Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk - Seite 3
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Thema: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

  1. #21
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Sodele, ich verabschiede mich mal für heute und werde Morgen das BBW erobern.

    Wenn Morgen aber kein Live-Bericht kommt, dann... wisst ihr, was passiert ist.

    Yo ho yo ho, a pirate's life for me! Wir sehen uns in Bayern!
    If world had wanted God to create love, he would not transform my ass into a box of cupcakes!

    Mah boi! This DINNER is what all true warriors strive for!

  2. #22
    Status: Angestellte Array Avatar von RIPLEY
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Viel Erfolg südlich des Weißwurschtäquators! Immer schön die Ohren steif halten.

  3. #23
    Status: keine Angabe Array Avatar von skars
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Einen guten Start!
    Wir retten die Welt!

  4. #24
    Status: keine Angabe Array Avatar von District 9
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Auch von mir einen guten Start. Ich hoffe, du hast vorab schon gelernt, wie man eine Weißwurst isst, damit du nicht komplett aneckst.
    Gummistiefel für all diejenigen, die vom Regen in Ausführung ihrer Weltrettungstätigkeit gestört werden!

  5. #25
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    „Alert, the control point is being captured!“


    Ding!


    Bayern rechtmäßig eingenommen!


    Leider wusste von diesem glorreichen Eroberungszug niemand... und so verstarb Jane Doe einsam und allein, dümmlich grinsend mit dem Pain Train in der Hand in der Einöde Bayerns, was allerdings kein Schwein interessierte.


    FIN.


    ...


    Naaaah. :P


    Also, es gibt diesbezüglich eine gute und eine schlechte Nachricht.


    Die Gute, ich darf mein Notebook benutzen.
    Die Schlechte, ich kam in ein Haus, das leider kein WLAN hat. Es soll aber auf unbestimmte Zeit hin nachgerüstet werden. Mein niegelnagelneues Smartphone (Dessen komplizierte Bedienung mir ziemlich auf die Nerven geht und Anrufe wohl nach "Laune" hin tätigt) hat zwar trotz allem eine Netzverbindung, aber auf dem Touchscreen zu schreiben, kommt mir reinem Masochismus gleich. Zumal wohl die ein oder andere Seite, wie Amazon, auf Smartphones eine gänzlich andere Struktur aufweisen und ich mich nicht ewig reinfuchsen will, nur um beispielsweise Kundendiskussionen lesen zu können.


    Ich habe aber improvisiert und das Smartphone als „Modem“ eingesetzt. Deswegen werdet ihr noch vor dem Wochenende was zum Lesen haben, anstatt am Freitag, wie ursprünglich geplant.
    Der „Gerechtigkeit“ halber werde ich meine bisher fertigen Berichte in einen Post setzen. Die folgenden werden jedoch einzeln am Abend hochgeladen.
    Aufgrund der niedrigen Netzgeschwindigkeit werde ich die Smilies aber nicht durch die von gigajob ersetzen, sonst lädt er in einer Woche noch.


    Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. :D




    Montag, Tag 1: Anreise


    Die Reise mit dem Schrotthaufen von Auto begann kurz nach 6 Uhr morgens. Recherchen hatten ergeben, dass die Entfernung zum BBW über 500 Kilometer betrug, bei einer Fahrzeit von knapp 6 Stunden. Deswegen fuhren wir früher los und kamen nach 12 Uhr an.
    Abensberg war eine unscheinbare Landstadt und wäre wohl nicht der Rede wert gewesen, würde es nicht das einzige BBW in Deutschland mit Schwerpunkt Autismus beherbergen. Obwohl die Anlage an sich riesig war und jede Menge Parkplätze beinhaltete, war alles besetzt – außer die Schwerbehindertenparkplätze, natürlich. Glücklicherweise konnten wir vor dem (Haupt?)Eingang einen freien Platz ergattern, als ein Van des BBW das Gelände verließ. So die Kiste abgestellt, stiefelten wir durch den Eingang, auf der Suche nach einer Rezeption, bzw. dem Empfang.


    Was zuerst auffiel, es ging wie in Großstadt-Schulen zu und sah auch genauso aus. Überall wuselten Menschen der jüngeren Altersklassen herum und Erwachsene gingen förmlich in der Menge unter. Wie es sich für eine christliche Einrichtung gehörte, war auch eine eigene Kapelle samt Sakristei vorhanden. Sogar ein von Azubis betriebener Frisörsalon war vorhanden.
    Trotz der üppigen Beschilderung war es mehr Glück und Zufall als Verstand, als wir schließlich den Empfand fanden und man uns nach kurzer Zeit wissen ließ, dass wir erwartet wurden. Eine Frau, nennen wir sie A, bat uns in unüberhörbarem und schwer verständlichen Bayrisch, bis 13:00 zu warten. Dafür zeigte sie uns in einem der zahlreichen Gänge ein kleines Café, in dem wir von Azubis sehr freundlich bedient wurden. Nach dieser kleinen Stärkung war es auch schon kurz vor eins und A führte uns zur „Leitung Assessment“.


    Dort unterhielten wir uns wenige Momente lang über die Fahrkostenerstattung, über meine zukünftigen Heim- und Anreisen per Zug und wie die Zimmer belegt werden sollten. Ursprünglich waren zwei Personen pro Zimmer vorgesehen, was für mich die Hölle auf Erden gewesen wäre, aber letzten Endes hatte ich wohl Glück.
    Eine andere Dame, B (ho ho), sollte mit uns das Aufnahmegespräch führen und wir sollten wieder warten. Diesmal taten wir es zusammen mit anderen angereisten Jungs in einem Computerraum, der über eine Tür Richtung Außenanlagen verlassen werden konnte.
    Nach einer Weile tauchte B auf, nahm uns in ein angrenzendes Zimmer mit (Auch mit Bayrisch-Deutsch) und nach kurzem Plausch beschloss ich, das Aufnahmegespräch allein mit B zu führen. Man wollte ja bekanntlich seine Selbstständigkeit beweisen. ;)
    Dabei ging es lediglich um Fragen über den beruflichen Werdegang, wie ich auf das BBW gekommen war, ob ich Medikamente, sowie Drogen und Alkohol zu mir nahm, welche Hilfen ich bezüglich meines Autismus in ihrem Hause beanspruchen kann, etc. Sie wollte auch meine Bitte nach einem Einzelzimmer berücksichtigen, konnte aber nix versprechen. Bald darauf war das Gespräch auch schon am Ende und diesmal bot sie uns zusammen mit einem anderen Schüler eine kleine Führung durch das BBW an. Warum also ablehnen?


