrigierte die Folien und wartete... und wartete... und wartete...
    Um kurz vor 10 war ich bei besagtem Termin, wie sich rausstellte, der Fachdienst Autismus bei Frau W-K.
    Räumlichkeiten waren in einem zweistöckigen Container untergebracht, der Fachdienst saß in der ersten Etage.
    Diese bestand aus mehreren Büros der einzelnen Mitarbeiter und zwei sogenannten Sozialtrainingsräumen. Ich hatte mir den nächstbesten rausgepickt und fand einen sehr großen Raum vor, in dem man auch ein Fitnessstudio hätte unterbringen können. So viel ungenutzter Platz, dabei waren nur vier Tische inklusive Stühle, ein Whiteboard, ein paar Pflanzen und ein Schrank drinnen.
    Der Schrank selber beinhaltete diverse Brettspiele, darunter auch Warcraft. Ob ich mit Arkham Horror Erfolg gehabt hätte..?
    Was mich aber stutzig machte, waren zwei Schriftzüge an der Tafel. Den einen hatte ich vergessen, aber an den anderen erinnere ich mich noch sehr gut. Dieser lautete: Definition → Freundschaft
    Ich weiß wiedermal nicht, was ihr denkt, aber auf mich wirkte es, als müsste man Autisten von Grund auf beibringen, was eigentlich ein Sozialleben ist.
    Mit gemischten Gefühlen klopfte ich um Punkt 10 Uhr bei W-K an und trat ein.


    Nach kurzer Vorstellung offenbarte sie mir, warum bisher nichts aus den Terminen geworden war: Sie hatte vor zwei Wochen eine E-Mail bezüglich meiner Anreise erhalten, aber da sie im Urlaub war, hatte sich jede Menge Zeugs angesammelt und die Nachricht war untergegangen. Aber dafür habe ich noch für Morgen einen „echten“ Termin herausschlagen können, um 15:00 Uhr für 30 Minuten. Meine Bedenken betreffend dem Geschriebenen an der Tafel ließ ich diesmal außen vor.
    Im Informationsgespräch fragte sie schlicht, wie's mir zurzeit in der EDV ging, wo ich zur Schule gegangen war und wie meine Zukunftsplanung aussähe. Auch informierte sie mich, dass sie jegliche Kritik meinerseits weitergab und ansonsten alles für sich behielt. Meine einzige Kritik war halt, dass ich es äußerst schade fand, dass die Stunden scheinbar nicht verpflichtend waren und ich nichts davon hatte. Ich hatte anschließend den Verbesserungsvorschlag gebracht, die Stunden zur Pflicht zu machen, obwohl ich zugab, nicht zu wissen, wie sich das auf die Freizeit auswirken würde – bis sie sagte, dass die Stunden während des Arbeitstages stattfanden. Da hatten sich meine Bedenken wiederum erledigt.
    Wir verabschiedeten uns für Morgen und ich stapfte zurück zur EDV.


    Aufs Neue verzögerte sich der Start der Präsentation, denn zuerst musste das VGA-Kabel des Beamers organisiert und alle andere Technik vorbereitet werden. Sobald aber alles aufgestellt und die sonstigen Anwesenden gebeten wurden, entweder ruhig zu sein oder sich ins benachbarte Büro zu begeben, ging es los.
    Ergebnis: 30 Minuten (Und ich dachte, dass mein Inhalt für nichtmals 10 Minuten genügen würde!), ziemliches Abstottern samt dazugehöriger Gestik (Was tollerweise nicht bewertet wurde), einigen inhaltlichen Fehlern und insgesamt positiver Resonanz. Ebenso unter Berücksichtigung meiner Aussage, dass IT nicht mein Fall ist. Also ein Grund zur Freude!
    Nun, was jetzt? Letzte Aufgabe, und...
    Ach ja, F. Bis T eine Antwort von F hatte, gammelte ich auf Amazon rum und las mir Kommentaren zu Büchern von „Indie“-Autoren durch. Danach zwar immer noch, aber egal.
    Also, ab Morgen wieder im Assessment. Heißt: Mich bei T verabschiedet, mich für die Einblicke in den IT-Bereich bedankt, besonders für die Erkenntnis, dass es nicht mein Traumjob sein wird und dann bis Feierabend... rumgammeln!
    Ich muss doch zugeben: Ich werde T samt Kollegen vermissen. Echt nette Leute, an die ich mich noch erinnern werde. Wirklich schade... :(


    So, wegen Freitag: Ich werde von Papi abgeholt, wobei der Zeitpunkt, an dem ich fertig bin, variiert. Dazu muss ich Morgen F samt Kollegen fragen, wann das Abschlussgespräch stattfinden und enden wird. Aber alles in einem kann nix mehr danebengehen und ich bin heilfroh, die Maßnahme beendet zu haben.


    Nur noch einen Tag überleben!



