Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis - Seite 2
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Thema: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

  1. #11
    Status: keine Angabe Array Avatar von District 9
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Mensch Erdenmensch, ich bin mir sicher Birdy hätte am liebsten doppelt Danke gedrückt - genau wie ich. Absolut genial und sehr nett von dir, Zeit und Mühe zu investieren!

  2. #12
    Status: Arbeitnehmer Array
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank für euer Interesse und die sehr nützlichen Hinweise und Tipps. Ich freue mich über so viele verschiedene Eindrücke und gehe auch gerne näher darauf ein:

    @ Prostan
    Herzlichen Dank!
    Deine ausführliche und kompetente Antwort ist sehr aufschlussreich für mich!
    An Hand deiner Beschreibung konnte ich sehr gut erkennen, wo es nach deiner Auffassung "hakt". Deine Anmerkungen sind vollständig deckungsgleich mit meinen ersten Eindrücken.
    Von dir aus hast du das Verhältnis zum Arbeitgeber angesprochen, was mir zeigt, dass Außenstehende beim Lesen des Dokumentes sehr leicht erkennen können, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, bzw. war.
    In der Tat gab es Probleme. Ich war - auch nach Meinung eines Anwalts - eineinhalb Jahre lang Mobbingsituationen durch Vorgesetzte ausgesetzt, und die letzte Zeit war von Missverständnissen und nie geklärten Auseinandersetzungen geprägt.
    Um so wichtiger ist es mir, dieses Zeugnis prüfen zu lassen.
    Dein Beitrag bestätigt mich, wie gesagt, sehr in meinem Eindruck und bringt mir darüber hinaus noch weitere Impulse.

    @ skars
    Danke für deinen Hinweis auf den unglücklich formulierten Satz. Mir erscheint er auch etwas schräg und "doppelt gemoppelt".
    Ich bin überrascht über die Noteneinschätzung, denn ich hätte das Zeugnis wesentlich schlechter eingestuft (3 - in etwa).
    Wer weiß... vielleicht sehe ich das Ganze doch ein wenig zu schwarz ;) Ich halte dich/ euch auf dem Laufenden bezüglich des Gutachtens.
    Sicher wird das spannend.

    @ Erdenmensch
    Herzlichen Dank, dass ich/ wir so von deinem Wissen profitieren darf/ dürfen, und dafür, dass du dir solche Mühe gegeben hast!
    Ich merke, dass du sehr fit in dem Bereich der Dokumentausstellung bist, und mit so einer differenzierten und detaillierten Antwort hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
    Auch aus meiner Sicht fallen die von dir deutlich beschriebenen Aspekte (negativ) auf und stören die positiven Aussagen in diesem Dokument empfindlich. Was zuvor aufgewertet wurde, wird z. T. durch Tilgungen oder Generalisierungen wieder zunichte gemacht.
    Mich stört auch die Formulierung der "ruhigen Ausstrahlung" meinerseits. Zum Einen ist die schon Jahre her ;)... und zum Anderen fürchte ich wie eine wandelnde Valium betrachtet werden zu können. Ich denke auch, dass es treffendere Eigenschaften für mich gibt, die mein Wesen beschreiben. Wie dir, fehlt auch mir die erwähnte Fachkompetenz.
    Berücksichtigt wurden außerdem keine Fortbildungen, und auch nicht die Zusatzausbildung, die von meinem Arbeitgeber finanziert wurde. Ich durfte die Inhalte zwar später nicht anwenden, doch das ändert - nach meinem Ermessen - nichts an der Tatsache, dass ich diese Qualifikation nun einmal habe.
    Danke auch für deine Notenbezogene Einschätzung. Ich bin auch sehr gespannt, wie der/ die Gutachter (es ist wohl ein ganzes Team) das Dokument einstufen werden und gebe auf jeden Fall eine Rückmeldung.

    @ zebrafink
    Von Vögelchen zu Fink:
    Du bist wirklich unermüdlich Das ist rührend!
    Ja, die Fehler werde ich markieren.
    Die vielen nützlichen Tipps hier und die des Gutachters werde ich nutzen, um eine eigene Vorlage zu formulieren, die ich der FB vorlegen werde. Mit fachkundiger Unterstützung traue ich mir schon zu, ein Zeugnis zu schreiben. Mir sind auch vorher schon viele Dinge aufgefallen, die von euch angesprochen wurden.
    Mein Dokument werde ich aber auch gegenlesen lassen; dafür ist mir die Sache einfach zu wichtig.