    Sie führte uns in die große Mensa, in der für Bewohner der Anlage kostenfreies Frühstück und Mittagessen angeboten wurden und anschließend in die Räume für kaufmännische Ausbildungen. Das schloss auch eine neue Abteilung, nämlich ebay ein. Angerissen wurden lediglich zum einen die interne Berufsschule (Ich sollte stattdessen nach Kielheim gehen) und ein kleiner Supermarkt. Der wurde nicht nur von angehenden Einzelhandelskaufleuten geleitet, sondern bot auch viele Produkte wesentlich billiger im Vergleich zu anderen, etablierten Geschäften an. Ich konnte zwei Tüten funny-frisch für jeweils 50 Cent billiger abgreifen. :D
    Ach ja, Strafe für Diebstahl: 15 Euro.


    Am Ende hieß es aufs Neue, dass wir warten sollten. Diesmal auf zwei Leute, die unsere Gruppe ins Internat führen sollten.
    Nach einiger Zeit, ich habe sie nicht gezählt, kamen sie. Je ein Mann und eine Frau, beide keine 30 Jahre alt, unsere Gruppenpädagogen. Natürlich schwieriges Bayrisch. C und D, so. :P
    Sie wurden sogleich von B gefragt, ob ich ein Einzelzimmer haben könnte und sie bejahten es. Damit war der Tag schon mal gerettet, dachte ich zumindest.
    Lange sollte das Glück nicht weilen, denn zuerst führte man uns in Haus 3 („Extra für Leute, die die Arbeitserprobungsmaßnahme machen“ - nicht wortwörtliches Zitat), was, wie ganz oben geschrieben, kein WLAN hatte, dann funktionierte der Aufzug nicht, wie man uns sagte und die Wohnungen waren in der obersten Etage, also 3. OG. Der arme Papa... D:
    Bevor die Zimmer verteilt wurden, erklärte man uns schnell einige Räumlichkeiten wie die Küche und das Wohnzimmer, ebenso die Bedienung der Fluchttür in Brand- oder Notfällen. Erst danach erhielt jeder ein eigenes Zimmer (Wir waren 5 und es waren 7 Zimmer), wovon sich einige ein Badezimmer teilen mussten, so auch ich.


    Nachbar war... nee, kein Buchstabe, nun nenne ich ihn Hervy. Deswegen, weil das ein großer und massiger, aber zurückhaltender Kerl war, sowie der Älteste (24, ich 22).
    Den anderen verpasse ich kurzerhand die Namen Sc00t, Demo (Beide verstanden sich auf Anhieb, obwohl sie sich nicht kennen) und Spy. Letzterer war der einzige Raucher und scherte sich von Anfang an nicht sonderlich um die anderen – fast genauso wie ich. Dazu noch recht ruhig.


    Somit bezog ich also das Zimmer, richtete mit meinen Eltern alles ein, holten noch den Rest aus dem Auto und sprachen uns über Organisatorisches und Freitag ab. Dort sollte nämlich meine erste Heimfahrt stattfinden. Zwar wollten wir noch kurz die Stadt besichtigen, aber da es schon fast halb vier war, mussten sie bereits jetzt nach Hause fahren. Aber nicht ohne zuvor in diesem „Schülerkiosk“ einzukaufen.
    Damit war ich allein.


    Was ich zuallererst tat: Duschen. Aber wenn ich bloß den versoffenen Monteur erwische, der es für eine gute Idee hielt, den Schlauch hinter die Ventile und den Halter zu führen...
    Danach an den Aufbau meiner Geräte gemacht, kam aber nicht mehr ganz dazu, weil wir zum Abendessen geladen wurden. Na dann.
    Dort fand, meines Erachtens nach schade, eine nur sehr kurze Vorstellungsrunde statt. Kein Vergleich zu dem, wie es damals im Internat der Handelsschule war. So erfuhr ich lediglich ihr Alter (Demo sogar minderjährig trotz erwachsener Statur), den Namen und ihren Wohnort. Dabei war ich mit meinen sechs Stunden Fahrzeit wohl der „Spitzenreiter“.
    Nach dem Abendessen und der Putzaktion folgte eine ebenfalls kurze Besprechung zur Organisation und den Gruppenregeln. Spy war nicht dabei, weil er bereits in der vierten Woche war.
    Es wurden zu jedem Daten aufgenommen wie Handynummer, Nummer des Zuhauses, Führerschein, usw. Hier erfuhr ich dann auch, dass Spielgeräte ausdrücklich untersagt waren, ganz allein aus dem Grund, weil sie die Meinung vertraten, dass man in der einmonatigen Arbeitserprobungsmaßnahme vor allem Leistung zeigen und sich nicht ablenken lassen sollte. Das spiegelten auch die Gruppenregeln wider: Diese waren für mein Empfinden äußerst streng.


