Wie umgehen mit behinderten Kollegen
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Thema: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

  1. #1
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    Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Hat jemand Erfahrungen mit Behinderten als Kollege? Ich frage weil ich wohl entweder Anfang oder Mitte April in meinem Büro einen Rollstuhlfahrer habe.

    Ich habe KEINE Ahnung was ich mit dem dann machen soll... Ich meine, ich war nie Zivi sondern beim Bund... Keine Erfahrung. Auch bei mir in der Familie gab es nie Behinderungen.

    Muss ich mit ihm irgendwie anders sprechen? Wieviel muss ich helfen, bei so täglichen Sachen. Muss ich ihm helfen wenn er aufs Klo muss? Mein Chef hat gemeint er druckt mir noch was aus mit Infos uns was ich zu machen habe aber ich hab grad leicht Schiss vor irgendwelchen Sachen die ich nicht gebacken kriege.

    Muss ich ihm dann zuarbeiten oder er mir? Es gibt so viel von dem ich da keine Ahnung habe...

  2. #2
    Status: keine Angabe Array Avatar von Nachtfalter
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Also ich denke so anders solltest du mit ihm gar nicht umgehen. Ich bezweifle, dass er deine Hilfe braucht wenn er die Toilette benutzen muss.
    Prinzipiell wird er denke ich gar nicht so anders sein als ein Nichtbehinderter, außer dass er eben im Rollstuhl sitzt. Er ist wahrscheinlich ähnlich belastbar wie du, aber wird nicht Akten in obere Regale einräumen können. Ich würde versuchen mich weder besonders vorzubereiten noch mich besonders zu verhalten. Akzeptier ihn einfach als normalen Kollegen.
    Ich liebe mein neues I-Pad

  3. #3
    Status: keine Angabe Array Avatar von green
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Geh auf jeden Fall ganz normal mit ihm um! Eine meiner Kolleginnen sitzt auch im Rollstuhl und sie macht ihren Job genauso wie alle anderen auch und kommt gut zurecht. Hilfe braucht sie so gut wie keine. Sie hat mir mal erzählt, dass das schlimme an ihrer Behinderung gar nicht ist, dass sie nicht laufen kann, sondern die midleidigen Blicke, die sie überall im Leben erntet. Du solltest mit ihm gar nichts machen, sondern ihn einfach arbeiten lassen. Wenn er den Job nicht bewältigen könnte, hätte er die Stelle nicht bekommen und sollte er wirklich mal Hilfe brauchen, wird er dich sicherlich danach fragen. Mit ihm anders zu sprechen oder dich ihm gegenüber anders zu verhalten, würde ihm nur das Gefühl geben, dass er als anderer Mensch angesehen wird.

    Wenn du wirklich unsicher bist, wie du mit ihm umgehen sollst, würde ich dir sogar raten das gleich am Anfang offen zu sagen. Wenn er seinen ersten Arbeitstag hat, wird auch er vielleicht noch etwas unsicher sein, wie alles laufen wird. sag ihm dann einfach, dass du bisher noch nie Kontakt zu Rollstuhlfahrern hattest und daher nicht sicher bist, wie du dich am besten verhalten sollst zwecks Hilfe usw. Zumindest sagt meine Kollegin immer, dass sie es vollkommen in Ordnung findet, wenn Leute sie fragen wie und was und sie es nur nicht ausstehen kann, wenn sie alle anstarren ob sie das denn jetzt auch hin bekommt.

    Achso, und was den Toilettengang angeht. Wenn der Kollege anfängt muss es bei euch auch behindertengerechte Toiletten geben und dann brauchen die keine Hilfe dabei
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  4. #4
    Status: keine Angabe Array Avatar von Ronja
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Hallo,
    meine Tochter macht gerade ein FSJ und betreut eine Rollstuhlfahrerin auf ihrem Arbeitsplatz.
    Ihre Aufgaben sind u.a. sie zur Toilette begleiten (Rest schafft sie alleine), Ordner und ander Bürounterlagen verräumen, oder ihr zum Arbeitsplatz bringen.
    Texte mitschreiben in der Berufschule, da sie nicht so schnell schreiben kann. Hilfe am PC. Essen u. Getränke besorgen.

    Vielleicht hilft dir diese Info ein wenig.
    Gruss, Ronja

  5. #5
    Status: keine Angabe Array Avatar von Pumpkin
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Wie viel Hilfe er benötigt hängt letztlich ja auch davon ab wie schwer seine Behinderung wirklich ist. Allerdings hat green sicher nicht Unrecht, er hätte den Job wohl kaum bekommen, wenn er dafür nicht geeignet wäre. Ich denke das wird anfangs vielleicht ungewohnt für dich, aber nach einer Weile wirst du wahrscheinlich den rollstuhl gar nicht mehr bemerken.