    @ Kreuzkoenig
    Danke für dein feedback!
    Ja, auf mich wirkt das Ganze auch "abgehackt" und nicht "flüssig". Mir erscheint es, als hätten mindestens drei verschiedene Leute daran geschrieben (und keiner von denen wusste dabei, was der andere tut ;)).
    Gut möglich, dass hier tatsächlich Auszüge aus anderen Zeugnissen miteinander gemixt wurden. Würde in diesem Zeugnis nicht hin und wieder mein Name erwähnt werden, würde ich überhaupt nicht merken, dass hier von MIR die Rede ist

    Das Zeugnis ist gestern an das Gutachterteam gegangen; ich halte euch mit den Ergebnissen gerne auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße,

    Birdy

  3. #13
    Status: keine Angabe Array Avatar von skars
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Zitat Zitat von Birdy Beitrag anzeigen
    @ skars
    Danke für deinen Hinweis auf den unglücklich formulierten Satz. Mir erscheint er auch etwas schräg und "doppelt gemoppelt".
    Ich bin überrascht über die Noteneinschätzung, denn ich hätte das Zeugnis wesentlich schlechter eingestuft (3 - in etwa).
    Wer weiß... vielleicht sehe ich das Ganze doch ein wenig zu schwarz ;) Ich halte dich/ euch auf dem Laufenden bezüglich des Gutachtens.
    Sicher wird das spannend.
    Also, ich muss sagen, nachdem ich jetzt die detaillierten Ausführungen von Erdenmensch gelesen habe, würde ich es vermutlich doch auch anders bewerten. Was er geschrieben hat leuchtet ein. Ich finde es jetzt nicht unterirdisch schlecht, aber ich glaube meine Noteneinschätzung war wohl doch etwas zu optimistisch. Ich bin da eben auch kein Experte. Umso interessanter war es für mich das zu lesen und ich bin wirklich gespannt, was dann ein Gutachter dazu sagt.
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  4. #14
    Status: ausgewogen Direkt Array Avatar von Prostan
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Zitat Zitat von Birdy Beitrag anzeigen
    ...Das Zeugnis ist gestern an das Gutachterteam gegangen; ich halte euch mit den Ergebnissen gerne auf dem Laufenden.
    Ich gehe gleichfalls davon aus, dass der Gutachter dein Zeugnis nicht, wie von deinem AG versprochen, mit einem sehr gut bestätigen wird. Sollte er alle aufgeführten Punkte von Erdenmensch gleichfalls als stimmig betrachten und die, auch schon von mir erwähnten, im Zeugnis nicht aufgeführten Punkte, könnte sein Ergebnis sogar noch schlechter als eine Drei ausfallen, zumal fast noch zu jedem Zeugnispunkt ein Adjektiv bzw.ein Superlativ hätte verwendet werden können.

    Ich stimme zwar z.T. mit der Negativansicht von Erdenmensch überein,
    1) Frau Birdy war sehr gut in der Lage,.:
    2) Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie mit Interesse und Engagement
    3) und bereicherte die kollegiale Beratung durch ihre sehr guten Fachkenntnisse in unterschiedlichen Bereichen.:
    4) Bei den Kolleg/- innen war Frau Birdy sehr beliebt durch ihre positive und ruhige Ausstrahlung.:
    5a) Das Verhalten von Frau Birdy gegenüber ArbeitskollegInnen sowie unseren Klienten war stets einwandfrei
    5b) Auch in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten zeigte sich Frau Birdy zuverlässig, vertrauenswürdig und ergebnisorientiert
    jedoch sage ich:
    Zu Pkt 1. Alle Tätigkeiten, Verhaltensweisen etc. spielten sich natürlich in der Vergangenheit beim AG ab und so werden sie beschrieben. Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten werden in der Gegenwart beschrieben.
    Zu Pkt 2.hier hätte durchaus vorne, noch ein "ausserordentlich hohes" Engagement stehen können
    Zu Pkt 3. (bereicherte, ergänzte, erweiterterte). Ist Bereicherung so negativ? Dann ist es demnach negativ, wenn jemand eine Bereicherung für das ganze Team ist?
    Zu Pkt 4. Die fundierten Fachkenntnisse wurden ja schon hervor gehoben, waren die bei den Kollegen nicht vorhanden?
    u. Pkt 5. war ja schon klar herausgesellt, dass zuerst die Vorgesetzten benannt werden. Aber es sind schon MA gekündigt worden die Ergebnisorientiert gearbeitet haben, jedoch die Vertrauensbasis nicht gegeben war.