    Nach Ausbildungsschluss um 16:45 direkt zur Wohngruppe, Anwesenheit melden, Küchendienst sofort erledigen, eine Lern- und Ruhestunde von 18 – 19 Uhr, in der still an ausgeteilten Aufgaben gearbeitet werden soll, währenddessen war Duschen, Baden und Musik verboten, Zimmer dabei nicht verschließen, keine eigenen Fernseher und Spielgeräte (Was mich nicht sonderlich juckt, sonst falle ich vor Langeweile tot um), Musik nur in Zimmerlautstärke, Computer nur nach Absprache, TV nur von 19 – 22, 22 Uhr Nachtruhe und im Zimmer bleiben... und das war nicht mal die Hälfte.
    Zur „Beruhigung“ hatte man uns zwar gesagt, in der späteren Ausbildung seien die Regeln viel lockerer, aber irgendwie kam ich mir doch ziemlich bevormundet vor. So richtig „Ohne die Strenge würdet ihr eh nur Scheiße bauen und wir wissen besser, was gut für euch ist!“-mäßig. Bei solch vorbestimmten Tagen frage ich mich dann doch, wo die Zeit für andere Dinge bleibt.


    Wie auch immer, nach der Besprechung verkrümelte ich mich auf mein Zimmer, installierte die Geräte, versuchte mehrmals erfolglos das Netz auf dem Smartphone zum Laufen zu kriegen, bis mir ein Anruf beim Schwager half, daddelte Mario Kart 8 bis 23:00 und schrieb zum Schluss am Eingangspost samt ersten Tagesbericht. Und jetzt geh ich dinnern (zzzZZZZ), gute Nacht. :)
    Hoffentlich scheißt mich niemand wegen Störung der Nachtruhe zusammen, wenn ich nachts auf Toilette muss...




    Übrigens, ein „Vorurteil“ kann ich in gewissen Maßen bestätigen.
    Ins BBW gehen tatsächlich straffällig gewordene Jugendliche. Es gibt sogar ein breites Angebot an Rezosialisierungsmaßnahmen, also kann man sagen, dass sie hier gut aufgehoben sind und Unterstützung erfahren.


    PS: Kann mir jemand sagen, wie ich bei dem Scheißding die lange Ansage vor jedem von mir ausgehenden Anruf abschalten kann, außer abzuwarten?




    Dienstag, Tag 2: Gefängnis und Beschäftigungstherapie?


    Erster Tag, jetzt wird’s ernst!
    Aufgestanden um 6:45, gewaschen, angezogen und ab zur Assessment-Abteilung, wo wir gestern schon waren. Dort kam F rein, gab jedem von uns einen Assessment-Fragebogen, der nochmals grundlegende Fragen zur Person stellte, inklusive Dinge zu den Wunschberufen und fragte einfache Mathematik ab. Alles kein Problem, aber was von nun an kam, war meiner Meinung nach nichts anderes als eine reine Beschäftigungstherapie. Denn den Rest des (Arbeits)Tages haben wir nur teils uralte Arbeitsblätter bearbeitet, wie damals in der Schule. Nur gänzlich ohne Lehrer und Erklärung. Ganz nach der Art „Hier hasse wat zu tun und nu mach mal“. Auch sollten wir Aufgaben am PC erledigen, was die meisten aufgrund fehlenden Benutzerkontos nicht konnten. Diese sollten sich dann irgendwie selbst beschäftigen. Man sagte uns was von einer Anmeldung pro Tag. Tolle Organisation!
    Und nein, obwohl ich heute im „Eilverfahren“ ein Benutzerkonto erhielt, hatte ich kein Internet. Keine Ahnung wieso, nicht mal Solitär hatte das Ding.
    Klar, Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber eine Arbeitserprobungsmaßnahme habe ich mir doch irgendwie anders vorgestellt...


    Die Mittagspause (12 – 12:45) bot für mich... unattraktive Speisen, daher habe ich mir etwas beim internen Bäcker gekauft und mich auf dem Weg zur Wohnung gemacht. Erst oben fand ich heraus, dass die Tür abgeschlossen und die WG wohl während des Arbeitstages nicht zugänglich war. Die aufkeimende Wut heruntergeschluckt, entschloss ich mich spontan zu einem kleinen Spaziergang zur Stadt. Blöderweise kam ich nur noch bis zum Ortsschild, bevor ich wieder umdrehen musste. Kurz, man brauchte zu Fuß etwa 10 Minuten bis zur Stadt.
    Auf dem Weg hin und zurück dachte ich intensiv darüber nach, wie blöd das BBW-Leben doch im Grunde war. Man bekam unnötig strenge und einschränkende Regeln auferlegt, was wenigstens für Unterhaltung in der Tristesse sorgen konnte, war verboten (TV zähle ich mal nicht dazu) und man konnte erst wieder zurück, wenn der Tag vorbei war. Leute, Pause ist Pause, da will ich selber entscheiden, wo und wann ich hingehe. Und es macht bei mir keinen guten Eindruck, mich in den Pausen vor meinem einzigen Rückzugsort, meinem Zimmer, fernhalten zu wollen. Arbeitgeber wechseln ja auch nicht klammheimlich die Türschlösser ihrer Mitarbeiter aus, wenn diese zur Arbeit fahren und am Ende zurückkehren. Solange denen nicht von Anfang an untersagt wird, den Ort während den Pausen zu verlassen, sollte ihnen eine spontane Heimfahrt nicht verwehrt bleiben.


    War die Pause kurz darauf vorbei, ging die öde Arbeit weiter. Mir war sogar so langweilig bei (und der Bogen für IT-Berufe, die sich vom Härtegrad eher an Studenten und Universitätsabsolventen richteten, fand ich), dass ich lieber am PC rumspielte und im Raum abhing. Auch deswegen weil es zu den Aufgaben gehörte, zwei Geschäftsbriefe nach DIN 5008 zu schreiben – meine letzte Textverarbeitungsstunde war knapp drei Jahre her und laut Arbeitsblatt hätte man einen Briefvordruck bekommen sollen. Den gab es aber nicht und dieses neuere Word war meiner Meinung nach dämlich formatiert. Die Arbeit wurde scheinbar ohnehin nicht gewertet, also wozu?
    Mir reicht's, ich nehme ab Morgen meinen 3DS mit. Zu überlegen, wie ich mit meinen Truppen taktierte und wo ich die Verteidigung des Gegners durchbrechen konnte, war doch anspruchsvoller und denkfördender als die Xte, simple Dreisatzaufgabe...
    So versuchten wir die restliche Zeit totzuschlagen.


