Richtiges Verhalten bei Abmahnung
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Thema: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

  1. #1
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    Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Wenn man eine Kündigung erhält soll man ja zunächst nichts unterschreiben. Wie verhält man sich richtig wenn man eine Abmahnung bekommt? Gerade dann, wenn man eigentlich nicht der Meinung ist, sie verdient zu haben. Wie geht das von statten? Kann man dagegen Einspruch einlegen und wenn ja wie?
    Vielen Dank

  2. #2
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Also man kann sich auf jeden Fall beschweren und muss das nicht auf sich sitzen lassen, mehr weiß ich da aber auch nicht. Weswegen wurdest du denn abgemahnt?

  3. #3
    Bea
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    [COLOR=#56470a]Richtiges Vorgehen gegen eine Abmahnung[/COLOR]

    Kündigungen auf Grund eines Fehlverhaltens im Leistungsbereich - also etwa wegen schlechter Arbeit, Unzuverlässigkeit oder Nichteinhaltung von Terminen - sind regelmäßig nicht ohne vorherige einschlägige Abmahnung möglich. Deshalb kann es wichtig sei, im Einzelfall frühzeitig gegen eine Abmahnung vorzugehen. Der Arbeitnehmer kann zwischen mehreren Vorgehensweisen wählen.
    Fühlt sich der Arbeitnehmer ungerecht behandelt, steht ihm zunächst einmal das Recht zu, sich bei der zuständigen Stelle - also beim Personalchef oder beim Arbeitgeber - zu beschweren. Der Arbeitgeber muss dann über diese Beschwerde befinden. Hält er die Beschwerde für berechtigt, muss er ihr abhelfen und dann beispielsweise die Abmahnung entfernen. Dem Arbeitnehmer dürfen wegen der Beschwerde keine Nachteile entstehen.
    Wirkungsvoller als die einfache Beschwerde ist die so genannte Gegendarstellung. Der Arbeitnehmer kann nach einer Abmahnung eine eigene schriftliche Stellungnahme mit Erläuterungen abgeben. Diese Gegendarstellung muss dann gemeinsam mit der Abmahnung in die Personalakte aufgenommen werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Arbeitgeber mit dem Inhalt der Gegendarstellung einverstanden ist. Da diese Stellungnahme in einem späteren Kündigungsschutzprozess eine große Wirkung entfalten kann, sollte sie auf jeden Fall zusammen mit einem Rechtsanwalt verfasst werden.
    Will der Arbeitnehmer die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte erreichen, so kann er diese auch vor dem Arbeitsgericht mit einer Klage anfechten. Stellt sich dort heraus, dass die Abmahnung fehlerhaft oder rechtswidrig war, so muss sie aus der Personalakte entfernt werden. Dabei reicht es, dass nur eine von mehreren Behauptungen in der Abmahnung falsch ist. Es muss dann die gesamte Abmahnung aus der Personalakte entfernt werden. Der Arbeitgeber kann dann allerdings mit den restlichen Vorwürfen später erneut abmahnen.
    Schließlich hat der Arbeitnehmer auch noch die Möglichkeit, auf eine Abmahnung überhaupt nicht zu reagieren. In einem späteren Kündigungsschutzprozess kann der Arbeitnehmer noch jederzeit die Richtigkeit der vorausgegangenen Abmahnung bestreiten. Lässt sich der Arbeitnehmer später nichts mehr zu schulden kommen, erlischt im Laufe der Zeit die Wirkung der Abmahnung. Der genaue Zeitraum bis zum Erlöschen hängt letztlich von der Schwere des Vorwurfs ab.
    Welche der beschriebenen Maßnahmen die richtige Reaktion auf eine Abmahnung darstellt, muss im Einzelfall entschieden werden. In jedem Fall scheint es ratsam, sich im Falle einer Abmahnung rechtlich beraten zu lassen , um bei einem späteren Kündigungsschutzprozess nicht den Kürzeren zu ziehen.


