Tagweise Freistellung erlaubt?
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Thema: Tagweise Freistellung erlaubt?

  1. #1
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    Tagweise Freistellung erlaubt?

    Guten Tag.

    Ich habe eine Frage und hoffe, dass ihr mir helfen könnt.

    Wenn bei einem Job festgesetzt ist wie viele Stunden man in der Woche arbeiten muss, aber man keinen geregelten Arbeitsalltag hat, ist das erlaubt? Es geht darum, dass an manchen Tagen gefordert wird, dass man 10, 11 Stunden arbeitet und an anderen Tagen, wenn nicht viel zu tun ist, der Chef einen quasi freistellt und man zu Hause bleiben soll ohne dass man das eigentlich will.

    Ist das so erlaubt?

  2. #2
    Status: Arbeitnehmer und Student Array Avatar von Darky
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Hallo und willkommen:

    Schau mal hier: Arbeitszeit und Arbeitszeitrecht - Hensche Rechtsanw

    Vielleicht hilft dir das weiter.

    Überstunden verlangen und dich an anderen Tagen nach Hause schicken darf der Chef schon, solange es nicht zu eklatanten Zeitüberschreitungen kommt. Sind diese 10 oder 11 Stunden Arbeitszeit dann ohne Pause gerechnet?

    Ansonsten lohnt immer ein Blick in den Arbeitsvertrag.
    Mein Pferd: Nur ein PS, aber fünf rasante Gänge!

  3. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Darky für diesen nützlichen Beitrag:

    Cheesecake (17.03.2013)

  4. #3
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Hallo Cheesecake,

    Was war denn bei deiner Anstellung in der Firma vereinbart worden, was die Arbeitszeiten betrifft?
    Hast du einen schriftlichen Arbeitsvertrag?
    Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. (Konfuzius)

  5. #4
    Status: Büroangestellter Array Avatar von zebrafink
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass es einen Arbeitsvertrag gibt, in dem die Arbeitszeiten derartig ungenau festgelegt sind - oder eigentlich gar nicht festgelegt.

  6. #5
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Das grenzt ja schon an Bereitschaftsdienst.
    Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben...
    Marc Aurel

  7. #6
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Guten Tag.

    Also ich habe noch keinen Arbeitsvertrag dort. Ich habe mich dort beworben und hatte ein Vorstellungsgespräch. Da klang alles sehr gut und positiv.

    Durch puren Zufall habe ich kürzlich jemanden kennen gelernt, der in der Firma gearbeitet hat und der erzählte mir, dass die Arbeitsweise dort so ist. Er meinte, dass man von 8 Uhr bis 20 Uhr arbeiten muss mit 1 Stunde Pause und dann am nächsten Tag gesagt bekommt man könnte wieder nach Hause gehen weil nicht viel zu tun ist. Das hat mich sehr schockiert und ich bin jetzt leider nicht mehr so überzeugt von der Firma. Ich habe mich dann aber auch gefragt ob das so rechtlich in Ordnung ist, dass der Chef jemanden einfach freistellt und am nächsten Tag verlangt 3, 4 Stunden mehr zu arbeiten.

  8. #7
    Status: Arbeitnehmer Array Avatar von Opel-Admiral
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Nehme dir den Arbeitsvertrag mit und lese ihn dir erstmal aufmerksam durch. Solche Sachen müssen drin stehen, und es muss auch genau geregelt sein, wie das vergolten wird, wie die Pausen liegen etc. Dafür gibt es ja auch rechtliche Rahmenbedingungen, die du zum großen Teil auch hier im Forum findest.

  9. #8
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Hallo Cheesecake,
    das was Du hier beschreibst, klingt ja wie der Kasseneinsatz bei Aldi oder Lidl. Das mit der Arbeitszeit ist ein umfangreiches Themenfeld. Ich möchte mal der Reihe nach auf bröseln, was geht und was nicht. Und zum Schluss noch meine Betrachtungsweise schildern.

    Das Nachweisgesetz verlangt, dass spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Arbeitsbeginn die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen sind. Unter § 2 Abs. 1 Ziffer 7 NachwG gilt lediglich die Aufnahme der vereinbarten Arbeitszeit. Eine nähere Definition ist dem Gesetz nicht zu entnehmen.

    Gemäß § 3 Satz 1 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten, d.h. es gilt der gesetzliche Achtstundentag. Jedoch kann die tägliche Arbeitszeit kann gemäß § 3 Satz 2 ArbZG auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Darüber hinaus sind Arbeitszeiten, die über 10 Stunden hinausgehen, gesetzlich verboten.