    Gegen 16:30, eigentlich erst um 16:45 war zum Glück Feierabend. Schleunigst die Sachen gepackt, sich bei den Gruppenpädagogen gemeldet und im Zimmer verbarrikadiert. Da meldete sich plötzlich mein Papa, der wollte aber nur, dass ich ihn zurückrufe. Okay, sagte ich und legte auf. Nur zuerst essen wollte ich, und mittendrin rief er wieder an. Schnell meine Beweggründe erklärt und Rückruf zugesichert. Gesagt, getan.
    An die Strippe bekam ich diesmal Mama. Sie fragte mich ein wenig aus und fuhr dann damit fort, dass meine Schwester die Bahnverbindungen und – preise in Erfahrung gebracht hatte.
    Über 200 Rubine sollte ein Ticket kosten. Hin und zurück.
    Selbstredend, dass ich es unmöglich bezahlen kann und auf dem Merkblatt stand nur, dass zwei Heimfahrten vom Arbeitsamt bezahlt werden sollten. Gott hilf uns, wenn wir die Rückfahrten selber finanzieren müssten, denn das sprengte unser Budget ums Vielfache.
    Jedenfalls wollte meine Schwester Morgen den Sachbearbeiter anrufen und nachfragen, wie die Rückerstattungen abgewickelt werden sollten und ob es denn kein alternatives BBW in der Nähe gäbe. Denn sie hatte ebenfalls herausgefunden, dass ich praktisch nur einen einzigen Tag Zuhause hätte: Eine Fahrt dauerte über 7 Stunden, also bliebe mir nur der Samstag. Am Sonntag nämlich müsste ich nach dem Gottesdienst sofort zurück zum Bahnhof und nach Bayern.


    Ob das die Maßnahme wert wäre? Unter Berücksichtigung, dass momentan nur Langeweile und kaum Freizeit anstand? Keine Ahnung. Aber für uns stand fest, sobald wir einige Fahrten selber bezahlen sollen, würden wir die Maßnahme abbrechen. Wer zahlt schon Hunderte an Euros, nur um eine Eignung zu bekommen? Ich jedenfalls nicht. Vielleicht wäre ich doch besser in NRW geblieben, aber was mache ich dann wegen dem Autismus?
    Hin oder her, meine Schwester würde heute Abend anrufen und das Ganze mit mir nochmal besprechen. Genauso tauchte Papa wieder auf und wies mich an, Morgen zu A zu gehen und zu fragen, ob man nicht das Wochenende hierbleiben könnte. Andernfalls müsse sie mir Geld borgen.
    Mit dem Versprechen aufgelegt, ging es unverzüglich weiter zum Abendessen. Heute gab es Pizzabaguettes, durchaus sehr gut und nahrhaft.


    Am Tisch wurden, unter anderem von mir, kritische Stimmen laut, die die augenscheinliche Beschäftigungstherapie ansprachen. D meinte nur, dass sie die Kritik verstehen kann und es nix mit dem Kultusministerium zu tun hätte. Aber es ginge schließlich darum, sich eine Eignung zu holen und bald gehe es ja in die Fachbereiche, also wo es endlich interessant werden würde. Bis dahin müssten wir uns gedulden.
    Nach dem Abendessen wollte ich mir eigentlich eine Pizza bestellen, aber nicht nur haben mir die schlechten Nachrichten den Appetit verdorben, auch hätte ich das Essen eventuell an den Pforten abholen müssen. So ganz sicher fühle ich mich zwischen den Häusern nicht... oh, und ich kann nicht essen, ohne dabei etwas zu lesen. Vorzugsweise dicke Spielanleitungen. Und auf dem Mini-Bildschirm des Smartphones kann ich nicht lesen, selbst wenn ich wollte.
    Hauptgrund gegen die Entscheidung war jedoch das Geld. Jetzt hieß es nur noch, sparen sparen sparen. Mein auf dem ersten Blick üppiges Taschengeld von über 100 Rubinen ging nun auf einen Schlag für das Ticket drauf. Und dann? Nix! Wovon sollte ich mir dann das Essen kaufen? Ganz spannend wird es dann, wenn ich im August meine Ausbildung hier antrete(n sollte). Da gibt’s monatlich auch nur 105 Ocken, wobei die Tickets allesamt teurer sind. Nee, es kann so nicht weitergehen!


    Danach fand um 18:00 die berüchtigte Lernstunde statt. Jeder bekam einen Ordner und für jeden Tag war ein Aufgabenblatt vorgesehen. Heute: Mathetest! Man hätte uns ruhig vorher sagen können, dass Taschenrechner erlaubt waren (Warum dann überhaupt Test, wenn man somit eh nix falsch machen konnte?) und wie viele Nachkommastellen angegeben werden sollten, denn sonst hätte ich auf ewig weitergerechnet. Der fragenden Reaktion von D zufolge, stammten die Aufgaben nicht von ihr.
    Nur dank meiner zeitigen Nachfrage konnte ich 10 vor 7 feddig werden und in der nächsten Lernstunde stand Addieren an. Wenn sonst weiter nichts ist...
    Die restliche Zeit habe ich, wie sonst auch, mit Mario Kart 8 verbracht. In der Zwischenzeit war meine Wut und Enttäuschung glücklicherweise entwichen und ich fühlte mich besser. Sagt was ihr wollt, aber Zocken beruhigt (unter Umständen). :D
    Der Anruf meiner Schwester erfolgte leider erst so um 22:00, weil sie so spät nach Hause kam. Dementsprechend fiel auch das Gespräch aus und außer einem weiteren vereinbarten Anruf am nächsten Abend, verpflichtete ich mich, beim Bahnhof vorbeizuschauen um zu gucken, ob man dort am Automaten ein Ticket an meine Zielstation ziehen konnte. Sie werde weiterhin den Sachbearbeiter kontaktieren.
    Etwa eine halbe Stunde später rief wieder Mutti an. Es ergab sich nichts Neues, nur das ich erst am Montag zurückpendeln musste wegen Pfingsten. Macht ja immerhin schon zwei Tage Zuhause.
    Dann Gute Nacht gewünscht und aufgelegt.