  6. #6
    Moderator Status: keine Angabe Array Avatar von Melike
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Ich denke, Behinderte, wie jetzt der neue Kollege im Rollstuhl, wollen nicht als behindert oder sogar krank behandelt werden. Wenn die Chefetage überzeugt ist, dass es der richtige Bewerber war, dann hat er sicher auch genügend Kenntisse usw. Mitleid ist fehl am Platz, denn das wollen sie nicht und es trübt das SElbstwertgefühl des Kollegen. Ein ganz normaler Umgang - mehr muss garnicht sein.

  7. #7
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Danke erstmal für die vielen Ratschläge, das hilft mir wirklich schon ein bisschen weiter. Vorallem dass es andere wie green gibt die in der selben Situation waren.

    Darf ich mal ganz einfach fragen: Wenn man schon Sachen sagt wie "in unserer Firma läuft es so und so". Da benutzt man ja das Wort laufen und der Behinderte kann ja gar nicht laufen... Solche Sachen machen mir Angst dass ich Sachen sage die nicht taktvoll sind ohne dass ich es weiß.

    Unsere Toiletten sind renoviert worden, vor einem halben Jahr aber ich habe da gar nicht weiter aufgepasst weil ich die Behindertentoilette ja eh nie gebraucht habe... Jetzt weiß ich auch wieso die renoviert wurden. :-D oder anders rum, jetzt kann die Firma behinderte einstellen?

    Ich habe meinen Chef gefragt ob ein Zivi oder so jemand kommt und sich um den Behinderten kümmert, und er meinte nur, dass der sich schon um sich selbst kümmern kann.

    Ich hab ihn ja noch nie gesehen, ich wusste gar nicht dass es da ein Bewerbungsgespräch mit einem Rollstuhlfahrer gab...

    Am besten ist es wohl wenn ich wirklich nicht mit Mitleid ankomme, sondern ihn einfach versuche normal zu behandeln. Wenn man am Anfang gleich die Fronten klärt wie ihr das vorgeschlagen habt dann hilft das sicher weiter.

  8. #8
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Im Grunde finde ich es gar nicht so schlecht, dass du dir Gedanken darüber machst. Gerade wenn du noch nie Kontakt zu behinderten Menschen hattest, ist das anfangs für dich natürlich auch ungewohnt und ich kann verstehen, dass du da nicht unbedingt in Fettnäpfchen treten willst. Allerdings solltest du dir auch nicht zu viele Gedanken machen, denn das verunsichert dich wahrscheinlich noch mehr. Lass das alles ein wenig auf dich zu kommen. Pauschal kann man die Fragen sowieso nicht beantworten, da ja auch jeder mit seinen Behinderungen anders umgeht. Von daher finde ich den Vorschlag nicht so schlecht gleich zu Beginn einfach mal das Gespräch mit deinem neuen Kollegen zu suchen um einfach ein paar Fragen deinerseits zu klären.

  9. #9
    Status: keine Angabe Array Avatar von green
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Zitat Zitat von KingCharles Beitrag anzeigen
    Darf ich mal ganz einfach fragen: Wenn man schon Sachen sagt wie "in unserer Firma läuft es so und so". Da benutzt man ja das Wort laufen und der Behinderte kann ja gar nicht laufen... Solche Sachen machen mir Angst dass ich Sachen sage die nicht taktvoll sind ohne dass ich es weiß.
    Ich muss gerade ein bisschen schmunzeln. Denn ich hatte da eine ganz lustige Situation mit oben genannter Kollegin. Sie hat mich irgendwann mal gefragt ob sie nicht mal in der Mittagspause mitkommen könnte, wenn ich mit meinem Hund geh. Ich hab ihr damals sowas in der Art geantwortet wie, klar, wenn Pause ist komm ich bei dir im Büro vorbei und dann laufen wir ein Stück mit ihm. Hab mir dabei absolut nichts gedacht, mir ist es nicht mal aufgefallen. Bis sie sagte, okay, ich stell dann nur kurz meinen Rollstuhl beiseite und dann laufen wir los. Das war mir natürlich unendlich peinlich und ich hab mich richtig geschämt, aber sie fing nur lauthals an zu lachen. Ihr machte mein Satz gar nichts aus und sie wollte mich einfach nur veralbern. Das ist ihr auch gelungen Aber das ist jetzt so ein running gag bei uns in der Firma.
    Natürlich ist nicht jeder Mensch gleich, aber meiner Erfahrung nach haben die betroffenen Personen mit solchen Sätzen überhaupt kein Problem. Also kein Stress
    ... that divides me somewhere in my mind ...

  10. #10
    Moderator Status: keine Angabe Array Avatar von Melike
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    AW: Wie umgehen mit behinderten Kollegen

    Menschen, die eine Behinderung haben, sind nicht gleich auch depressiv. Sie leben so wie wir. Am Anfang haben sie es schwer, sich mit ihrem Schicksal abzufinden, aber dann gehört das Schicksal zu ihrem Leben. Wir sind alle gleich, eben Menschen. Und sie haben Ihren Humor, weil sie ihr Leben trotz allem meistern, den Humor, den wir manchmal vergessen, im Alltagsstress.

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