Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen - Seite 2
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Thema: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

  1. #11
    Status: keine Angabe Array Avatar von green
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von Erdenmensch Beitrag anzeigen
    Für mich ist es schon erstaunlich, dass die Belegschaft diesen Vertrauensrat ins Leben gerufen hat. Naja, anscheinend alles Betrachtungssache. Der Betriebsrat ist nachteilig für den Arbeitgeber und der Vertrauensrat ist halt das negative Gremium für die Belegschaft.
    Wenn man das so liest klingt das schon sehr danach als sei ihnen der Betriebsrat ausgeredet (schlecht gemacht) worden und dafür dieser Vertrauensrat angepriesen. Wenn man nicht weiß, dass es sowas eigentlich gar nicht gibt kann ich mir schon vorstellen, dass man sich dann darauf einlässt... Eigentlich wirklich schockierend, dass manche Arbeitgeber so handeln.
    ... that divides me somewhere in my mind ...

  2. #12
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Danke für die vielen Antworten!

    Nach einer Beschwerde wurde der Aushang vom VR wieder abgenommen.
    Einer unserer Chefs hat angeblich ein Mitglied des VR dazu genötigt so ein Schreiben auszuhängen. Der Rest vom VR wusste angeblich nichts davon, komisch!?

    Weil sich doch einige hier über unseren Vertrauensrates wundern, hier die Geschichte wie es dazu kam:
    Unsere Firma ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Bisher hatten wir nur einen Vertrauensmann auch ohne Betriebsverfassungsgesetz-Grundlage. Vor dieser Zeit hatten wir gar nichts!

    Vor zwei Jahren wollten dann einige Mitarbeiter einen BR gründen. Die gesamte Belegschaft traf sich damals. Leider versäumten die Initiatoren jemand von der Gewerkschaft einzuladen. So kam es, dass die AG quasi den Mitarbeiter den BR ausredeten und eine eigene Lösung vorschlugen.
    Ein BR hätte mehr Nachteile als Vorteile für unsere Firma, weil, so ich das verstanden hatte, der BR streng an Gesetze gebunden sei und keine „zugeschnitte“ Lösung für uns bieten könne.
    Auf der Gegenseite war dann freilich keiner mehr der ein Plädoye für einen BR halten konnte. Und so sagte man sich, wenn der VR nicht funktionieren sollte, dann kann man ja immer noch einen BR gründen.
    Dann gab es noch eine Abstimmung und es wurde haushoch für den VR abgestimmt.

    Einige lehnten den VR strikt ab, weil das eben es zahnloser Tiger sei und waren enttäuscht. Doch es gibt in unserer Firma auch einige, die ähnliche Ansichten haben wie die AG. Diese Leute meinen das BRs und Gewerkschaften die Betriebe kaputt machen.

    Aber: Die AG sagten den Mitarbeitern ganz klar, dass dieser VR auf keiner rechtlichen Grundlage bestünde. Er würde nur funktionieren wenn ein gewisses Vertrauen zwischen AG und Belegschaft bestünde. Geht dieses Vertrauen verloren, so würden wir sofort einen BR gründen. Diese Drohung ging klar an die AG.
    Es war auch jedem klar, dass dieser VR auch nur funktionieren konnte, wenn die Mitglieder Kündigungsrecht genießen. Nur hier gab es ein Problem, das Betriebsverfassungsgesetz greift hier nicht.
    Deshalb bekam jedes Mitglied des VR ein Kündigungsrecht schriftlich von einem Anwalt unserer AG ausgestellt. Und bei diesem Punkt bekam ich Bauchschmerzen!

    Dazu hätte ich eine Frage. Ist das rechtlich überhaupt möglich, dass ein Mitarbeiter vom AG über einen Anwalt Kündigungsrecht erhält?
    Sollte dieses Schreiben rechtlich unwirksam sein, so sind wir alle hinters Licht geführt wurden!

    Zitat Zitat von Erdenmensch Beitrag anzeigen
    ...und kann dem Arbeitgeber mal erklären, dass er da was ungesetzliches macht.
    Was meinst du mit 'ungesetzlich'? Meinst du rechtlich unwirksam oder ist es sogar vom Recht her untersagt solch einen VR in Betrieben zu gründen?

