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................. Sportverletzung an der Schulter. Was darf ich machen?
  • Kinder vom Kindergarten abholen?
  • Ins Schwimmbad gehen?
  • Einkaufen gehen?
Hallo Rainhard,
als Faustregel gilt: Es ist alles verboten, was die Genesung verzögert oder verhindert. Speziell kann dir wohl niemand die Frage konkret beantworten. Ich möchte mal auf Deine drei Beispiele eingehen, damit Du siehst, wie umfangreich aber auch schwer zu beurteilen ist.
1. Kinder vom Kindergarten abholen: Natürlich kannst Du deine Kinder vom Kindergarten abholen. Es stellt sich lediglich die Frage ob mit PKW oder Bus. Schränkt Dich Deine Schulterverletzung beim Autofahren ein, so hast Du das Autofahren zu unterlassen. Passiert ein Unfall und Dir wird nachgewiesen, dass Aufgrund Deiner Verletzung einen PKW gar nicht führen durftest, kann Dein Versicherungsschutz erlöschen.
2. Ins Schwimmbad gehen: Du kannst selstverständlich ins Schwimmbad. Aber auch hier gilt: Auto oder Bus. ferner ist mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu treffen ob und inwieweit Schwimmen einen Heilungsprozeß vorantreibt.
3. Einkaufen gehen: Auch hier gilt PKW oder Bus. Das tragen Deiner Einkäufe geht auch nur dann, wenn es Deine Verletzung zulässt und sich dadurch nicht verschlimmert. Bist Du nicht in der Lage einkaufen zu gehen, kann bei der zuständigen Krankenkasse Haushaltshilfe beantragt werden.

@Rainhard: Kann man sich denn frühzeitig wieder ent-krankschreiben lassen? Also die Krankschreibung selber aufheben wenn man wieder der Meinung ist, man kann wieder arbeiten?
Auch hier gilt Auskurieren geht vor Arbeiten. Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz Krankschreibung, ist eine Aussage darüber, wie lange ein Arbeitnehmer krank bzw. arbeitsunfähig sein wird. Fühlst Du Dich vorher wieder fit genug, um zur Arbeit zu kommen, Kann Dein Chef sich natürlich freuen, dass Du früher als erwartet wieder da bist. Aber: Ohne eine ärztliche Unbedenklichkeits- oder Gesundheitsbescheinigung solltest Du das nicht einfach so tun. Die Begründung dafür liegt im Versicherungsschutz. Während der Krankschreibung bist Du, falls Du einen Arbeitsunfall erleidet oder sich Deine Erkrankung verschlimmert, nicht versichert (siehe § 7 Abs. 2 SGB VII). Darüber hinaus wird Dein Arbeitgeber Scherereien mit der Berufsgenossenschaft bekommen - und das ist alles wesentlich unangenehmer, als noch ein paar Tage mehr abzuwarten und erst dann die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn eine komplette Wiederherstellung der Gesundheit erfolgt ist.

@Opel-Admiral: siehe Zusammenfassung

Zusammengefasst kann man es auch so beschreiben: Der arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer verletzt insofern seine Pflichten, wenn er Freizeitaktivitäten nachgeht, die mit der Arbeitsunfähigkeit nur schwer in Einklang zu bringen sind (BAG 02.03.2006 - 2 AZR 53/05). Diese können ggf. auch nicht durch die Unbedenklichkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes gerechtfertigt werden. In Einzelfällen kann durch die Pflichtverletzung auch die außerordentliche Kündigungdes Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt sein. Ferner können durch Entstehen bleibender Schäden, Ansprüche aus Kranken-, Renten- oder Unfallversicherung (SGB V-VII) verweigert werden.