Minusstunden
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Thema: Minusstunden

  1. #1
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    Minusstunden

    Hallo,

    habe folgende Frage: Arbeitgeber möchte, dass wir unser o. k. dafür geben, dass er bei Auftragsmangel Minusstunden ohne Limit anordnen kann und diese am Ende des Beschäftigungsverhältnisses vom Gehalt abgezogen werden können, Die meisten von uns haben sogar nur befristete Verträge, so dass man dann, ohne die Möglichkeit diese Stunden nacharbeiten zu können, zuzahlen muss.

    Wenn man nicht unterschreibt, wird man wirklich genötigt, ist das rechtens.

    Mary Jane

  2. #2
    Status: keine Angabe Array Avatar von green
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    AW: Minusstunden

    Soweit ich weiß (sollte ich falsch liegen korrigiert mich hoffentlich jemand) darf ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter zu Minusstunden gar nicht zwingen. Demnach denke ich, dass er auch nicht von euch verlangen kann bzw. euch dazu nötigen kann in diese Vereinbarung einzuwilligen. Habt ihr einen Betriebsrat? Dann würde ich das mal mit dem besprechen.
    ... that divides me somewhere in my mind ...

  3. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei green für diesen nützlichen Beitrag:

    maryjane (12.08.2012)

  4. #3
    Status: Arbeitnehmer Array
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    AW: Minusstunden

    Zitat Zitat von green Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß (sollte ich falsch liegen korrigiert mich hoffentlich jemand) darf ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter zu Minusstunden gar nicht zwingen. Demnach denke ich, dass er auch nicht von euch verlangen kann bzw. euch dazu nötigen kann in diese Vereinbarung einzuwilligen. Habt ihr einen Betriebsrat? Dann würde ich das mal mit dem besprechen.
    Nein, einen Betriebsrat haben wir nicht. Aber da es bei uns wegen einer neuen Arbeitsrichtlinie (Minusstunden ist ein Punkt davon) gärt, möchte man das wahrscheinlich so schnell wie möglich vom Tisch haben.

    Mary Jane

  5. #4
    Status: Restaurantbesitzerin Array Avatar von Rania
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    AW: Minusstunden

    Was sind das denn für bizarre Vereinbarungen die hier getroffen werden sollen?
    Soviel ich weiß darf ein Arbeitgeber nicht so ohne Weiteres das Gehalt kürzen, wenn kein Arbeitszeitkonto besteht.
    Es gibt ein Urteil aus 2011, vielleicht hilft dir das weiter?!

    Quelle
    Dat Wasser vun Kölle es jot...

  6. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Rania für diesen nützlichen Beitrag:

    maryjane (12.08.2012)

  7. #5
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    AW: Minusstunden

    Ich kann mir auch nur Vorstellen das sowas nur in Ausnahmesituationen möglich ist (siehe Kurzarbeit) aber wenn der Betrieb nur seine Kosten senken will dann kann ich mir das nicht Vorstellen. Sowas kann man mit Sklaven machen aber die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.
    Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben...
    Marc Aurel

  8. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Spoon für diesen nützlichen Beitrag:

    maryjane (12.08.2012)

  9. #6
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    AW: Minusstunden

    Hallo,

    ja ein Arbeitszeitkonto soll ja ebenfalls in dieser neuen Richtlinie vereinbart werden, dass kann dann jährlich mit -40 Stunden belastet werden (auch mit Minusstunden, die der AN zu verantworten hat, die würde ich beim Ausscheiden ja auch zahlen). Der nächste Satz ist dann, der AG behält sich vor wegen Auftragmangels die Minusstunden zu erhöhen (ohne Limit).

    Meine Frage, warum man denn in einem solchen Fall nicht Kurzarbeit anmeldet, wurde freundlich mit den Worten, machen wir ja denn auch beantwortet. Steht aber nirgends.

    Ich mag so etwas nicht unterschreiben. Ich glaube ich sollte zum Rechtsanwalt.

    Trotzdem bin ich für jede Antwort dankbar.

    Mary Jane

  10. #7
    Status: Büroangestellter Array Avatar von zebrafink
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    AW: Minusstunden

    Zitat Zitat von maryjane Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Ich mag so etwas nicht unterschreiben. Ich glaube ich sollte zum Rechtsanwalt.

    Trotzdem bin ich für jede Antwort dankbar.

    Mary Jane
    Das würde ich dir auch empfehlen. Und du solletst auch deinen Kollegen sagen, dass sie sich es zweimal überlegen sollen, so etwas zu unterschreiben. Vielleicht kannst du mal zur Rechtsbeihilfe gehen, die werden dir da sicher weiterhelfen. Das ist eine ernste sache!

