Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz - Seite 2
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Thema: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

  1. #11
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Zitat Zitat von sn00py603 Beitrag anzeigen
    Mit dem trocken werden ist das ja kein Problem, wenn du dich da in einer Klinik befindest, wo du auch Regeln einhalten musst. Jetzt kommt es noch darauf an, ob du da hin geschickt wurdest, oder ob du von selbst, mehr oder weniger, da hin gegangen bist. Die größten Chancen hat derjenige, der freiwillig dahin geht, weil der schon von vornherein weiß, das er trocken werden will. Bei mir war es so, das meine Existenz bedroht war. D.h. mein Arbeitgeber hatte mir ja schon die Kündigung ausgesprochen. Unter der Prämisse eine Therapie zu machen, sollte ich meinen Arbeitsplatz behalten. Um das machen zu können, musste ich mich mit dem BR und der Firmeneigenen Sozialberatung auseinandersetzen. Da war dann letztendlich auch meine Entscheidung, eine Therapie zu machen. Das war ziemlich eng. Aber ich habe es geschafft.
    Ich will damit sagen, es gibt immer welche, die es nicht schaffen, weil sie den Überblick verloren haben und die Konsequenzen nicht sehen oder sehen wollen.
    Auch wenn es wie ein drastischer Schritt des vorherigen Chefs aussieht: Dass er dich gewissermaßen vor ein Ultimatum gestellt hat, war eigentlich das beste für dich, oder? Auf die Weise, so scheint es mir zumindest, fiel es dir wesentlich leichter, nicht nur den Therapiebeginn zu wagen, sondern es auch durchzuhalten.

    Ich muss eingestehen, dass bei uns (Metallbau) nach Feierabend auch schon mal mehr als nur ein Bierchen im Angestelltenraum fließt. Dein Thread bringt mich dazu, das mal ein bisschen zu hinterfragen und zu sehen, ob ich da nicht etwas zu freigiebig bin.
    „Wer eine Hühnerfarm leitet, muss nicht selbst Eier legen können.“
    (Oswald Neuberger)

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    sn00py603 (02.03.2013)

  3. #12
    Status: Frührentnerin Array Avatar von TanteTrude
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Ich finde es sehr schade, wenn andere Leute jemanden belächeln, auslachen oder gar Witze macht, wenn sich jemand
    entschließt keinen Alkohol mehr zu trinken.
    Oft sind es solche Leute, die selbst regelmäßig trinken. Wahrscheinlich wollen sie von ihrem eigenen Problem ablenken,
    denn wenn jemand täglich Alkohol trinkt, dann ist man nun mal Alkoholiker.
    Ich habe sehr großes Verständnis für Menschen, die in einen solchen Teufelskreislauf gelangen und versuchen, mit
    aller Macht dort wieder raus zu kommen. Es ist verdammt schwer und manche schaffen es gar nicht.
    Ich habe es bei einer Lehrerin, die eine gute Freundin von mir war erlebt, leider lebt sie nicht mehr.
    Sie war an einer Hauptschule beschäftigt und konnte den Stress nicht mehr bewältigen. Irgendwann hatte sie mir
    gebeichtet, das sie morgens schon etwas trinken muss, damit sie diesen ständigen Lärmpegel überstehen konnte.

    Snoopy mach weiter so! Und auf deine Frau kannst du stolz sein, denn sie hat dir (so wie ich das raus lesen konnte)
    deinen Rücken gestärkt.

    TanteTrude

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    sn00py603 (02.03.2013)

  5. #13
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Wenn man es so sieht, hast Du vermutlich Recht, Tante Trude. Wenn es schon an der Arbeit, auch nach Feierabend Alkohol ausgeteilt wird, auch noch Hochprozentiges zeigt es klar, dass sie dem Alkohol nicht abgeneigt sind. Regelmäßig nach Feierabend ist auch täglich... Vielleicht haben sie wegen sich selbst ein schlechtes Gewissen und stempeln ihn als "Spielverderber" ab. Dabei hat snoopy wohl den stärksten Charakter von allen.

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    sn00py603 (02.03.2013)

  7. #14
    Status: Elektroklempner Array Avatar von sn00py603
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Ich muss eingestehen, dass bei uns (Metallbau) nach Feierabend auch schon mal mehr als nur ein Bierchen im Angestelltenraum fließt. Dein Thread bringt mich dazu, das mal ein bisschen zu hinterfragen und zu sehen, ob ich da nicht etwas zu freigiebig bin.
    @Physicus: Ich möchte dir dazu folgendes sagen. Ich denke nicht, das du da irgendwo zu Freigiebig bist oder warst. Solange sich das "Feierabendbierchen" im gewissen Rahmen hält, ist dagegen nichts einzuwenden. Sollten aber deine Angestellten mit einem Fahrzeug, Auto, Motorad, Moped oder Fahrad nach Hause fahren, solltest du schon etwas vorsichtiger werden. Du solltest, vielleicht im Rahmen einer Arbeitssicherheitsschulung, denke ich mal, dieses Thema ansprechen, bzw. ansprechen lassen, von einem Fachmann. Ich denke, da könntest du dich an die BG wenden.

