Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen
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Thema: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

  1. #1
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    Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Hallo,

    wir haben keinen Betriebsrat in unserer Firma (ca. 150 Mitarbeiter). Als wir einen BR gründen wollten, teilte die Geschäftsleitung der Belegschaft sehr einseitig die Nachteile eines solchen Betriebsrates mit.
    Die Belegschaft gründete deshalb einen Vertrauensrat welcher nicht auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes beruht. Er ist somit also eine Firmen-Interne Lösung.

    Nun kommt es immer häufiger vor, dass Arbeitnehmer von den gewählten Mitgliedern des Vertrauensrat ermahnt werden, wenn diese gegen die Betriebsordnung verstoßen.
    Auf die Kritik hin, das sei keine Aufgabe des Vertrauensrates, sondern der Vorgesetzten meinte unser VR:
    Schließlich sei die Betriebsordnung auch vom Vertrauensrat unterschrieben wurden, demnach hätte auch der VR für die Durchsetzung zu sorgen.

    Vergangene Woche las ich folgenden Ausgang in unserer Firma:
    vertrauensrat.JPG

    Was ist von solch einem Vertrauensrat zu halten? Wie würdet ihr reagieren, wenn es euer VR wäre?
    Überschreitet der VR damit seine Kompetenz?

    Vielen Dank für eure Hilfe!
    Gruß, fjordblue

  2. #2
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Hallo und willkommen hier im Forum fjordblue.

    Ich habe um ehrlich zu sein noch nie etwas von einem Vertrauensrat gehört. Zwar habe ich gerade mal ein bisschen im Internet gesucht, aber auch nicht wirklich was dazu gefunden. Ich würde jetzt annehmen, dass die Kompetenzen und Zuständigkeiten eines solchen Rates firmenintern geregelt sein sollten. Wurden denn als dieser ins Leben gerufen wurde Richtlinien aufgestellt, in denen geregelt ist für was der Vertrauensrat zuständig ist usw.? Daraus sollte sich dann doch eigentlich ergeben ob er mit einem solchen Aushang seine Kompetenzen überschreitet oder nicht.

  3. #3
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Hallo Kreuzkoenig, danke für die schnelle Antwort.
    Sicher, die Frage nach der Kompetenz ist schwierig, weil unserer VR sich im Grunde an keine geltende Gesetze hält.
    Aber bei der Gründung wurde gesagt, dass der Rat an einen gesetzlichen BR angelehnt sein soll und die Mitglieder auch Kündigungsschutz erhalten und so. Nur er sollte auf unsere Firma "zurechtgeschnitten" sein, das wäre mit einem gesetzl. BR nicht zu machen, so die Begründung der GL.

    Aber anders gefragt, wäre ein gesetzl. Betriebsrat noch vertrauenswürdig wenn er so seiner Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen droht?

  4. #4
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Hallo fjordblue, willkommen im Forum.
    Ich habe Deinen Beitrag gelesen und sehe mich immer wieder bestätigt, dass Unternehmer es immer wieder verstehen, einen Keil durchz die Belegschaft zu treiben. Es gibt keinen Vertrauensrat. Alles was er mit der Geschäftsleitung abschließt ist vrechtsunwirksam. Das erklärt sich doch schon daraus, dass das Gesetz einen Betriebsrat vorsieht und nicht einen Vertrauensrat. Maßregelungen jeglicher seitens des Vertrauensrates ist ebenfalls rechtsunwirksam. Es sei denn, der Vertrauensrat hat Vorgesetztenfunktion.
    Wendet euch an die für euch ztuständige Gewerkschaft. Wenn ihr mindestens ein Mitglied im Betrieb habt, hat dieser Zugang zum Betrieb und kann dem Arbeitgeber mal erklären, dass er da was ungesetzliches macht. Es reicht auch schon aus, wenn ein betroffener Arbeitnehmer, der gemaßregelt worden ist, den Mut hat vor´s Arbeitsgericht zu gehen.
    Versuche Gleichgesinnte zu finden und gründet einen Betriebsrat. Dann könnt ihr euch vor die Kollegen stellen und dem ganzen Einhalt gebieten. Und nicht wieder in´s Boxhorn jagen lassen. Ein betriebsrat hat nämlich folgende Aufgaben (Quelle BetrVG § 80):
    (1) Der Betriebsrat hat folgende allgemeine Aufgaben:
    1. darüber zu wachen, dass die zugunsten der Arbeitnehmer geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden;
    2. Maßnahmen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen, beim Arbeitgeber zu beantragen;
    2a. die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere bei der Einstellung, Beschäftigung, Aus-, Fort- und Weiterbildung und dem beruflichen Aufstieg, zu fördern;
    2b. die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu fördern;
    3. Anregungen von Arbeitnehmern und der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegenzunehmen und, falls sie berechtigt erscheinen, durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auf eine Erledigung hinzuwirken; er hat die betreffenden Arbeitnehmer über den Stand und das Ergebnis der Verhandlungen zu unterrichten;
    4. die Eingliederung Schwerbehinderter und sonstiger besonders schutzbedürftiger Personen zu fördern;
    5. die Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung vorzubereiten und durchzuführen und mit dieser zur Förderung der Belange der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer eng zusammenzuarbeiten; er kann von der Jugend- und Auszubildendenvertretung Vorschläge und Stellungnahmen anfordern;
    6. die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Betrieb zu fördern;
    7. die Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern zu fördern sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu beantragen;
    8. die Beschäftigung im Betrieb zu fördern und zu sichern;
    9. Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Umweltschutzes zu fördern.
    (2) Zur Durchführung seiner Aufgaben nach diesem Gesetz ist der Betriebsrat rechtzeitig und umfassend vom Arbeitgeber zu unterrichten; die Unterrichtung erstreckt sich auch auf die Beschäftigung von Personen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber stehen. Dem Betriebsrat sind auf Verlangen jederzeit die zur Durchführung seiner Aufgaben erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen; in diesem Rahmen ist der Betriebsausschuss oder ein nach § 28 gebildeter Ausschuss berechtigt, in die Listen über die Bruttolöhne und -gehälter Einblick zu nehmen. Soweit es zur ordnungsgemäßen Erfüllung der Aufgaben des Betriebsrats erforderlich ist, hat der Arbeitgeber ihm sachkundige Arbeitnehmer als Auskunftspersonen zur Verfügung zu stellen; er hat hierbei die Vorschläge des Betriebsrats zu berücksichtigen, soweit betriebliche Notwendigkeiten nicht entgegenstehen.
    (3) Der Betriebsrat kann bei der Durchführung seiner Aufgaben nach näherer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber Sachverständige hinzuziehen, soweit dies zur ordnungsgemäßen Erfüllung seiner Aufgaben erforderlich ist.
    (4) Für die Geheimhaltungspflicht der Auskunftspersonen und der Sachverständigen gilt § 79 entsprechend.