    Hier ist auch klar, wenn, wie es den Anschein hat, das Zeugnis per Generator erzeugt wurde, dieses Ergebnis entstanden ist. Nur, wenn dein AG dir ein sehr gutes Zeugnis versprochen hat, werden die wohl auf die Punkte des Gutachters eingehen. Bei einer Note zwei müssen sie es nicht und bei einer unberechtigten Drei, müssten sie dies begründen und dir bliebe, im schlimmsten Fall, nur der Klageweg.

    Bei der beschriebenen Borniertheit des ExAG, schätze ich die Sachlage nicht so positiv ein, hoffe jedoch das Beste. Die Sache bleibt wohl spannend.

  5. #15
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Ich finde es gut, dass auch Du nun erkennst, dass Deine 1,5-2-Bewwertung und eine Bewertung der Gesamtarbeitsleistung mit einem klaren sehr gut in diesem Fall noch kein gutes Zeugnis ausmachen.

    Allerdings vertrete ich immer noch die Meinung, dass die Änderungen des Arbeitszeugnisses mit dem Gutachter besprochen werden sollten.

    Bei einer Note zwei müssen sie es nicht und bei einer unberechtigten Drei, müssten sie dies begründen
    Diese Aussage ist so nicht ganz zutreffend. Es gibt zwar derzeit ein rechtskräftiges Urteil des Arbeitsgerichtes Berlin, jedoch ist dir herrschende Meinung (hier BAG) dahingehend, dass der Arbeitgeber nur dann die Darlegungs- und Beweislast bezüglich der Leistungen des Arbeitnehmers trägt, wenn er diese Leistungen als unterdurchschnittlich bewertet hat. Diese Rechtsprechung läuft darauf hinaus, dass der Arbeitgeber "auf der sicheren Seite" ist, wenn er ein Zeugnis mit der Note "befriedigend" ausstellt, da in diesem Falle der Arbeitnehmer beweispflichtig ist: Nicht etwa muß der Arbeitgeber darlegen und beweisen, dass seine durchschnittliche Bewertung richtig ist, sondern vielmehr der Kläger das Gericht davon überzeugen, dass Leistungen erbracht worden sind, die die Note "gut" oder "sehr gut" rechtfertigen.

    Während meiner praktischen Erfahrung zum Thema Arbeitszeugnis, konnten wir uns, bis auf einen Fall, außergerichtlich einigen.
    Geändert von Erdenmensch (03.06.2013 um 23:42 Uhr)
    Bei den von mir gemachten Aussagen zu rechtlichen Sachverhalten, handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung sondern lediglich um meine persönliche Einschätzung zu der Sache. Konnte ich weiterhelfen und gefällt mein Beitrag, dann sollte der "gefällt mir, Danke" Button betätigt werden.

  6. #16
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Hi Birdy! Freut mich, wenn ich dich ermutigen konnte. Das ist mir wirklich wichtig - und mir ist auch aufgefallen, dass ich mit solchen Arbeitszeugnissen zu wenig Erfahrung habe. Prostan und Erdenmensch diskutieren hier auf einem ganz anderen Niveau, wofür ich sehr dankbar bin. Es macht mich einfach ein bisschen nachdenklich, denn sicher: Ich habe in meinem Leben erst zwei Arbeitszeugnisse ausgestellt bekommen. Wenn es aber wider Erwarten wirklich einmal so sein sollte, dass ich eins brauche, dann ist es gleich sehr wichtig und ich habe viel zu wenig Ahnung davon... Super, dass du mich nachdenklich gemacht hast.

