Haftung als Aushilfe
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Thema: Haftung als Aushilfe

  1. #1
    Status: Aushilfe Array
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    Haftung als Aushilfe

    Guten Tag zusammen. Ich arbeite als Aushilfe in einem Kiosk. Mit mir sind noch vier weitere Aushilfen dort am arbeiten. Ich bin noch ganz neu, arbeite dort erst seit 1 1/2 Monaten.
    Wir arbeiten bei unserer Schicht immer alleine. Ich muß dann auch alleine Kassenabrechnung machen und das Geld dann in einen Tresor legen, mit dem Kassenstreifen dran.
    Mein Verlobter sprach mich letztens darauf an, wie das mit der Haftung wäre, wenn zum Beispiel Geld fehlt und ob da Inventur gemacht wird. Ich wußte keine Antwort darauf und habe gestern meinen Chef gefragt. Der meinte, es gäbe einmal im Jahr eine Inventur. Wenn mir Geld in der Kasse fehlt, kleinere Beträge wäre das nicht so tragisch.
    Mein Verlobter meinte nun das ich nicht so gut abgesichert sei, der Chef könnte mich schließlich für alles haftbar machen. Jetzt bin ich völlig durcheinander! Muß ich denn als Aushilfe für alles haften? Was mache ich denn jetzt am besten?
    Lg

  2. #2
    Status: keine Angabe Array
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Theoretisch kann sich jeder am Warenbestand vergreifen, ohne das der andere das merkt. Das zeigt sich dann hinterher bei der Inventur. Nur wen will man dafür haftbar machen, wenn gleich fünf Leute alleine in einem Laden arbeiten?

  3. #3
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Ich denke mal das wird davon abhängen wie viel fehlt und wie oft, mit der Ware kann er dich bestimmt nicht Haftbar machen da er ja nicht mit Sicherheit sagen kann wer was entwendet hat.
    Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben...
    Marc Aurel

  4. #4
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Liebe Michi
    Ich würde deinem Chef mal den Hinweis geben, dass er sich auf diese Weise ein Eigentor schießt. Er lädt auf eine gewisse Weise die Mitarbeiter ein, krumme Geschäfte zu machen oder das ganze Eis selbst aufzuessen, dass sie verkaufen sollten (bei der Hitze zumindest verständlich).

    Wenn einer oder zwei der Mitarbeiter nun Ware entnehmen, dann steht die ganze Belegschaft unter Generalverdacht. Ich bin mir sicher, dass der Chef seinen Mitarbeitern vertraut, aber umso heftiger wird es ihn dann umwerfen, wenn doch mal etwas nicht ganz koscher ist.
    „Wer eine Hühnerfarm leitet, muss nicht selbst Eier legen können.“
    (Oswald Neuberger)

  5. #5
    Status: Aushilfe Array
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Guten Tag, da bin ich wieder.
    Na gut wenn ich das also richtig verstehe, dann kann mich der Chef niemals haftbar machen, ok.
    Aber was wäre denn wenn er es trotzdem versuchen würde?
    Also mir ist wirklich nicht wohl bei dem Gedanken, wenn ich überlege ich würde unter Generalverdacht stehen.
    Meine Kollegen und Kolleginnen kenne ich überhaupt noch gar nicht genau. Also kann ich auch schlecht etwas abschätzen.

    Was für ein Eigentor ist das denn und wie oder was soll ich den meinem Chef sagen?

    Lg

  6. #6
    Status: keine Angabe Array Avatar von Nachtfalter
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Einmal im Jahr Inventur? Immer zu Saisonanfang oder wie? Und dann am Ende auch?
    Ich habe das Gefühl, dass deinem Chef gar nicht so sonderlich viel an korrekter Geschäftsführung gelegen ist.
    Ich liebe mein neues I-Pad

  7. #7
    Status: keine Angabe Array Avatar von green
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Wenn nur einmal im Jahr Inventur gemacht wird, wie werden dann dort Bestellungen gemacht? Der Chef muss doch im Blick haben, wie viel von allen Waren noch da ist um zu wissen wann er was bestellen muss?! Oder macht er das immer so wie er gerade denkt?
    ... that divides me somewhere in my mind ...

  8. #8
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Hallo Michi,
    willkommen im Forum. Ich kann Dich beruhigen. Im Arbeitsrecht hat sich aufgrund vieler Rechtsprozesse die Arbeitnehmerhaftung entwickelt. Diese wird von den Arbeitsgerichten jeglicher Instanz angewendet.

    Du haftest dem Arbeitgeber im allgemeinen unter den gleichen Voraussetzungen auf Schadensersatz, unter denen umgekehrt auch der Arbeitgeber Dir gegenüber auf Schadenersatz haftet.
    Du mußt nämlich


    1. gegen Deine rechtlichen Pflichten verstoßen haben,
    2. dadurch einen Schaden verursacht haben, und
    3. den Pflichtverstoß vorsätzlich oder fahrlässig begangen haben.