    Ich finde es sehr schade, wenn andere Leute jemanden belächeln, auslachen oder gar Witze macht, wenn sich jemand
    entschließt keinen Alkohol mehr zu trinken.
    Oft sind es solche Leute, die selbst regelmäßig trinken. Wahrscheinlich wollen sie von ihrem eigenen Problem ablenken,
    denn wenn jemand täglich Alkohol trinkt, dann ist man nun mal Alkoholiker.
    @Tante Trude, erstmal vielen Dank für deine lieben Worte.
    Du hast recht, mit dem was du sagst, das man belächelt wird. Als trockener Alkoholiker schwimmst du immer gegen einen Strom von Ignoranz, so dass es einem sehr sehr schwer gemacht wir aus dieser Strömung raus zu schwimmen. Dem einen Kollegen, dem ich mal vor den Kopf geknallt habe, dass, wenn er besoffen in der Ecke liegt, ich ihn nicht anfasse, sondern die Feuerwehr rufe war so einer. Am Tage, während der Arbeitszeit war er, weil er ja auch Kundenkontakt hatte, nüchtern. Nachmittags ab halb 5 wurde dann der Bierkasten geköpft. Und es blieb nicht nur bei 2 oder 3 Bierchen.


    Vielleicht haben sie wegen sich selbst ein schlechtes Gewissen und stempeln ihn als "Spielverderber" ab. Dabei hat snoopy wohl den stärksten Charakter von allen.
    @Bernhard: Das mit dem schlechten Gewissen kann gut sein, erstmal auf andere Zeigen und ich kann mich verstecken. Das kann passen.
    Ich muss euch hier an dieser Stelle gestehen, dass mein Charakter nicht unbedingt der stärkste ist. 4 Wochen nach meiner Therapie in den 90ern hatte ich, wie solles anders sein, einen Rückfall. Das war dann der Wendepunkt in meinem Leben, ich hatte da begriffen, das ich mit Alkohol nicht umgehen kann. Trotzdem hatte ich immernoch Problem mit mir selbst. Mangelndes Selbstvertrauen war das größte Problem. Die ständige Angst, irgendwo mit Alkohol in Berührung zu kommen kam dann noch erschwerend hinzu. Du bist in einem Teufelskreis und kommst da einfach nicht raus.Hilfe suchen? Wozu? Ich hatte ja meine Frau, die war dann der Prellbock. Das hätte ich nicht tun und zulassen dürfen. Ich war in einer vermeintlich Ausweglosen Situation, da wusste ich mir nicht besser zu Helfen, leider.
    Wer glaubt, das ein Bauleiter einen Bau leitet,
    der glaubt auch, das ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

  8. #15
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    sn00py603, erstmal möchte ich dir sagen, dass ich es wirklich klasse finde, dass du dein Problem in den Griff bekommen hast und jetzt schon so viele Jahre trocken bist! Super! Und meinen respekt, dass du so offen mit dem Thema umgehst! Das könnte nicht jeder.

    Was dir da passiert ist mit den Kommentaren usw. von Kollegen und Vorgesetzten ist wirklich ein Ding der Unmöglichkeit. Man sollte doch meinen, dass die Leute, die von so einem Problem wissen eher versuchen zu helfen statt noch Salz in die Wunde zu streuen. Umso besser find eich aber wie du damit umgegangen bist!

    Was ja auch noch ein wichtiger Punkt zu diesem Thema ist, ist wenn jemand an der Arbeit trinkt. Und damit meine ich jetzt nicht das Feierabendbier oder den Schnaps unter den Kollegen (obwohl ich das mit dem Schnaps ja auch schon ziemlich krass finde), sondern eben Alkoholiker, die auch auf Arbeit trinken. Wir hatten dazu mal ein Thema, ich habe es mal raus gesucht. Und erst kürzlich hat mir jemand erzählt, dass sie früher mal eine Kollegin hatte, die immer Mineralwasser auf Arbeit mit hatte, seltsamerweise die Flaschen aber nie gezischt haben beim öffnen. Bis mal irgendwann raus kam, dass in den Flaschen Wodka war. Das ist schon heftig und kann ja je nach Job durchaus auch wirklich gefährlich werden.