    Super auch, dass du nicht einfach deinem eigenen Misstrauen oder sonstigen eigenen Meinungen gehorchst, die ja beim Scheiden aus einer Firma immer mit reinspielen, sondern dich hier und andernorts objektiv beraten lässt. Sehr sinnvoll und hoffentlich auch gewinnbringend für dich. Daran sollten sich andere auch ein Beispiel nehmen.

  7. #17
    Status: ausgewogen Direkt Array Avatar von Prostan
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Zitat Zitat von Erdenmensch Beitrag anzeigen
    Ich finde es gut, dass auch Du nun erkennst, dass Deine 1,5-2-Bewwertung und eine Bewertung der Gesamtarbeitsleistung mit einem klaren sehr gut in diesem Fall noch kein gutes Zeugnis ausmachen.
    Allerdings vertrete ich immer noch die Meinung, dass die Änderungen des Arbeitszeugnisses mit dem Gutachter besprochen werden sollten.
    Was die Gesamtbeurteilung des Arbeitszeugnisses betrifft, habe ich diese, weil man es beim besten Willen, nicht so sehen kann, mit einem sehr gut betrachtet. Dies habe ich speziell auf die Gesamtbeurteilung der Arbeitsleistung, seitens des AGs, so betrachtet, Die Zeugnisgesamtbeurteilung ist meiner Ansicht nach, nur Note 1,5 - 2.0. Sollte der Arbeitgeber hier absichtlich inhaltliche Angaben unterschlagen haben, ist es sogar nur 2-. Somit lägen wir mit deiner 3+ garnicht soweit auseinander.

    Gleichfalls bin ich mit dir der gleichen Ansicht, mit dem gestärkten Hintergrund eines Gutachtens, den AG erneut anzusprechen ohne, schon taktisch bedingt, sofort das Gutachten zu erwähnen. Denn, so schätze ich es ein, es dürfte wohl kein einfache Sache werden, auch wenn ich mir das für Birdy wünsche.

  8. #18
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Hallo ihr Lieben,

    vorab mein ganz herzliches Danke schön für eure Beteiligung und die rege Diskussion, von der ich sehr profitiere!!!
    Inzwischen ist das Gutachten bei mir eingetroffen. Es umfasst fast 20 Seiten, die ich hier natürlich nicht in vollem Umfang hinein stellen kann.
    Ich habe die wesentlichen Punkte heraus gegriffen, damit ihr einen guten Einblick bekommt.

    Geprüft wurde:
    - Die äußere Form
    - Die Angaben zur Person
    - Die Erläuterungen zum Arbeitgeber
    - Positions- und Aufgabenbeschreibung
    - Beurteilung der Leistung und des Erfolges
    - Beurteilung des Sozialverhaltens
    - Schlussformel
    - Angemessene Zeugnisstruktur

    Im Gutachten heißt es:
    ÄUSSERE FORM
    Das Zeugnis ist auffällig, da es nicht auf einem Firmenbriefbogen mit Logo und Unternehmensadresse für die erste Zeugnisseite ausgestellt wurde. Dabei sollte das Adressenfeld nicht ausgefüllt sein (dort stand meine vollständige Adresse).
    Für die zweite Seite wird üblicherweise ein Firmenbriefbogen mit Logo, aber ohne Anschrift verwendet....
    Die Unterschrift des Zeugnisaustellers ist nicht in Ordnung; es fehlt ein Firmenstempel sowie die üblicherweise zweite Unterschrift des Direktors. Vertretungsvollmachten müssen bei der Unterschrift durch Zusätze wie i.V. oder ppa. (nicht i. A.) gekennzeichnet sein und durch Positionsangaben ersichtlich sein.
    Es ist absolut unüblich, ein Zeugnis im Geschäftsbriefformat zu erstellen und eine Empfängeradresse zu verwenden. Dies setzt die Qualität des Zeugnisses herab, da vermutet werden muss, dass der Aussteller nicht kompetent in der Zeugnisausstellung ist.
    Ihr Zeugnis enthält darüber hinaus offensichtliche Tipp- Fehler, bzw. stilistische Mängel. Dies ist negativ zu bewerten, da man häufig davon ausgeht, dass Sie dem Aussteller die Mühe nicht wert waren, sorgfältig ein ordentliches Zeugnis auszustellen.
    (Bemängelt wurde auch ausführlich die falsche Formatierung; Rechtschreibfehler wurden aufgeführt).
    Zusammenfassung:
    Ihr Zeugnis erfüllt formal nicht alle Kriterien eines qualifizierten Zeugnisses und lässt vermuten, dass es dem Aussteller hier an Kompetenz mangelt, er Zeugnisse als lästige Pflicht erachtet oder dass Sie ihm eine angemessene Mühe nicht wert waren.