    Zum Dritten hat der Arbeitgeber ein Direktionsrecht. Geregelt ist das Ganze in § 106 Gewerbeordnung. Danach kann der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung sowie Fragen der Ordnung und des Verhaltens im Betrieb nach billigem Ermessen bestimmen, soweit sie nicht durch Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind.
    Wenn es um die Weisungsmöglichkeiten des Arbeitgebers bei der Arbeitszeit geht, kommt es darauf an, was der Arbeitsvertrag festlegt. In den meisten Arbeitsverträgen wird nur die Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit fixiert. Fehlt es an einer genauen Regelung, kann der Arbeitgeber:
    • die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage ebenso festlegen und ändern wie die Lage der Arbeitszeit am jeweiligen Wochentag einschließlich der Pausen,
    • Schichtarbeit oder Bereitschaftsdienste einführen,
    • einen Wechsel von der Tag- zur Nachtschicht oder umgekehrt anordnen (selbst, wenn dadurch Nachtzuschläge wegfallen).

    Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat, so hat dieser bei der Arbeitszeit (§ 87 Abs. 1 Nr. 2, 3 BetrVG) hinsichtlich:

    • Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen,
    • der Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage sowie
    • der vorübergehenden Verkürzung oder Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit

    mitzubestimmen.

    Du siehst, es ist wichtig schon vor Aufnahme der Arbeit einen Arbeitsvertrag abzuschließen. Und dieser sollte so detailliert sein, wie es aus Deiner Sicht verhandelbar ist. Das gilt vor allem zu der Tätigkeit, die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Tage (auch Beginn und Ende gehören dazu), Regelung zu Überstunden und deren Vergütung. Natürlich gehören noch andere Dinge geregelt. Darüber möchte ich jedoch im Moment nicht näher eingehen. Ich hoffe, dass ich mit dieser Erläuterung helfen konnte.
    Bei den von mir gemachten Aussagen zu rechtlichen Sachverhalten, handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung sondern lediglich um meine persönliche Einschätzung zu der Sache. Konnte ich weiterhelfen und gefällt mein Beitrag, dann sollte der "gefällt mir, Danke" Button betätigt werden.

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    Cheesecake (17.03.2013), Opel-Admiral (18.03.2013)

  11. #9
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    Guten Tag.

    Danke Erdenmensch. Das hilft mir schon ganz gut glaube ich. Allein schon weil ich jetzt mal ein paar Regelungen kenne und nachlesen kann, die eingehalten werden müssen. Denn so wie ich das jetzt verstanden habe wäre es dann ja durchaus in Ordnung wenn der Arbeitgeber hin und wieder verlangt mehr zu arbeiten und dafür andere Tage freistellt. Es wäre aber nicht erlaubt wenn man ständig 11, 12 Stundentage hätte, richtig? Sollte ich wirklich einen Vertrag bekommen werde ich den definitiv erstmal richtig gut durchlesen und auch mit den Dingen, die du hier geschrieben hast vergleichen.

    Aber was ich mich jetzt noch frage sind zwei Dinge.
    Wenn ich mal annehme, dass der Vertrag dann Punkte enthält, die diesen Regelungen widersprechen. Was kann ich dann machen? Kann ich fordern, dass die geändert werden in dem ich mich auf die Gesetze berufe? Dann werden die aber wohl sagen, dass der Vertrag dann gar nicht zustande kommt, oder?
    Und das zweite ist wenn ich davon ausgehe das der Vertrag passt und ich dort anfangen würde und sich dann aber herausstellt, dass die Arbeitszeiten doch so sind wie weiter oben steht. Was kann man dann machen?

  12. #10
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    AW: Tagweise Freistellung erlaubt?

    zu Deinen Fragen:
    1. Sind im Arbeitsvertrag Elemente, die gegen geltendes Recht verstoßen, so sind diese nichtig. Der Arbeitsvertrag im Ganzen bleibt weiterhin gültig. Lediglich die Punkte, die nicht rechtrens sind, müssen neu verhandelt und schriftlich fixiert werden.
    2. anonym das Gewerbeaufsichtsamt informieren. Habe da während meiner Betriebsratszeit beste Erfahrungen sammeln können.

    Wenn sich die Geschäftsleitung weigert einen rechtskräftigen Vertrag abzuschließen, deutet das, zumindest für mich, darauf hin, dass hier permanent das Gesetz mit den Füssen getreten wird. ....und das auf dem Rücken der Beschäftigten.
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    Cheesecake (18.03.2013), Opel-Admiral (18.03.2013)

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