    Donnerstag, Tag 16: Der schnellste Tag von Bayern


    Der Titel war Programm.
    Ich hockte mich vor dem Comp00ter, surfte auf Dramazon und wartete darauf, dass mir F sagte, wo es lang ging. Wiedermal dauerte es seine Zeit, bis er mich fragte, was ich denn heut noch so machen wollte. Ich entgegnete schlicht, ich wolle zurück ins Büro, und auf seine Antwort, da war ich ja schon, verging noch mehr Zeit. Bis ich irgendwann beschloss, die Salzteig-“Kunstwerke“ (Erinnert sich noch jemand an den Smiley?) anzumalen, bevor sich F etwas Fieses für mich ausdachte.
    Den „Stein der Weisen“ hatte ich links liegengelassen, denn der hatte plötzlich ein hässliches Loch, das sich ins Innere wölbte und was wäre das für ein Stein geworden? Also nix davon erzählt, nur meine anderen Werke gepinselt und danach... gesessen, gesurft, mittendrin B gefragt, wann Morgen das Abschlussgespräch anfing (Zwischen 9 und 10 Uhr und danach konnte ich schon nach Hause) und zur Stunde gelaufen.


    Wir hatten über den Ausgang meines Referats, über den Unterschied zwischen psychischen und geistigen Behinderungen (Für mich waren beide dasselbe, tut mir leid falls sich jemand auf den Schlips getreten fühlt), über das BBW in Neuwied, meine Sorgen wegen den Dingern auf der Tafel, die Vorteile des Autismus-Fachdienstes (Die mir leider prompt aus dem Gedächtnis entschwunden sind) und über meine Buchvorlieben geredet. Oh, und noch was wegen meiner Autismus-Spektrum-Störung, aber auch vergessen.
    Ich fands insgesamt eher enttäuschend. Erstens hatte ich schon mit meiner Logopädin intensivere Gespräche und zweitens hatte ich gehofft, mehr über Autismus zu erfahren, anstatt sich mit „unwichtigen“ Dingen aufzuhalten. Eine spontane Google-Suche über das besagte BBW ergab im Übrigen doch keinen Autismus-Fachdienst... vielleicht hatten wir's aber auch nicht gefunden.
    Naja, auch wenn die keinen Fachdienst haben, kann ich nach der Schule eventuell zu einer Selbsthilfegruppe gehen.


    Zurück ins Assessment.
    Ratet mal, was ich den Rest des Arbeitstages gemacht hatte... richtig!
    Na gut, zwischendurch ein bisschen Tischtennis im Werksraum, aber ansonsten nichts Sinnvolles.
    Dennoch verging der Tag rasend schnell und ich kann es kaum erwarten, wieder Zuhause zu sein.


    Somit wird der Freitagsbericht der Letzte sein, in der ich voraussichtlich ausschließlich den Verlauf des Gesprächs schildern werde.


    Noch alles zusammenpacken, ab ins Bett und der Heimfahrt entgegen träumen...


    Freitag, Tag 17: Grande Finale

    Was macht man denn so am letzten Tag der Maßnahme?
    Die restlichen Klamotten in den Koffer stopfen, den Zeitaufwand verschätzen, zu spät kommen und solange rumhängen, bis B Zeit hatte. Dabei ein anderes Mädchen ganz nach der "Ladies first"-Manier vorgelassen.
    Das Gespräch selbst war kurz und das Ganze konnte man mit "Wir stellen sowohl eine Eignung im Büro, sowie in der IT fest" zusammenfassen. Selber bekam ich nix, aber mein Sachbearbeiter würde den Wisch in den nächsten Wochen erhalten. Ich erklärte erneut meine Beweggründe gegen das BBW hier, was man auch verstehen konnte, doch wäre es für mich aufgrund des Fachdienstes ideal. Darauf erwiderte ich, dass ich es mir nochmal durch den Kopf gehen lassen würde.
    Am Schluss verabschiedeten wir uns gebührend, mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen und ich machte mich auf dem Weg nach Hause. Und mit Papa zusammen im Auto der aufgehenden Sonne entgegen...

    THE END
    Geändert von GAZ Vodnik (03.07.2014 um 22:42 Uhr)
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  9. #49
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    Was sagt man denn da jetzt? Glückwunsch, dass du es hinter dir hast vielleicht!? - Also Glückwunsch
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  10. #50
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    Freitags"bericht" noch fix nachgeschoben...

    Tschuldigung für die lange Wartezeit, musste einiges "nachholen".

    Ja, ich bin in der Tat glücklich, es hinter mich gebracht zu haben. Doch leider sieht's gegenwärtig so aus, als ob ich dahin zurück muss.

    Heute ein Telefongespräch mit dem Sachbearbeiter gehabt und er meinte auch, dass ich besser dorthin gehen sollte, weil es eben auf Autismus spezialisiert ist. Bei meinem Wunsch, doch lieber nach Neuwied (das Naheste) zu gehen, entgegnete er, dass es ein BBW für Lern- und psychische Behinderungen ist und es fraglich wäre, ob ich da überhaupt einen Platz bekomme. Dann hatte er mir die Nummer des Leiters (?) gegeben, mit dem ich mal darüber reden sollte.

    Heute habe ich nur noch den Anrufbeantworter ranbekommen, deswegen um Rückruf gebeten. Die Entscheidung muss bis Mitte nächster Woche feststehen, denn sonst verfällt die Reservierung. Ach herrje, hoffentlich wird draus was.
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