    Sicherlich ist das Vertrauen zwischen AN und AG schon beschädigt. Doch leider ist zur Zeit der Zusammenhalt in der Belegschaft nicht sonderlich gut. Ich glaube nicht dass in nächster Zeit ein BR daraus hervorgeht.
    Geändert von fjordblue (23.08.2012 um 22:25 Uhr)

  3. #13
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Halloo fjordblue,
    meinst Du mit Kündigungsrecht vielleicht den Betriebsverfassungsrechtlichen Kündigungsschutz. Dieser dauert über die Amtszeit und ein Jahr darüber hinaus. Ich mach Dir mal an einem Beispiel den Unterschied klar: Der Arbeitgeber kündigt einem VR, weil der Arbeitsplatz wegfällt. Der Betriebsrat ist bei Kündigungen anzuhören. Euer VR auch. Der gekündigte Kollege muss nun eine Kündigungsschutzklage erheben. Hat er eine Rechtsschutzversicherung, hat er Glück. Ist er in der Gewerkschaft hat er ebenfalls Glück. Andernfalls muss er privat zahlen. Wäre der Kollege Betriebsrat, und ihm wird wegen Wegfall des Arbeitsplatzes gekündigt, muss der Arbeitgeber das Betriebratsmitglied unter gleichen Konditionen weiterbeschäftigen, weil das Arbeitsgericht dem Arbeitgeber den Marsch blasen würde.
    Zusätzlich ist auch zu prüfen, welche juristischen Findigkeiten in dem anwaltlichen Schreiben vorzufinden sind.
    Ich habe noch ein anderes Beispiel: Der VR vereinbart mit dem AG eine Betriebsvereinbarung, dass die nächsten 15 Samstage Regelarbeitstage sind, an denen alle Beschäftigten verpflichtet sind, zu arbeiten. Zusätzlich wird vereinbart, dass keine Mehrarbeitszuschläge in Anrechnung kommen. Wie sieht es nun mit denjenigen aus, die keinen Bock haben so viele Samstage hintereinander zu arbeiten. Wird denen, wie es im Normalfall wäre, Urlaub abgezogen.
    Wie Du schon beschrieben hast: Der VR steht auf keiner Rechtsgrundlage. Somit ist so eine Vereinbarung null und nichtig. Wie ich schon mal geschrieben habe: Wendet euch an die für euch zuständige Gewerkschaft und gründet einen Betriebsrat. Ich selbst habe die Funktion eines Betriebsrats und des Vorsitzenden, insgesamt 17 Jahre ausgeübt, davon 6 Jahre in freistellung. Und wir haben in all unseren Vereinbarungen den Spagat hinbekommen, dass einerseits die Arbeitgeberinteressen berücksichtigt worden sind aber auch die Interessen der Belegschaft, für die wir ja da waren, einfliesen konnten.

    Als der Betrieb, in dem ich 25 Jahre tätig war, verkauft worden ist sind viele Kolleginnen und Kollegen aus der Gewerkschaft ausgetreten, weil sie sich lieb Kind machen wollten. Letztendlich waren gerade mal 15% in der Gewerkschaft. Wir, als betriebsratsmitglieder wurden schikaniert. Ich selbst hatte 6 Klagen gegen den Arbeitgeber laufen (und alle gewonnen). Als der Arbeitgeber die Hosen runter ließ und mitteilte, dass er die Firmenstruktur ändern wolle und bei gleichbleibender Belegschaft 1 Mio Euro an Personalkosten einsparen wolle, hatten wir einen Run. Innerhalb von 3 Monaten hatten wir 99% in der Gewerkschaft. Durch unser Durchhalten und immer wieder Gespräche führen, konnten wir das Ungleichgewicht zu unseren Gunsten kippen. Es erfordert jedoch sehr viel Energie und eine "Stehaufmännchen-Mentalität" (war für mich immer Motivator).