    Und das... mache ich nach einer letzten Runde MK8 auch. Dinner! :winke:


    Ab hier muss ich einzeln posten, sonst meckert die Zeichenbegrenzung.
    Geändert von GAZ Vodnik (15.09.2014 um 13:58 Uhr)
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  6. #26
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    AW: Super GAZ 64: Abenteuer Berufsbildungswerk

    Mittwoch, Tag 3: Langsam geht’s los


    Ich denke, den Morgenteil überspringe ich einfach.
    Wie immer kam ich pünktlich an, aber weil ich daraufhin dringend auf Toilette musste, bat ich Hervy darum, mich gegebenenfalls beim Lehrer zu entschuldigen. Wie ich nachher rausfand, hatte er das nicht gemacht und ich hatte einige Mühe zu erklären, dass ich sehr wohl um 7:15 da war und die Toilette benutzen musste. Aber sei's drum.
    Somit begann ich mit den Geschäftsbriefen und der Excel-Lohnabrechnung (Wobei Excel zweifellos das Spaßigste war), nur um von F mitsamt ein paar anderen ins Nebenzimmer gerufen zu werden. Wir sollten ein paar Tische aufbauen und Stühle dranstellen, denn nachher würde ein Test geschrieben werden. Mir wurde da doch etwas mulmig zumute, weil ich sofort an eine Art Klassenarbeit dachte, aber bald kam ein mir unbekannter Lehrer rein – ich nenn' ihn Engie – und wir sollten uns hinsetzen.


    Zuerst stellte er sich vor, gab an, ein Lehrer am BBW zu sein und würde nun mit uns einen Test schreiben. Folgend erläuterte er uns die Bedeutung der Maßnahme und der Eignung und betonte, dass besagte Eignung lediglich ein Rat sei. Und wie es mit Ratschlägen üblich ist, musste man sie nicht annehmen.
    Dieser sogenannte Basistest sollte unsere Mathematik-Kenntnisse prüfen, da es ja sein kann, dass die Schulzeit des ein oder anderen längere Zeit her ist (Wie bei mir) und auch die Möglichkeit besteht, das „zurückgezogene“ Wissen durch Hilfestellungen wieder zu reaktivieren. Anders soll der Test feststellen, ob bestimmte Themen überhaupt in den Schulen durchgenommen wurden.
    Es begann mit dem Mathe-Teil, genauer den Grundrechenarten. Der Schwierigkeitsgrad war meines Erachtens nach nicht der Rede wert, weil die Aufgaben simpel waren und durch fixe Nebenrechnungen auf einem Extra-Feld rasch gelöst werden konnten. Im Dividieren-Teil wurde bei manchen Aufgaben sogar auf Dezimalzahlen im Ergebnis hingewiesen, was es aber kaum merklich erschwerte.
    Der nächste Teil behandelte Geometrie, und war insofern lachhaft einfach, als das man eine kleine Formelsammlung bekam, auch mit Angabe, ob für Fläche/Volumen oder Umfang/Oberfläche und Taschenrechner waren erlaubt. Eigenes Nachdenken war eigentlich nicht gefordert, nur bei der letzten Übung musste man ein wenig überlegen, aber ansonsten ein Klacks.


    Der Rest handelte von Dreisatz, Bruchrechnen (Erste Stufe) und noch etwas, was ich vergessen habe.
    Zum Schluss gab es Deutsch. Von Engie gleich als nicht prüfungsrelevant vermerkt.
    Ebenso nix Erwähnenswertes, ein kurzes Diktat, einen Text samt Fragen dazu, mittendrin noch Infos aus einer Werbeanzeige rauslesen, feddig.
    Letzten Endes muss ich sagen, dass ich den Test als sehr angenehme Abwechslung empfand und ich sehr gerne weitergemacht hätte. Doch leider ging es danach zurück an die Arbeit.
    Weil das Benutzerprofil nur temporär war, wurden sämtliche Daten gelöscht. Da frage ich mich wirklich, warum ich das dann neu machen musste. Aber richtig angepisst – tschuldigung – war ich, als ich die Lohnabrechnung und die Texte geschrieben hatte, unter „Dokumente“ abspeicherte, die Programme schloss und feststellte, dass die Dateien nicht abgespeichert wurden. Sämtliche Arbeit futsch und F meinte dazu nur, ich solle es nochmal machen.
    Was kann ich denn dafür, dass mein Profil eingeschränkt ist und unter Umständen gar nicht abspeichert? Warum soll ich mir dann die dreifache Arbeit machen? Professionell sieht anders aus.


    Zähneknirschend zum dritten Mal erledigt und ausgedruckt, sagte F, ich solle warten. Was für mich bedeutete, rumzugammeln, weil man am PC nix machen konnte, außer zwei schrottige „Spiele“ zu daddeln. Diesmal hatte ich vorgesorgt und meinen 3DS mitgenommen. Ja ihr lieben Arbeitgeber und Lehrkräfte da draußen, während Leerzeiten zu spielen ist besser als tatenlos rumzusitzen und die Wand anzustarren. ;)