  11. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei zebrafink für diesen nützlichen Beitrag:

    maryjane (12.08.2012)

  12. #8
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    AW: Minusstunden

    Ja, wenn ihr keinen Betriebsrat habt, würde ich da glaube ich auch mal den Rat eines Anwalts einholen. So weißt du dann wenigsens definitiv was du musst und was nicht und hast etwas in der Hand für den Fall, dass du nicht unterschreibst. Denn das ist eben bei sowas immer etwas problematisch. Man muss vielleicht nicht unterschreiben, aber was kommt auf einen zu, wenn man wirklich nicht unterschreibt... Da ist es sicher nciht verkehrt, wenn man auch eine gute Begründung vorweisen kann warum man nicht unterschreiben wird.
    ... that divides me somewhere in my mind ...

  13. #9
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Minusstunden

    Hier wird eindeutig das Unternehmerrisiko auf die Beschäftigten abgewälzt. Hier stellt sich die Frage ob und inwieweit ein solcher Zusatz zum Arbeitsvertrag sittenwidrig ist. Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitnehmer zu beschäftigen. Ist er dazu nicht in der Lage, hat er trotzdem den Lohn/Gehalt für die volle Arbeitszeit zu zahlen (Rechtsausdruck: Lohn ohne Arbeit). Um die zu umgehen führen die Unternehmer seit Jahren Zeitkonten mit Minusstundenregelung rafiniertester Art ein. Unbegrenzte Minusstunden sind meines erachtens sittenwidrig, da der Arbeitnehmer nicht in der Lage ist, diese nachzuarbeiten. Und nach dem Motto: Na ja, dann bezahle ich halt die Minusstunden. Was ist, wenn in einem solchen Konto 522 Minusstunden (3 Monate bei 8Stundentag) aufgelaufen sind. Wer hat das Geld denn übrig, wenn die Kündigung erfolgt ist.
    Zusätzlich ist eine solche vereinbarung in jedem einzelnen Arbeitsvertrag als Zusatzregelung zu vereinbaren. Gesetzlich besteht kein Zwang dies zu unterschreiben. Auch wenn Druck seitens des Arbeitgebers ausgeübt wird.

    Wir hatten auch eine solche Regelung, die ich als betriebsrat mit verhandelt habe. Hier mal ein paar eckpunkte zum Nachdenken:
    1. Zeitkonten richten sich nach dem kalenderjahr
    2. Möglich sind 174 Plusstunden und 24 Minusstunden
    3. Am 31.12. ist das zeitkonto Null. Plusstunden sind auszuzahlen. Minusstunden verfallen zu Lasten des Arbeitgebers.
    4. Minusstunden sind bei personenbedingten Kündigungen zurückzuzahlen.
    5. Eine sogenannte Ampelregelung dient als Kontrolle, und zwar:
    5.1 Bei 100 Plusstunden hat ein Mitarbeitergesprächstatt zu finden, bei dem der Abbau der Stunden festgelegt wird. Hierbei haben betriebsbedingte Sachverhalte Vorrang.
    5.2 Ab 150 Plusstunden kann der Arbeitnehmer den Abbau der Plusstunden verlangen. Hierbei können 80 Stunden am Block genommen werden. Private Sachverhalte haben Vorrang.
    5.3 In der Zeit vom 01. - 15. September ist in einem Mitarbeitergespräch zu regeln, wie die bisher angefallenen Minusstunden abzubauen sind.
    5.3 Fallen im Monat Dezember Minusstunden an, so gilt die Regelung: Eine Übertragung der Minusstunden auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung mussen die Minusstunden in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs abgebaut werden.

    Ich hoffe, dass ich zu dem Thema was beitragen konnte.

  14. die folgenden 2 Benutzerbedanken sich bei Erdenmensch für den nützlichen Beitrag:

    District 9 (13.08.2012), maryjane (13.08.2012)

  15. #10
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    AW: Minusstunden

    Hier wird eindeutig das Unternehmerrisiko auf die Beschäftigten abgewälzt. Hier stellt sich die Frage ob und inwieweit ein solcher Zusatz zum Arbeitsvertrag sittenwidrig ist. Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitnehmer zu beschäftigen. Ist er dazu nicht in der Lage, hat er trotzdem den Lohn/Gehalt für die volle Arbeitszeit zu zahlen (Rechtsausdruck: Lohn ohne Arbeit). Um die zu umgehen führen die Unternehmer seit Jahren Zeitkonten mit Minusstundenregelung rafiniertester Art ein. Unbegrenzte Minusstunden sind meines erachtens sittenwidrig, da der Arbeitnehmer nicht in der Lage ist, diese nachzuarbeiten. Und nach dem Motto: Na ja, dann bezahle ich halt die Minusstunden. Was ist, wenn in einem solchen Konto 522 Minusstunden (3 Monate bei 8Stundentag) aufgelaufen sind. Wer hat das Geld denn übrig, wenn die Kündigung erfolgt ist.
    Zusätzlich ist eine solche vereinbarung in jedem einzelnen Arbeitsvertrag als Zusatzregelung zu vereinbaren. Gesetzlich besteht kein Zwang dies zu unterschreiben. Auch wenn Druck seitens des Arbeitgebers ausgeübt wird.
    Sehr gut @ Erdenmensch!

    Ich würde auch sagen: Den Vertrag nicht unterschreiben!!! - Man unschreibt nur etwas, womit man auch einverstanden ist!
    Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. (Konfuzius)

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