    Quelle:RA Jung
    [COLOR=silver]






    [/COLOR]

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    lookalike (06.11.2011)

  5. #4
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Ergänzung zum Beitrag Von Bea:

    Wie kann man sich gegen eine unberechtigte Abmahnung wehren?
    Zunächst ist zu bedenken, dass eine Abmahnung in zweierlei Hinsicht unberechtigt sein kann:

    • Der in der Abmahnung enthaltene Vorwurf, arbeitsvertragliche Pflichten verletzt zu haben, kann zu Recht erhoben worden sein. Der Vorwurf kann aber auch unberechtigt sein.
    • Darüber hinaus kann eine Abmahnung, selbst wenn der in ihr enthaltene Vorwurf an sich berechtigt ist, unwirksam sein, weil sie nicht den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen (Rüge- und Warnfunktion ect.) entspricht oder unter sonstigen Mängeln leidet.

    Falls die Abmahnung zu der zweiten Kategorie gehört (Vorwurf berechtigt, die Abmahnung ist aber mit formalen Mängeln behaftet), sollte man die Angelegenheit entweder auf sich beruhen lassen oder allenfalls eine Gegendarstellung zur Personalakte reichen. Wenn nämlich weitere Schritte unternommen werden und Du den Arbeitgeber aufforderst (muss schriftlich erfolgen), die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen, oder wenn Du sogar auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte klagst, kann es Dir passieren, dass der Arbeitgeber seinen Formfehler korrigiert und eine neue Abmahnung ausspricht, die dann den Erfordernissen entspricht. Auf eine so korrigierte Abmahnung kann der Arbeitgeber sich dann in einem Kündigungsschutzprozess berufen. Bleibt es hingegen bei der mit formalen Fehlern behafteten Abmahnung, so könntest Du dich in einem späteren Kündigungsschutzprozess darauf berufen, dass die Abmahnung unwirksam und der Kündigung daher nicht die erforderliche Abmahnung vorausgegangen ist.
    Wie reagieren, wenn die Abmahnung unberechtigt ist, weil zu Unrecht vorgeworfen wird, gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen zu haben?
    In diesem Fall ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, sich gegen die Abmahnung zur Wehr zu setzen:

    • Du kannst eine schriftliche Gegendarstellung verfassen, in der Du genau aufzeigst, weshalb die gegen Dich erhobenen Vorwürfe unbegründet sind. Verbinde die Gegendarstellung mit dem Verlangen, diese zu den Akten zu nehmen.
    • Sofern ein Betriebsrat besteht, kannst Du diesen auffordern, beim Arbeitgeber zu intervenieren und darauf zu dringen, dass die Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Diese Möglichkeit ergibt sich aus § 85 Abs. 1 BetrVG: "Der Betriebsrat hat Beschwerden von Arbeitnehmern entgegenzunehmen und, falls er sie für berechtigt erachtet, beim Arbeitgeber auf Abhilfe hinzuwirken."
    • Du kannst auch über die reine Gegendarstellung hinausgehen und den Arbeitgeber unter Darlegung Ihrer Gründe, weshalb die erteilte Abmahnung fehlerhaft und unberechtigt ist, auffordern, diese aus der Personalakte zu entfernen.
    • Schließlich kann auch gegen den Arbeitgeber Klage vor dem Arbeitsgericht erhoben und beantragt werden, den Arbeitgeber zur Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte zu verurteilen.