    Auf dem Gang entdeckte ich A, die nette, so dachte ich, Frau von Montag. Ich wollte sie wegen der Heimfahrt diesen Freitag ansprechen, aber aus irgendeinem Grund reagierte sie, trotz Begrüßung, sofort ablehnend und erwiderte, sie würde mir keine Fahrkarte besorgen. Das wollte ich aber nicht, sondern ob sie Geld leihen konnte, weil ich mir die Fahrkarte nicht leisten konnte. Da faselte sie was von „Selbst schuld“ und irgendwelchem anderen Blödsinn, bis sie endlich bejahte, dass man mir Geld leihen könnte. Von da an wich mein anfangs guter Eindruck einer negativen Einstellung. Typisch: Solange man ihr nicht „ausgeliefert“ war, war sie freundlich und zuvorkommend. Ansonsten zeigt sie ihr wahres Gesicht als „Bitch in Sheeps Clothing“. Politisch korrekt hieße es entsprechend „Tussi im Schafspelz“. Zugegeben, wir hätten uns im Vorfeld über die Ticketkosten informieren sollen. Aber das eine Karte so teuer ist, hätten wir uns nicht gedacht. Jetzt noch über mich herzuziehen, ist eine bodenlose Unverschämtheit.
    Eine kleine Notiz aus dem „Wie man einen GAZ Vodnik handhabt“-Ratgeber:
    Wenn man mich gut und freundlich behandelt, bin ich einer der nettesten und „pflegeleichtesten“ Leute, denen man begegnen kann. Führt man sich mir gegenüber jedoch wie ein Arschloch auf, kann ich durchaus... ziemlich widerspenstig werden.


    Na ja, egal. Zurück an die Arbeit.
    Als nächstes ging es in einen anderen Raum, nennen wir es die „Handwerks-Abteilung“. Auf meine verwirrte Frage, dass ich doch kaufmännisch wäre, antwortete man mir, dass hier die Feinmotorik getestet werden soll. Wozu man aber eine Motorik in Bürojobs braucht, die der eines Malers gleicht, frage ich mich bis heute. Was soll's, alles besser als Arbeitsblätter.
    Mein Auftrag war es, anhand von Drähten verschiedene Formen mithilfe diverser Zangen nachzubilden, was mir mehr oder weniger gelang. Ich bin echt kein Handwerker, weil ich schon an einer einfachen Holzkiste verzweifle und wäre sogar froh, wenn man mir völlige Inkompetenz im Handwerk bescheinigen würde.
    Die Mittagspause verwendete ich dazu, zum Bahnhof zu gelangen. Blöderweise benötigte ich dafür mindestens 25 Minuten, dabei dauerte die Pause nur 45. Ich war also wiedermal gezwungen, vor dem Bahnhofsgebäude umzudrehen. 5 Minuten Verspätung, aber der Lehrer kam, harhar, noch später.
    Was bleibt noch zu sagen, es traten wieder Leerläufe auf, die ich mit Rumgammeln und Spielen verbrachte und ich war SEHR froh, in meine Wohnung zu kommen. Denn ich hatte noch nichts gegessen und Morgens nur einen Becher Eistee. Wohl bekomm's!


    Dort experimentierte ich mit dem Smartphone, ob ich es denn nicht als „Modem“ für das Notebook benutzen könnte. Und was soll ich sagen...
    ES LEBT!!! AAAH HA HA HA!!! >:D
    Ähem... nun ja, nicht ganz so gut. Die Internetgeschwindigkeit hat „Hinterwäldler“-Niveau, also kein Steam, kein Skype, kein YouTube, „nur“ Foren. Deswegen bin ich heilfroh, euch die Berichte doch noch früher als geplant bereitstellen zu können.
    Zu Abend gab es diesmal Spaghetti (Vorsicht vor dem italienischen Klempner!) und nach dem Essen versuchte ich fortwährend, mit dem Notebook ins Netz zu kommen. Das Feleton hat ab und an leider solche „Phasen“, in denen es schlicht kein einziges Netzwerk findet und somit weder Internet, noch Telefonie möglich ist. Auch bricht die Netzverbindung bei Telefonaten ab.
    Dennoch tauchte ich wie erwartet um 18:15 zur wöchentlichen Gruppenbesprechung auf, in dem... na ja, Dinge zur WG besprochen wurden. Heute ging es zunächst um eine genaue Erklärung des Küchen- und Spätdienstes, wann er stattfindet, was gemacht werden soll, usw. Dann wurden wir zur derzeitigen Meinung über die WG und das BBW gefragt, wo ich sagte, dass es hier zwar sehr schön aussehe, ich aber noch unsicher wäre, weil die Regeln ungewöhnlich wären und ich sowas nicht gewöhnt war. Schließlich war das Internatsleben damals in der Höheren Handelsschule viel lockerer, wo man fast tun und lassen konnte, was man wollte und ich habe es geliebt. Die Erklärungsversuche lassen sich aus meiner Sicht nur mit einer Aussage zusammenfassen, die ich im ersten Tagesbericht niedergeschrieben hatte: „Ohne die Strenge würdet ihr eh nur Scheiße bauen und wir wissen besser, was gut für euch ist!“ Wann der Aufzug wieder repariert wäre? Keine Ahnung, aber er sei ohnehin ausschließlich für Rollstuhlfahrer und Leute mit Gepäck vorgesehen. So kann man natürlich auch Sport treiben.


    Nach der Besprechung stiefelte ich zur Rezeption und mietete ein Fahrrad für 0,60 €. Es hatte angefangen zu regnen, weshalb ich mit Jacke fuhr, aber ich fand die Abkühlung toll.
    Mit dem Drahtesel benötigte ich nur sagenhafte 5 Minuten bis zum Ortsschild, und bis zum Bahnhof war es deshalb auch nur ein Katzensprung. Angekommen musste ich zu meinem Ärger feststellen, dass es keinen Ticketautomaten gab und man in ein danebenstehendes Bahnbüro gehen musste, was aber nur bis 16:35 auf hatte; Schule endete 10 Minuten später. Wie zur Hölle sollte ich nun die Preise und Abfahrtszeiten herausfinden, wenn ich kein Internet hätte? Ich kann ja schlecht zum Lehrer hingehen und ihn darum bitten, mir die Verspätung in der Mittagspause nachzusehen, weil ich mich wegen meiner Heimfahrt informieren muss.
    Nun war es aber auch so, dass ich mir kein Ticket leisten konnte. Deswegen fuhr ich zur nächstgelegenen Sparkasse, die Wegbeschreibung hatte mir die Pädagogin gegeben, die sich allerdings als Raiffeisenbank entpuppte und meine Sparkassen-Karte nicht annehmen wollte.
    Also blieb mir nur noch der Weg über A. Ich freue mich schon drauf...