    Und das sind meist die Nachteile, die der Unternehmer meint. Also ranklotzen und viel Glück
    Geändert von lookalike (20.08.2012 um 10:06 Uhr) Grund: Quelle eingefügt

  5. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Erdenmensch für diesen nützlichen Beitrag:

    Kreuzkoenig (20.08.2012)

  6. #5
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von Erdenmensch Beitrag anzeigen
    Es gibt keinen Vertrauensrat. Alles was er mit der Geschäftsleitung abschließt ist vrechtsunwirksam. Das erklärt sich doch schon daraus, dass das Gesetz einen Betriebsrat vorsieht und nicht einen Vertrauensrat.
    Sehr interessant! Das erklärt auch, warum ich davon noch nie gehört habe und man dazu absolut nichts finden kann! Schon krass, dass sowas dann eingesetzt wird obwohl es das eigentlich gar nicht gibt.

  7. #6
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Ich finde sowas unglaublich. Da werden Mitarbeiter ja regelrecht eingeschüchtert! Vertrauensrat? Das widerspricht sich doch.

  8. #7
    Status: Büroangestellter Array Avatar von zebrafink
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Klingt wie die "Quasselbude" - so nannte der Kaiser den Reichstag.
    Es ist interessant wie in Fjordblues Betrieb die Mitarbeiter durch eine rechtsunwirksame Maßnahme bei der Stange gehalten werden.

  9. #8
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Wäre es denn für die Mitarbeiter gefährlich, wenn sie sich nicht an die Weisung halten? Oder ist das nur eine Schikane?

  10. #9
    Status: Büroangestellter Array Avatar von zebrafink
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von Schmittchen Beitrag anzeigen
    Wäre es denn für die Mitarbeiter gefährlich, wenn sie sich nicht an die Weisung halten? Oder ist das nur eine Schikane?
    Ich kann mir schon vorstellen, dass es da gewissermaßen Represalien gibt. Der Chef wird dann wohl sowas sagen wie "naja es hat ja einen Grund, dass wir den Vertrauensrat haben" oder "wieso halten Sie sich nicht an die Weisungen des VR? Wir haben ihn doch zu ihren Gunsten.

  11. #10
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von Schmittchen Beitrag anzeigen
    Wäre es denn für die Mitarbeiter gefährlich, wenn sie sich nicht an die Weisung halten? Oder ist das nur eine Schikane?
    Wenn sich die Beschäftigten einig wären, dann wohl nicht. Anscheinend versteht es der Arbeitgeber, dies zu unterbinden. Für mich ist es schon erstaunlich, dass die Belegschaft diesen Vertrauensrat ins Leben gerufen hat. Naja, anscheinend alles Betrachtungssache. Der Betriebsrat ist nachteilig für den Arbeitgeber und der Vertrauensrat ist halt das negative Gremium für die Belegschaft.

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