    ANGABEN ZUR PERSON
    ... sind komplett

    ERLÄUTERUNGEN ZUM ARBEITGEBER
    Korrekt, aber im Vergleich zum Beurteilungstext sehr lang, was den Eindruck verstärkt, dass der Aussteller kein gutes Verhältnis zur Arbeitnehmerin hatte.

    POSITIONS- UND AUFGABENBESCHREIBUNG
    Korrekt und ausführlich

    BEURTEILUNG DER LEISTUNGSERFOLGE
    Ihre Fachkenntnisse sind erwähnt und positiv bewertet.
    Formulierungen wie "konnte ihre fundierten Fachkenntnisse flexibel und situationsgerecht im Umgang mit den Eltern und Kindern umsetzen" (...weitere Beispiele) stehen für die Note "Gut".
    Wenn Sie die Bewertung auf die Note "Sehr gut" verbessern wollen, müssten weitere Temporaladverbien (stets, jederzeit, immer) oder Adjektive (ausgezeichnet, sehr gut, äußerst...) eingesetzt werden.
    Ihre Arbeitsbefähigung ist angemessen erwähnt und sehr positiv bewertet (es folgen wieder Beispiele und der Hinweis auf mögliche Temporaladverbien sowie Adjektive).
    Ihre Arbeitsbereitschaft ist erwähnt, aber nicht eindeutig positiv bewertet. Formulierungen wie "die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie mit Interesse und Engagement" (weitere Beispiele folgen) stehen nur für die Note befriedigend (Es werden Vorschläge zur Umformulierung gemacht).
    Ihre Arbeitsweise ist angemessen erwähnt und positiv bewertet (...)
    Ihre Arbeitsergebnisse sind angemessen erwähnt und positiv bewertet (...)
    Ihr Zeugnis enthält keinerlei Angaben zu Weiterbildungen und sollte unbedingt in angemessenen Umfang ergänzt werden (Begründung folgt).
    Die Durchschnittsnote bei der Leistungsbeurteilung entspricht der Note 1,75

    BEURTEILUNG DES SOZIALVERHALTENS
    Ihre weitere soziale Kompetenz ist angemessen erwähnt und positiv bewertet.
    Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist erwähnt, aber sehr negativ bewertet. Die vertauschte Reihenfolge von Vorgesetzten und Kollegen kann als Hinweis auf Konflikte mit Vorgesetzten verstanden werden. Formulierungen wie die nachfolgende stehen nur für die Note "mangelhaft":
    "Das Verhalten von Frau Birdy gegenüber Arbeitskollegen sowie unseren Klienten war stets einwandfrei. Auch in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten zeigte sich Frau Birdy zuverlässig." (Es folgen Vorschläge für positive Formulierungen)
    Zwar wird das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen in Ihrem Zeugnis in verschiedenen Sätzen beurteilt; trotzdem hinterlassen die Formulierungen keinen so positiven Eindruck.
    Zusammenfassung/ Note Sozialverhalten: 3,0

    SCHLUSSFORMEL
    Die Beendigungs- bzw. Ausstellungsinitiative ist in Ihrem Zeugnis genannt und positiv zu bewerten. Die Formulierung steht für eine Initiative des Arbeitnehmers, das Unternehmen zu verlassen und ist damit unbedenklich für den weiteren Berufsweg.
    In Ihrem Zeugnis fehlt eine Dankes- und Bedauerungsformel. Dies ist sehr kritisch zu bewerten und steht für die Note "Mangelhaft". Dringend sollten Sie darauf hinwirken, dass Ihr Zeugnis um den entsprechenden Satz erweitert wird.
    Ihr Zeugnis enthält sehr positive Zukunftswünsche. Eine Formulierung wie "Der Verband XY wünscht Frau Birdy für ihre Zukunft alles Gute, Gottes Segen und weiterhin viel Erfolg" ist mit einem "Sehr gut" zu bewerten, welches durch das Hinzufügen guter privater Zukunftswünsche noch unterstrichen werden könnte.
    Gesamtnote/ Schlussformel daher: 3,0

