Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)
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Thema: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

  1. #1
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    Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Hallo liebe Forengemeinde,

    ich hatte letztes Jahr eine kurzfristige Beschäftigung (begrenzt auf 70 Arbeitstage). Von diesen 70 Tagen habe ich 69 Tage gearbeitet und wollte mir nun von meinem Chef die mir zustehenden Urlaubstage (5 Tage) abgelten lassen. Ich war der Meinung, dass dies laut § 7 Absatz 4 BUrlG problemlos möglich ist, weil mein Beschäftigungsverhältnis auf die 70 Arbeitstage und das Jahr 2015 begrenzt ist, ich hätte den Urlaub also gar nicht mehr nehmen können.

    Nun meint mein Chef, er könne mir den Urlaub nicht auszahlen, weil ich sonst über die 70-Tage Grenze kommen würde. Zitat:
    Egal ob Abgeltung oder real genommen, 1 Tag ist 1 Tag. Du läufst das Risiko, dass im Falle einer Prüfung das gesamte Jahr für Dich sozialversicherungspflichtig geworden wäre mit allen entsprechenden Nachzahlungen.
    Ist es richtig, dass ein Urlaubstag als Arbeitstag zählt, auch wenn er abgegolten wird?? Ich hoffe, es kann jemand Licht ins Dunkel bringen...

    Mit besten Grüßen,
    Adana

  2. #2
    Status: keine Angabe Array
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Der Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub entfällt, soweit ich weiß, wenn Du weniger als einen Monat beschäftigt warst. Da Du aber mehr als einen Monat für ihn gearbeitet hast steht Dir Dein Urlaub eigentlich zu. So galt es zumindest mal, ob sich daran etwas geändert hat weiß ich leider nicht

  3. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Theo Retisch für diesen nützlichen Beitrag:

    Adana (06.01.2016)

  4. #3
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Danke Theo, mein Chef stimmt mir ja grundsätzlich zu, dass ich den Urlaubsanspruch habe. Nur ist die Frage, ob er tatsächlich Recht hat und ich dann sozialversicherungspflichtig werde und am Ende vielleicht sogar mit weniger Geld dastehe, als wenn ich auf die Auszahlung (ca. 250 €) einfach verzichte?

  5. #4
    Status: keine Angabe Array
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Hi Adana, wenn Dein Chef kulant wäre würde er Dir freiwillig etwas auszahlen, auch wenn es keine 250 Euro sind. Auf der andern Seite, wenn Du so kurz gearbeitet hast, keine drei Monate, bist Du doch noch nicht sozialversicherungspflichtig? Dein Verdienst überschreitet doch nicht die Einkommensgrenze oder hast Du einen überdimensionalen Lohn bekommen? Auch wenn ich mich nicht wie ein Arbeitgeber damit auskenne, rein logisch sehe ich das aber so.

  6. #5
    Status: Studentin Array
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Hallo Carmecia, danke für deine Antwort. Ich habe länger als drei Monate dort gearbeitet, nämlich von März bis Dezember, also 10 Monate (halt meistens nur einen Tag in der Woche, deswegen bleibe ich unter 70 Tage). Und nein, mein Verdienst überschreitet die Einkommensgrenze bei weitem nicht (nicht mal mit meinem zweiten, regulären Job zusammengerechnet). Es geht nur darum, dass eine kurzfristige Beschäftigung eben nur dann kurzfristig und somit sozialversicherungsfrei ist, wenn sie nicht mehr als 70 Arbeitstage im Kalenderjahr umfasst. Mein Chef hat gemeint, er könne mir den Urlaub in Form einer Gratifikation auszahlen, aber auch das kann als Missbrauch ausgelegt werden.