    Ich schreibe hier in der Form von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, damit Du nachvollziehen kannst, wie sich aufgrund von Rechtsprechung die Arbeitnehmerhaftung geprägt ist. Da man als Arbeitnehmer auf Anweisung seines Arbeitgebers tätig wird und daher im Regelfall keinen Einfluß auf die betrieblichen Abläufe und Gefahren hat, und weil man außerdem typischerweise nicht in der Lage ist, mit seinem Arbeitsverdienst die oft hohen Verluste bei betrieblichen Schadensfällen auszugleichen, begrenzt die Rechtsprechung die Pflicht des Arbeitnehmers zum Schadensersatz gegenüber dem "allgemeinen Zivilrecht" ganz erheblich.
    Konkret gelten für alle Schäden des Arbeitgebers, die ein Arbeitnehmer durch eine betrieblich veranlaßte Tätigkeit rechtswidrig verursacht, die folgenden Haftungsregeln:


    1. Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer in der Regel voll, d.h. er haftet auf Ersatz des gesamten Schadens.
    2. Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt.
    3. Bei leichtester Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer gar nicht.

    Besondere Umstände des Einzelfalls, die zu einer Entlastung des Arbeitnehmers führen können, sind zum Beispiel
    • die objektive Gefährlichkeit der Arbeit(ihre "Gefahrgeneigtheit"),
    • die Höhe des Schadens,
    • die Vergütung des Arbeitnehmers (die eine Risikoprämie enthalten kann),
    • die Stellung des Arbeitnehmers in der Betriebshierarchie,
    • die Möglichkeit des Arbeitgebers, dem Schaden durch eine Versicherung vorzubeugen,
    • der bisherige Verlauf des Arbeitsverhältnisses (wie hat der Arbeitnehmer bisher gearbeitet?).

    Alle diese Umstände können im Einzelfall eine Herabsetzung des vom Arbeitnehmer zu tragenden Anteils am Schaden zur Folge haben; bis hin zur vollen Entlastung. Und hier kommt im speziellen die Funktion der Kassenbedienung, Kassenprüfung und Kassensicherung zum tragen.

    Üblicherweise wird bei Kassenpersonal eine Mankohaftung vereinbart. Diese ist meist im Arbeitsvertrag zu finden und sagt aus, dass der Arbeitnehmer Fehlbestände, die einen festgelegten Betrag überschreiten, zu ersetzen hat. Dies setzt jedoch voraus, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine angemessene wirtschaftliche Kompensation, das Mankogeld, gewährt. Auch auf die Mankohaftung finden grundsätzlichdie Grundsätze des innerbetrieblichen Schadensausgleichs (siehe oben beschriebenes) Anwendung.


    Also, wie Du lesen kannst, gibt es arbeitsrechtliche Regelungen. Die Arbeitnehmerhaftung hat auch Gültigkeit, wenn kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt. Die Mankohaftung hingegen muss in Schriftform vorliegen und von beiden Parteien unterzeichnet sein. Die eingeschränkte rechtliche Zulässigkeit von Mankoabreden schafft den Gerichten die Möglichkeit, sowohl Einzelverträge als auch Betriebsvereinbarungen, die in diesem Bereich häufig anzutreffen sind, einer wirksamen Rechtskontrolle zu unterziehen.

  9. die folgenden 3 Benutzerbedanken sich bei Erdenmensch für den nützlichen Beitrag:

    lookalike (06.07.2012), Michi (11.08.2012), Terrier (09.07.2012)

  10. #9
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
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    AW: Haftung als Aushilfe

    Hallo Erdenmensch
    Ich muss zu geben in all den Jahren habe ich mich noch nie intensiv mit dem Thema beschäftigt und danke dir deshalb für deine wie immer vortreffliche Auskunft.

    Kurz eine Frage hinzu: Gibt es Versicherungen für Arbeitgeber, die diese Haftungen auffangen? Grade wenn die Höhe des Schadens dafür sorgt, dass der Arbeitnehmer nicht haften muss kann ich mir vorstellen, dass es Haftpflichtversicherungen geben muss?

    Man stelle sich vor ein Mitarbeiter im Außendienst beschädigt irgendetwas bei einer Montage...
    „Wer eine Hühnerfarm leitet, muss nicht selbst Eier legen können.“
    (Oswald Neuberger)

  11. #10
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    AW: Haftung als Aushilfe

    @Physicus: Es gibt Versicherungen, die in diesem Sektor tätig sind. Hier mal ein Info-Link: Arbeitgeberhaftpflichtversicherung

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