  4. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Erdenmensch für diesen nützlichen Beitrag:

    bepe0905 (02.09.2012)

  5. #14
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von fjordblue Beitrag anzeigen
    Vor zwei Jahren wollten dann einige Mitarbeiter einen BR gründen. Die gesamte Belegschaft traf sich damals. Leider versäumten die Initiatoren jemand von der Gewerkschaft einzuladen. So kam es, dass die AG quasi den Mitarbeiter den BR ausredeten und eine eigene Lösung vorschlugen.
    Ein BR hätte mehr Nachteile als Vorteile für unsere Firma, weil, so ich das verstanden hatte, der BR streng an Gesetze gebunden sei und keine „zugeschnitte“ Lösung für uns bieten könne.
    Auf der Gegenseite war dann freilich keiner mehr der ein Plädoye für einen BR halten konnte. Und so sagte man sich, wenn der VR nicht funktionieren sollte, dann kann man ja immer noch einen BR gründen.
    Sicherlich ist das Vertrauen zwischen AN und AG schon beschädigt. Doch leider ist zur Zeit der Zusammenhalt in der Belegschaft nicht sonderlich gut. Ich glaube nicht dass in nächster Zeit ein BR daraus hervorgeht.
    Das Ausreden des Betriebsrats finde ich schon ein starkes Stück. Da würde ich direkt hellhörig werden wenn ein Arbeitgeber mit so etwas anfängt. Aber gut, das ist nun eben so passiert. Laut euren Vereinbarungen wäre es dann jetzt ja an der Zeit einen Betriebsrat zu gründen. Denn offensichtlich funktioniert das mit dem Vertrauensrat ja nicht besinders gut und hat sogar euer Betriebsklima insgesamt beschädigt. Vielleicht wäre es nicht verkehrt wenn sich ein paar Mitarbeiter zusammen tun würden und versuchen würden das ganze ins Leben zu rufen.

  6. #15
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Das wäre in meinen Augen die beste Lösung. Vertrauensrat hört sich doch eher so an, dass man dahin gehen kann, wenn man ein Problem hat? Oder wieso Vertrauen? Ich würde auch sagen, tut Euch zusammen, lasst Euch sowas nicht einfach gefallen.

  7. #16
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    AW: Vertrauensrat droht Belegschaft mit disziplinarischen Maßnahmen

    Zitat Zitat von fjordblue Beitrag anzeigen
    ... Die Belegschaft gründete deshalb einen Vertrauensrat welcher nicht auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes beruht. Er ist somit also eine Firmen-Interne Lösung. ...
    Nun kommt es immer häufiger vor, dass Arbeitnehmer von den gewählten Mitgliedern des Vertrauensrat ermahnt werden, wenn diese gegen die Betriebsordnung verstoßen. Auf die Kritik hin, das sei keine Aufgabe des Vertrauensrates, sondern der Vorgesetzten meinte unser VR:
    Schließlich sei die Betriebsordnung auch vom Vertrauensrat unterschrieben wurden, demnach hätte auch der VR für die Durchsetzung zu sorgen.
    Dieser "Vertrauensrat" ist sozusagen ein "Werkzeug" eurer Geschäftsleitung - und im Vertrauensrat sitzen offensichtlich ein paar Hanseln, die sich nun ganz offensichtlich sehr wichtig vorkommen. Da stellt sich mir die Frage, ob diese Jungs überhaupt von der Belegschaft gewählt wurden - oder wurden sie von der Geschäftsleitung ernannt ???

    Klar - wenn es eine Betriebsordnung gibt, dann kann der "Vertrauenrat" bei Missachtung auch die Mitarbeiter auf deren Fehlverhalten hinweisen - so wie es jeder andere Kollege und Vorgesetzte auch kann ("Hey Egon, nimm doch den offiziellen Eingang und geh nicht immer hintenrum...").
    Mehr kann er nicht tun, also keine Anordnungen oder Verbote aussprechen und auch nicht irgendwelche Maßnahmen durchsetzen (das könnte in Teilbereichen ein Betriebsrat). Der "Vertrauensrat" hat keine Vorgesetztenfunktion, also Abmahnungen aussprechen oder sonstige disziplinarische Maßnahmen - das kann nur der zuständige Vorgesetzte oder die Geschäftsführung.
    Der Hinweis auf dem Aushang mag ok sein, über die angedrohten Maßnahmen solltet ihr laut und herzlich lachen.

    Ich denke, es wird Zeit einen Betriebsrat zu gründen. Das ist nicht schwer, notfalls mal bei der Gewerkschaft nachfragen, dabei nicht einschüchtern lassen (von dem Moment an, wo sich ein Wahlausschuss bildet, stehen dessen Mitglieder unter erweitertem Kündigungsschutz).

  8. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei bepe0905 für diesen nützlichen Beitrag:

    green (03.09.2012)

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