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    sn00py603 (04.03.2013)

  10. #16
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Da hast Du ja einiges durchgemacht. Was mich besonders beeindruckt ist, dass Du so ehrlich und offen mit dem Problem was Du hattest umgehen kannst. Vielleicht hilft es anderen in der Not, in sich in dieser schweren Situation befinden, es hier lesen. Trotz Rückfall wieder aufzustehen, das ist schon wirklich mehr als beachtenswert!

  11. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Kathi für diesen nützlichen Beitrag:

    sn00py603 (04.03.2013)

  12. #17
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Hallo Snoopy,

    Hut ab, hier ist also dein Thread zum Thema...:)
    Ich hatte dir ja schon per PN ein paar Zeilen geschrieben. Und auch an dieser Stelle möchte ich dir noch einmal sagen, dass ich deinen Umgang mit dem Alkoholismus wirklich klasse finde!

    Ich glaube, dass es äußerst schwierig ist, abstinent zu bleiben, wenn sogar am Arbeitsplatz das Trinken "zum guten Ton" gehört.
    Die Sprüche, die du von deinen Kollegen zu hören bekommen hast, sind für mich persönlich ein absolutes "No go"; d. h.: Ich käme niemals auf die Idee, solche Kommentare vom Stapel zu lassen.
    Andererseits glaube ich auch, dass Menschen wegen ihrer eigenen Unsicherheit (oder Unwissenheit?) so "seltsam" reagieren und/ oder vielleicht sogar von ihrem eigenen Konsum ablenken wollen. Und diejenigen, die es geschafft haben, trocken zu werden und zu bleiben, sind mehr oder weniger gezwungen, mit solchen Reaktionen klar zu kommen.
    Einen humorvollen Umgang (wie du ihn z. T. gezeigt hast) finde ich genial. Ich kann mir jedoch auch denken, dass du nicht immer in der entsprechenden Grundverfassung bist, um so gelassen und humorvoll auf (dämliche) Sprüche zu reagieren.

    Zu deiner momentanen beruflichen Situation fällt mir noch ein, dass ein beruflicher Neuanfang im Grunde die beste Chance ist, die es in dieser Situation gibt. Denn an deinem bisherigen Arbeitsplatz ist einfach zu viel vorgefallen, und es werden jede Menge Vorurteile vorhanden sein oder "olle Kamellen" ausgekramt werden. Damit täglich umgehen zu müssen, kostet jede Menge Energie.
    Ich wünsche dir, dass du an deinem neuen Arbeitsplatz auf unvoreingenommene Menschen triffst, die dich fachlich und persönlich schätzen und die nicht bei allem, was sie sagen und tun deine Krankheit in den Vordergrund stellen.
    Hast du denn schon Ideen, wie du zukünftig mit dem Thema umgehen wirst? Von Vorneherein mit offenen Karten spielen oder erst einmal abwarten?

    Liebe Grüße,
    Birdy

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  14. #18
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Dann auch von mir: Hut ab vor diesem Thema! Das so offen rauszulassen ist ganz schön mutig.

    Ich würde auf der neuen Arbeit erstmal schauen, wie das Thema gehandhabt wird. Bei uns in der Werkstatt zum Beispiel gilt auch absolutes Alkoholverbot, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei Elektrikern anders ist. Dass auf Baustellen oftmals ein anderer Tenor herrscht ist leider allgemein bekannt. Auf der neuen Arbeit würde ich erst sagen, dass man nicht trinkt, wen man eingeladen wird dazu. Wenn die Kollegen dann noch drauf beharren würde ich sogar erwähnen, dass man früher Alkoholiker war.

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    sn00py603 (04.03.2013)

  16. #19
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    erstmal möchte ich dir sagen, dass ich es wirklich klasse finde, dass du dein Problem in den Griff bekommen hast und jetzt schon so viele Jahre trocken bist! Super! Und meinen respekt, dass du so offen mit dem Thema umgehst! Das könnte nicht jeder.