    Auf dem Rückweg hielt ich noch bei 'nem Italiener an, mampfte wat und fuhr mit einem Platten (!) zurück. Entweder war ich unbeabsichtigt über einen spitzen Gegenstand gefahren oder die Luft entwich schneller als von der Polizei erlaubt. Der Verschluss war drauf und ich habe keinen Knall gehört, also was war es bloß?
    Voll verschwitzt kam ich an, gab das Fahrrad samt Hinweis auf den Platten ab, verschwand in mein Zimmer und wollte mich EIGENTLICH duschen, bis Mutti anrief und fragte, was sich ergeben hatte. Ich erzählte ihr also alles und sie meinte dann, ich solle nur bis nach Siegburg fahren. Von dort würde mich Papi abholen. Trotzdem solle ich vorher noch meine Schwester anrufen wegen den Fahrkartenpreisen, denn wenn es „näher“ dran war, musste es ja billiger sein, richtig? Außerdem hatte sie den Sachbearbeiter gesprochen und er meinte, die Maßnahme müsse ich durchhalten, aber danach könnte ich mich immer noch für ein anderes BBW entscheiden. Etwa in Dortmund oder Neuwied. Blieb nur die Frage, ob sie den Informatikkaufmann anboten.
    Also der Bitte Folge geleistet, rief ich an. Auch ihr erzählte ich alles, und außer das sie sich bei der Leitung wegen A beschweren wollte, fand sie den Ticketpreis heraus: 122 Rubine. Konnte ich mir auch nicht leisten, also musste ich notgedrungen zu A. Verdammt.
    Ansonsten besprach sie mit mir dasselbe, was Mutti gesagt hatte und wir verabredeten uns für Morgen. Mein Schwager konnte mir in der Sache mit der nervigen Ansage vorerst nicht weiterhelfen, also bis Freitag warten.
    Endlich in die Dusche!


    Nach der Wäsche war der restliche Abend identisch zu den anderen Tagen. Mario Kart 8 gedaddelt, ein wenig im Netz geguckt und gedinnert.
    Was das heißt? Gute Nacht und bis Morgen. :winke:
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  7. #27
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    Wow GAZ, was für Beiträge

    Ich gestehe, ich habe jetzt für den Anfang erstmal nur ein bisschen quer gelesen, werd mir das später aber nochmal richtig durchlesen.
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  8. #28
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    Donnerstag, Tag 4: Es geht bergauf


    Bla bla bla aufstehen, blub blub blub ins Assessment stiefeln, pootis.
    Wo ich nun mit den Briefen und der Abrechnung feddig war, fragte ich mich, was kam als nächstes?
    F erschien und trug uns auf, sich mit dem sogenannten „Compack“-Programm (Weiß den Namen nicht mehr genau) zu beschäftigen. Wohlgemerkt die einzige Möglichkeit, wenn man keinen Handheld dabei hat und keinen Bock auf „Der Turm von Hanoi“ hat, die Zeit verstreichen zu lassen. „Compack“ ist, so kann man es am besten beschreiben, ein Lernprogamm von 1996. Damit kann man jede Menge Themen zur Übung auswählen, alles mit der Eleganz eines Windoof 95. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es eine reine Beschäftigungstherapie war...
    So arbeitete ich mich durch das Programm, bis F wiederkam und uns bat, eine kleine Bestandsaufnahme der Monitore und PCs zu machen, mithilfe einer Inventarliste und ließ uns allein.
    Obwohl es zuerst einige Probleme gab, die durch weiterführende Infos von F ausgebügelt werden konnten, gelang uns eine einwandfreie Bestandsaufnahme per Zettel, die wir noch schnell in Excel übertragen sollten und schließlich ausdrucken. Und weiter mit Compack...


    Erste Pause mit dem DS verbracht, danach weitergearbeitet und B getroffen. F hatte mich im Bezug zu meiner Frage, an wen ich mich am besten wegen der Fahrtkosten wenden könnte, an B verwiesen. Okay, ich hatte schon Angst, genauso angepampt zu werden, aber sie war ganz ruhig und hatte nur nett gefragt, wie viel ich denn bräuchte. 20 Rubine reichten vollkommen aus und sie sicherte mir zu, es Morgen auszuhändigen. Perfekt!
    In der Zwischenzeit wurden wir von F aufgerufen und zu „Haus 2“ geführt. Es handelte sich dabei um eine Arztpraxis und wir fanden heraus, dass es eine Gesundheitsbelehrung geben würde. Der Arzt selber war mir bedauerlicherweise auf Anhieb unsympathisch, aber egal. Er führte uns eine PowerPoint-Präsentation vor, in der er uns unter anderem über Infektionswege auf Lebensmitteln aufklärte und Tipps zur Hygiene kam. Wusstet ihr eigentlich, dass nur etwa 25% (Glaube ich) aller Leute nach dem Toilettengang nicht die Hände waschen?
    Am Ende musste man die Belehrung unterschreiben und bekam Merkblätter.