    Wie reagieren, wenn die Abmahnung berechtigt ist, gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen zu haben?
    Es kann aber durchaus sinnvoll sein, in einer schriftlichen Gegendarstellung zu erläutern, wie es zu Deiner Pflichtverletzung gekommen ist. Vielleicht hat man in der Personalabteilung ein negatives Bild von Deiner Arbeitseinstellung bekommen. Mit einer Gegendarstellung könnte es Dir vielleicht gelingen, dieses negative Bild zu korrigieren. In Deinem Schreiben, mit dem Du den Sachverhalt klarstellst, solltest Du verlangen, dass die Gegendarstellung zu den Personalakten genommen wird. Sie muss dann unmittelbar hinter der Abmahnung abgeheftet werden.
    Welcher Weg im konkreten Fall richtig ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und davon, was im Ergebnis erreicht werden soll. Ich kann nur dringend empfehlen, sich fachkundig beraten zu lassen, bevor Du eine Entscheidung triffst.
    Grundsätzlich sollte jedoch immer versucht werden, eine einvernehmliche Lösung zu finden, insbesondere wenn das Arbeitsverhältnis bestehen bleiben soll. Mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht kann nämlich unter Umständen die Vertrauensbasis zerstört werden, die für ein gedeihliches Miteinander zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich ist. Arbeitgeber reagieren im allgemeinen sehr empfindlich darauf, wenn ein Mitarbeiter gegen sie vor Gericht zieht. Es kann daher durchaus passieren, dass Du Dich auf diese Weise auf die vorderste Position in der "Abschussliste" des Arbeitgebers manövrierst.

    Übrigens: Die Rechtsprechung geht bei geringfügigen Verfehlungen von einer „Löschung“ nach 2 Jahren aus.

  6. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Erdenmensch für diesen nützlichen Beitrag:

    lookalike (06.11.2011)

  7. #5
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Wow danke an euch! Es war mir gar nicht so bewusst, dass man "trotz Abmahnung" noch so viele Rechte besitzt.

    Eine Frage hätte ich da aber noch. Erdenmensch hat geschrieben:

    Übrigens: Die Rechtsprechung geht bei geringfügigen Verfehlungen von einer „Löschung“ nach 2 Jahren aus.

    Heißt das dann ähnlich wie bei Punkten in Flensburg sind die nach 2 Jahren nicht mehr in der Personalakte? Also als hätte ich das nie gemacht?

  8. #6
    Bea
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Zitat Zitat von Teamplayer Beitrag anzeigen
    Eine Frage hätte ich da aber noch. Erdenmensch hat geschrieben:

    Übrigens: Die Rechtsprechung geht bei geringfügigen Verfehlungen von einer „Löschung“ nach 2 Jahren aus.

    Heißt das dann ähnlich wie bei Punkten in Flensburg sind die nach 2 Jahren nicht mehr in der Personalakte? Also als hätte ich das nie gemacht?
    ja so ist es. Ist ja in der Schule auch so da bleibt ein tadel 3 Monate und danach kannst du den Antrag stellen das er gelöscht wird.

  9. #7
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Also muss ich in 2 Jahren den Antrag stellen, dass die Abmahnung gelöscht wird?

    Ich frage nur deswegen weil mein Vergleich mit den Verkehrspunkten... Da wird ja automatisch gelöscht soweit ich weiß.

  10. #8
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Du hast grundsätzlich das Recht jederzeuit in Deine Personalakte sehen zu dürfen. Befindet sich in der Persopnalakte eine Abmahnung, sollte nach etwa 2 Jahren der Arbeitgeber aufgefordert werden, diese aus der Personalakte zu entfernen. Tut erdies nicht, sollte
    a: nach dem Gründ gefragt werden
    b. sich dies schriftlich geben lassen und
    c. rechtlich beraten lassen alternativ betriebsrat aufsuchen und sich Beschwerde erheben.

  11. #9
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    AW: Richtiges Verhalten bei Abmahnung

    Nicht, dass ich jemals eine Abmahnung bekommen hätte, aber ich finde das sehr interessant. Wie sieht es denn aus mit anderen Sachen aus der Personalakte (Krankheitstage z.B.) müssen die nach einer gewissen Zeit gelöscht werden oder stehen die für immer drin? Hier geht es ja immerhin um private Daten...

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