    Was dir da passiert ist mit den Kommentaren usw. von Kollegen und Vorgesetzten ist wirklich ein Ding der Unmöglichkeit. Man sollte doch meinen, dass die Leute, die von so einem Problem wissen eher versuchen zu helfen statt noch Salz in die Wunde zu streuen. Umso besser find eich aber wie du damit umgegangen bist!
    Trocken werden und Trocken bleiben sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich habe in meinen Therapiezeiten mehrere Leute kennengelernt, die mehrere Versuche unternommen haben trocken zu bleiben. Es ist absolut nicht einfach. Die Verlockung zum Alkohol hat du ja an jeder Strassenecke. Die meisten erkennen dabei auch ihre eigenen Probleme nicht und können so nichts dagegen machen. Auf alle Fälle braucht so ein Mensch Hilfe. Aber diese Hilfe muss von Betroffenem zu Betroffenem anders sein. Ich ware mal ne Zeit lang in einem BR, zwar nur Ersatzmitglied, aber immerhin im BR. Da bekam ich von meinem Vorsitzenden einen Anruf, dass es da einen Kollegen mit einem Alkoholproblem gibt und ob ich mich der Sache annehmen könnte, naja, weil ich doch ein Betroffener bin. Im ersten Moment hatte ich damit ein Problem, wie soll ich, der selbst Alki ist, zwar trocken, einem helfen, der voll auf dem Trip ist? Ich habe mich dann mal mit meinem Vorsitzenden zusammengesetzt und wir haben dann mal darüber gesprochen, wie die Strtegie aussehen soll. Heute muss ich dazu sagen, dass das für mich auch ein wichtiger Punkt in meinem Leben war. Ich helfe einem Betroffenen und setze mich gleichzeitig mit meinem Problem auseinander. Der Vorsitzende gab mir freie Hand, alles zu tun, um dem Kollegen zu helfen. Als erstes habe ich mit seinem Vorgestzten telefoniert, um mir ein Bild von dem Kollegen machen zu können, um Informationen zu kriegen, was das los ist. Dann habe ich mit der Sozialberatung wegen dem Kollegen kontakt aufgenommen, um mir da auch noch Informationen über ein weiteres Vorgehen zu holen. Zum dritten habe ich dann nóch meinen persönlichen Fall mit eingeflochten. Irgendwann haben wir dann den Kollegen ins BR-Büro bestellt. Aus eigener Erfahrung wußte ich schon so ungefähr wie so einer reagiert. Er hat sich erwartungsgemäß gewunden wie ein Aal. Ist ja alles nicht so schlimm, ich trinke ja nur 4 Bier... alles fadenscheinig. Bis ich dann die harten Geschütze aufgefahren habe, das waren meine 2 Abmahnungen und das Kündigungsschreiben.(Ich hatte damals das große Glück, das man meine Kündigung, unter der Bedingung einer Therapie in eine dritte Abmahnung umgewandelt hat. Wäre ich dann einmal beim Saufen erwischt worden, wäre das die Fristlose gewesen.) Das hatte gesessen. Der Kollege war ganz schön geschockt. Diesen Werdegang konnte er dann nachvollziehen und willigte dann ein, Hilfe anzunehmen.
    Einen humorvollen Umgang (wie du ihn z. T. gezeigt hast) finde ich genial. Ich kann mir jedoch auch denken, dass du nicht immer in der entsprechenden Grundverfassung bist, um so gelassen und humorvoll auf (dämliche) Sprüche zu reagieren.
    Was bleibt mir übrig? Ewig mit einer hängenden Fresse in der Gegend rumlaufen bringt auch nichts. Klar ist es schwierig sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Ich muss locker mit dem Thema umgehen, weil ich mir sonst selbst die Beine weg haue. Es ist aber auch so, dass ich manchmal innerlich richtig koche, wenn ich die Alki´s da irgendwo an der U-Bahn oder in Parks mit ihrer Buddel rumhängen sehe. Die machen sich das sehr einfach, ich dagegen schwimme immer wieder gegen einen Strom aus Ignoranz. Zumindest bei den Leuten, die mich noch als Spritkopp kennen. In der neuen Firma, werde ich darüber erstmal nichts verlauten lassen.

    Nachtrag: Ich wurde ja schon öfter wegen des offenen Umgangs mit dem Thema angesprochen. Dazu möchte ich nur Bemerken: Je offener ich mit dem Thema umgehe, desto besser komme ich damit klar. Für mich ist das auch eine Art der Therapie.
    Geändert von sn00py603 (04.03.2013 um 09:11 Uhr)
    Wer glaubt, das ein Bauleiter einen Bau leitet,
    der glaubt auch, das ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

  17. #20
    Status: keine Angabe Array Avatar von skars
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    AW: Trockener Alkoholiker am Arbeitsplatz

    Sehr beeindruckend, deshalb auch von mir meinen Respekt sn00py! Es ist super, dass du dich nicht scheust darüber zu sprechen und dir der offene Umgang mit dem Thema hilft.

    Sehr gut find eich ja auch diese Geschichte wo du einem anderen Betroffenen geholfen hast. Erstmal finde ich generell gut, dass der BR und die Firma da helfen wollten. Ich galueb nicht, dass das in jeder Firma der Fall wäre. Und ich denke, dass man sich von einem selbst betroffenen wirklich eher helfen lösst bzw. der eher den Zugang zu einem findet als jemand der da Problem so gar nicht kennt. Vielleicht täusche ich mich da auch oder vielelicht ist es von Person zu Person unterschiedlich, aber ich stelle mir es so einfacher vor.
    Wir retten die Welt!

  18. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei skars für diesen nützlichen Beitrag:

    sn00py603 (04.03.2013)

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