    Die Mittagspause versuchte ich, schlafend zu verbringen. Dazu wollte ich auf die dritte Etage unseres Hauses, wo es eine 3er-Sitzbank vor der WG-Tür gab, aber da arbeiteten schon welche am Aufzug. Zuerst geärgert, dann gefreut, setzte ich mich draußen auf die Treppe und daddelte.
    Nach einem Toilettengang mit Händewaschen am Ende der Pause, wie sonst auch, führte man mich in die Handwerks-Abteilung; man wolle mit mir etwas „Praktisches“ machen.
    Ich hoffte zunächst, dass es ins Büro gehe und sie nur etwas holen wollte, aber ich sollte tatsächlich wieder mit der Hand arbeiten.
    Sie legte mir ein Rezept für Salzteig hin, inklusive „Werkzeuge“ und meinte, ich solle nachher eine Form daraus machen. Von da an wusste ich sofort: Es würde die Hölle werden.
    So kam es.
    Ich stellte mich nicht nur dumm an, F hatte auch die grandiose Idee, Mehl und Salz in einen Behälter zu kippen. Irgendwie ging es dann doch, aber das Kneten des Teigs war ziemlich anstrengend und „schmutzig“. Das war nun meine Arbeit für den Rest des Tages und ich wurde nicht fertig. Zur Info: Ich habe über zwei Stunden gebraucht und kam gar nicht mehr dazu, irgendwas Kunstvolles daraus zu machen. Wegen meines Ungeschicks beschränkte ich mich auf einen Smiley. Mit ansprechendem Lack dürfte es schön werden.
    Mein Lichtblick des Tages war die Aussage von F, nächsten Dienstag ins Büro zu gehen. Endlich mein Gebiet! Ehrlich, ich freue mich drauf.


    In der Wohnung stand ich für den Küchen- und Spätdienst an. Demo war zusammen mit mir eingeteilt, konnte aber wegen einer kurzfristigen OP nicht, daher blieb alles an mir hängen. Ganz allein war ich zu meinem Glück nicht, denn der Tisch war bereits mit allerhand Dingen bedeckt und sie übernahmen das Kochen.
    Da ich Dienst hatte, fing ich erst dann mit dem Aufräumen und Saubermachen an, als die anderen alle fertig waren und ihr Geschirr eingeräumt hatten.
    Es war wieder Lernstunde angesagt, und weil keiner von uns sofort in das Pädagogenzimmer kam, stiefelte D (Die junge Frau) ins Wohnzimmer und „fragte“ uns im wütenden Ton, ob wir denn nicht kommen wollten. Dann „drohte“ sie uns mit der Verlegung der Lernstunde nach hinten, wenn wir das „wollten“. Und es wäre keine Frage gewesen.
    Wisst Ihr was? So kann man sich einen guten Ersteindruck 1 A verspielen. Nur weil wir nicht um Punkt 18:00 Uhr antanzen und sie mit 25 Gruppenpädagogin ist, muss man sich nicht so aufblasen. Unter Pädagogik verstehe ich was anderes.
    Lernordner abgeholt und die „Aufgaben“ bearbeitet.


    Zuerst musste man 40 angefangene Sätze so beenden, dass „wirkliche Gefühle ausgedrückt werden“ (Keine Ahnung was das bedeutet) und im Anschluss folgte ein Selbsteinschätzungsbogen. Fragen wie „Wie ist dein Verhältnis zu den Mitarbeitern?“ (Distanziert) und „Hast du schulische Probleme?“ (Aktuell keine, außer im Handwerk) sollten ehrlich beantwortet und zurückgegeben werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass meine Antwort auf erstere Frage einiges an Zündstoff liefern wird...
    Noch in der Lernstunde klingelte meine Schwester und sie fragte mich kurz über den Tag aus, besonders wegen des Geldes für die Fahrkarte. Wir sprachen uns über die weitere Vorgehensweise ab und sie sagte, ich solle Morgen im Zug meine Eltern anrufen und darüber Bescheid sagen, wann ich denn ungefähr ankommen würde.
    Nach dem Anruf machte ich meine Putzarbeiten zu Ende und wurde um 20:00 von Mutti angerufen, nachdem sie es während der Lernstunde versuchte und ich ihr erklärte, dass sie wegen der Lernstunde bitte später anrufen soll. Es war im Grunde dasselbe Gespräch wie mit meiner Schwester, nur das ich ihr nun alles wiedergeben musste, was man mir erzählt hatte. So schnell wie das Gespräch endete, kam kurz darauf mein Vater an und wollte, dass ich statt 20 Euro, 50 auslieh. So für Notfälle, falls unvorhergesehen Komplikationen auftraten und ich trotzdem bezahlen konnte. Ansonsten verlief es genauso wie mit den Vorherigen.
    Danach hoffte ich, meine Ruhe für heute zu haben. Nichts gegen Anrufe aus Sorge, aber ich bin schnell genervt, wenn ich dasselbe mehrmals berichten muss. Ich nehme es ihnen aber dennoch nicht krum, die Situation ist ja auch in der Tat schwierig und es kann vieles schieflaufen.


    Der restliche Abend wie immer. Außer, dass ich kurz vor 22:00 das „Raucherzimmer“ (Balkon) gekehrt und ein wenig gepackt habe.

    Morgen kann ich den Freitags-Bericht wieder am PC schreiben.
    Gute Nacht und bis Morgen! :)
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  9. #29
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    Zitat Zitat von GAZ Vodnik Beitrag anzeigen
    Nach einem Toilettengang mit Händewaschen am Ende der Pause
    Na siehste, da hast du doch gestern wirklich mal was fürs Leben gelernt.........

    Aber ich muss jetzt da nochmal nachfragen, vielleicht habe ich das irgendwie verpasst oder vergessen. Ist das jetzt schon richtig der Start der Ausbildung? Oder ist das so Vorgeplänkel dafür?
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  10. #30
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    Es ist lediglich eine Maßnahme, um festzustellen, welche Berufe mir so liegen könnten. Am Ende geht man auch "nur" mit einer Empfehlung raus, nichts weiter. In dieses BBW werde ich wegen der Entfernung und dem ganzen Stress wegen der Fahrtkosten und dem Internat wohl nicht gehen.

    Heute gibts leider keinen Tagesbericht. Bin von der langen Zugfahrt einfach erledigt und bin erstmal froh, wieder Zuhause zu sein. Tschuldigung, Leute.
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