  7. #6
    Status: . . . . . . Array Avatar von -a bacus
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Zitat Zitat von Adana Beitrag anzeigen
    Von diesen 70 Tagen habe ich 69 Tage gearbeitet...
    ... mein Chef, er könne mir den Urlaub nicht auszahlen, weil ich sonst über die 70-Tage Grenze kommen würde. Zitat:
    Egal ob Abgeltung oder real genommen, 1 Tag ist 1 Tag. Du läufst das Risiko, dass im Falle einer Prüfung das gesamte Jahr für Dich sozialversicherungspflichtig geworden wäre mit allen entsprechenden Nachzahlungen.
    Ist es richtig, dass ein Urlaubstag als Arbeitstag zählt, auch wenn er abgegolten wird??
    Ja, es ist richtig, dass genommene Urlaubstage wie Arbeitstage bzgl. der gesamten Beschäftigungszeit betrachtet werden.
    Es ist nicht richtig, dass die ausbezahlten Urlaubstage automatisch die kurzfristige und somit die zuvor befristete Beschäftigungszeit verlängert.
    Das dies so der Fall war, davon gehe ich aus.

    Ergo, du hast i.R. der "kurzfristigen Beschäftigung" einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen und die 70 Tagegrenze bei Vertragsende nicht überschritten. Die Höhe des Entgelts spielt hier keine Rolle.
    Bei 69 Tagen, bei 3 Monaten wären es ca. 6 Tage bezahlter Urlaubsanspruch, den du innerhalb dieser hättest nehmen können. Durch die Ausbezahlung des Urlaubs überschreitest du nicht die Tagesfrist bzw. zuvor arbeitsvertraglich festgelegte Beschäftigungszeit.

    Es gibt bei "kurzfristiger Beschäftigung" viele Fallstricke, die zu berücksichtigen sind und man kann hier nur von deiner Schilderung ausgehen. Wenn dem so ist wie beschrieben, muss der AG dir den Urlaub auszahlen, eine Sozialversicherungsnachzahlung ist nicht gegeben.

    Wenn du die Tagesfrist überschritten hättest, dann wären für diese Tage die SoVsg zu zahlen, hier zahlt jedoch auch der AG seinen Anteil, vielleicht geht es im darum?

    Aber, dein Fall als Studentin ist viel komplexer, wie ich hier sehe "2 geringfügige Beschäftigung".

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    Adana (07.01.2016)

  9. #7
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Zitat Zitat von Adana Beitrag anzeigen
    Ich habe länger als drei Monate dort gearbeitet, nämlich von März bis Dezember, also 10 Monate
    . Mein Chef hat gemeint, er könne mir den Urlaub in Form einer Gratifikation auszahlen, aber auch das kann als Missbrauch ausgelegt werden.
    Ok, die Info bzgl. der Zeitaufteilung fehlte mir beim Absenden des letzten Posts, somit hast du keine 5 Tage/Woche, womit die 70 Tage Frist greift.

    Wenn jedoch dein "kurzfristiges Arbeitsverhältnis" beendet war, ändert es nichts an der Verlängerung zum Beschäftigungsverhältnis und somit Überschreitung der 70 Tage. Bleibt die Frage, warum macht es sich dein Ex-Chef so schwer? Klar, es ist Lohnbuchhalterisch ein kleiner Aufwand, Steuerabzug..., aber den kannst du nun über die EKSt 2015 zurückholen.

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    Adana (07.01.2016)

  11. #8
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Abacus, vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! Jetzt bin ich um einiges schlauer. Ja, mein Fall ist etwas kompliziert, da ich im letzten Jahr zwei geringfügige Beschäftigungen hatte (und dazu noch relativ wenig Ahnung von der ganzen Materie bzw. Steuern und meinen Rechten und Pflichten als Arbeitnehmer. Aber immerhin habe ich viel dazugelernt ;) )

    Mein Chef hat mir nun zur Lösung der Situation vorgeschlagen, eine neue kurzfristige Beschäftigung für mich für Januar anzumelden und mir dann die verblieben 5 Urlaubstage auszuzahlen (natürlich nicht ohne mir vorzuhalten wieviel Zeit- und Arbeitsaufwand ihm das kosten würde). Für mich wäre diese Lösung okay, ich werde ihm aber auch noch mal weitergeben, was du mir so schön erklärt hast, Abacus. Danke dir dafür!

  12. #9
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    AW: Urlaubstage bei kurzfristiger Beschäftigung (70 Tage)

    Ich finde die Lösung okay, und er soll nicht jammern wie groß der Aufwand ist. So unendlich viel Arbeit und Zeitaufwand ist das nun auch wieder nicht. Nimm es an, würde ich sagen.

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