    Für Ihr Zeugnis ergibt sich insgesamt folgende rechnerische Gesamtnote: 2,44

    Die Agentur weist noch darauf hin, dass ich unbedingt auf die Korrekturen der Mängel hinarbeiten soll; bei Fragen kann ich dort anrufen.
    Eine Ergänzung und Umformulierung wurde mit sehr ausführlichen Beispielen dringend emfohlen.

    Inzwischen habe ich das Zeugnis komplett überarbeitet, ergänzt und auf die Mängel hingewiesen. Den veränderten Text habe ich an die Fachbereichsleitung (die mir dieses Zeugnis ausgestellt hat) gesendet und warte nun auf Rückmeldung.

    Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick geben und der Text ist einigermaßen verständlich für euch.
    Wie gesagt, das Original ist sehr umfangreich, und hätte diesen Rahmen hier gesprengt.
    Wenn Ihr noch Fragen habt, beantworte ich sie aber gerne!

    Liebe Grüße und euch allen ein schönes Wochenende!
    Geändert von Birdy (08.06.2013 um 14:21 Uhr)

  9. #19
    Status: keine Angabe Array Avatar von skars
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Danke, dass du uns von dem Gutachten berichtest Birdy. Dass du hier die ganzen 20 Seiten nicht einstellen kannst, ist klar, aber ich glaube man bekommt so schon gut vermittelt worum es geht.

    Dass das Zeugnis noch nicht mal auf einem Firmenbriefbogen ausgestellt ist, sagt ja schon so einiges aus finde ich. Ansonsten scheint in dem Gutachten ja auch vieles zu stehen, dass auch hier von Erdenmensch, Prostan oder anderen auch schon angesprochen wurde.
    Was natürlich auch absolut stimmt ist das mit der nicht erwähnten Weiterbildung. Gerade wegen der hattest du ja den ganzen Stress wenn ich mich recht erinnere, oder?

    Ich denke man sieht, dass es definitiv der richtige Weg war das Zeugnis von einem Gutachter anschauen und bewerten zu lassen. Ich bin mal gespannt wie dein AG jetzt reagiert.
    Wir retten die Welt!

  10. #20
    Status: Arbeitnehmer Array
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    AW: Umgang mit unbefriedigendem Arbeitszeugnis

    Hallo skars and all,

    stimmt, das Gutachten beinhaltet viele Aspekte, die hier schon sehr professionell angesprochen wurden. Wahnsinn, wie hoch die Qualität in diesem Forum ist - ich kann da gar nicht genug danken!

    Ja, skars, wegen meiner Fortbildung kam der ganze Riesenstein ins rollen, und es wundert mich nicht, dass sich das Ganze in dem Zeugnis wieder spiegelt.Die Zusatzausbildung ist übrigens nicht die einzige Fortbildung, die ich in den 9 Jahren gemacht habe; und auch die anderen werden ja in keinster Weise erwähnt.
    Nichts desto trotz ist es eine Tatsache, dass sämtliche Weiterbildungen auf meine Tätigkeit als Erzieherin aufbauen und in engem Zusammenhang mit meiner Arbeit in der Jugendhilfe stehen. Es kann nicht angehen, dass ich in dieser Hinsicht abqualifiziert werde.

    Ob diese Aspekte "absichtlich" unter den Tisch gekehrt wurden oder es der Fachbereichsleitung schlicht und ergreifend an Kenntnissen in der Zeugnisausstellung fehlt, vermag ich natürlich nicht zu sagen.
    Ich warte die Reaktion jetzt einfach einmal ab und halte dich/ euch gerne auf dem Laufenden!

    Liebe Grüße,
    Birdy

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