Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum - Seite 2
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Thema: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

  1. #11
    Status: Personalberater Array Avatar von bepe0905
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Ich habe den Eindruck, dass du etwas falsche Vorstellungen hast.

    Lückenlos sollte der LL schon sein, denn dies hilft dem Personaler, sich ein Bild vom Bewerber und seinen erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu machen.
    Und wer Lücken im LL hat, der hat vielleicht etwas zu verbergen - also entscheidet man sich im Zweifel eher für einen Bewerber, der einen vollständigen LL erstellt hat.
    Eigentlich hat doch jeder einen lückenlosen LL - oder hast du dich etwa mal für ein Jahr in Tiefschlaf versetzen lassen oder gibt es bei dir Zeiten, die du nicht erwähnen möchtest?

    Natürlich spielt auch die eigene Erfahrung des Personalers (und damit u.U. verbundene Vorurteile) eine gewisse Rolle. Wenn er z.B. mehrfach erlebt hat, dass ledige Bewerber schneller wieder wechseln, dann wird er sich evtl. für einen verheirateten entscheiden.
    Und wenn ich eine Stelle zu besetzen habe, die eine gewisse Berufserfahrung verlangt, dann ist mir das Geburtsdatum schon wichtig, denn ein Bewerber unter 30 Jahre wird kaum infrage kommen. Genauso, wenn ich jemanden suche, der als Nachfolger für einen altersbedingt ausscheidenden Mitarbeiter gesucht wird - der sollte dann bitte noch unter 60 Jahre alt sein. Der Beruf der Eltern wird heute aber i.A. nur bei Bewerbern auf einen Ausbildungsplatz angegeben. Wenn mir ein erwachsener Bewerber heute einen LL schickt, auf dem er seine Religionszugehörigkeit und den Beruf der Eltern angibt, dann weiß ich, dass er sich wohl seit mindestens 10 Jahren nicht mehr beworben hat......

    Zeugnisse sind für die meistens Personaler erst in der zweiten Durchsicht der Unterlagen interessant. Denn wenn der LL nichts aussagt, dann kann man sich das Lesen der Zeugnisse gerne ersparen.
    Aber oft kennt der Personaler die Firmen, in denen der Bewerber vorher gearbeitet hat (und auch deren wirtschaftliche Situation sowie Leute aus den dortigen Personalabteilungen). Mit diesem Wissen kann man in den Zeugnissen gut und gerne "zwischen den Zeilen" lesen und erfährt manchmal mehr, als der Bewerber es sich vorstellen kann.

    Ob Foto oder nicht - das mag auf den ersten Blick egal sein. Aber ein fotoscheuer Bewerber hat möglicherweise gewisse Komplexe, die ihn für bestimmte Berufe nur eingeschränkt verwendbar machen (z.B. im Vertrieb). Wie sagt man so treffend: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Mit gewissen Einschränkungen gilt das auch für Bewerbungen. Trotzdem spielt das für die Akzeptanz der Bewerbung nur eine untergeordnete Rolle.
    Aber während es in USA üblich ist, sich ohne Bild zu bewerben (dort fliegen die Schwarzen und Hispanoamerikaner halt auf Grund ihres Namens oder auch erst beim Vorstellungsgespräch raus), so ist es in Deutschland üblich, ein Bild auf dem Lebenslauf zu haben. Man kann sich in beiden Fällen darüber aufregen - oder sich an die jeweiligen Gepflogenheiten anpassen.

    Wer sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis bewirbt, der hat (fast) immer bessere Chancen als jemand, der schon länger arbeitslos ist. Das mag man bedauern - ist aber auch verständlich. Denn Arbeitslosigkeit ist zwar keine Schande - aber auch keine besondere Auszeichnung. Und die Wirtschaft sucht für freie Stellen eher "Winner-Typen", die sich beruflich weiter entwickeln und aufsteigen möchten und deshalb auch ihre nächste Stelle aussuchen können als Leute, die sich auf alle offenen Stellen bewerben, weil sie sonst Druck von der ARGE bekommen und mit Sanktionen rechnen müssen.

    Eigentlich finde ich die Art und Weise, wie hier in Deutschland Bewerbungen geschrieben und gelesen werden, nicht schlecht. Die deutsche Wirtschaft steht international gut da, wir haben eine relativ geringe Arbeitslosigkeit und viele deutsche Produkte sind auf dem Weltmarkt begehrt. Vielleicht liegt auch ein Teil dieser Erfolge in der Art und Weise, wie in den deutschen Firmen die Mitarbeiter ausgesucht werden .....
    Ich meine, will müssen uns nicht immer an den USA orientieren.

  2. #12
    Status: Personalberater Array Avatar von bepe0905
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Zitat Zitat von sunbeam 2000 Beitrag anzeigen
    ..... Allerdings haben in Amerika alle Kinder die Chance auf die Highschool zu gehen und danach aufs Kollege - Alle haben die Chance und es liegt an ihnen, die Chance zu nutzen.

    Hier in Deutschland wird hingegen schon nach der Grundschule aussortiert - in Richtung Zukunft (Gymnasium, Realschule) oder Abstellgleis (Real- / Haupt- / Sonderschule).
    Danach der Kampf um den Ausbildungsplatz - auch hier wird meiner Erfahrung nach oft danach entschieden, welchen Bildungshintergrund die Eltern der Bewerber haben, ob diese Selbstständig, Angestellt oder gar Arbeitssuchend sind.
    Ein Teenager aus "gutem" Elternhaus hat eher die finanzielle Möglichkeit und die Kenntnis, Bewerbungen in 1a Qualität an Ausbildungsbetriebe zu schicken.
    Und ich finde es eher peinlich, wenn es als "normal" angesehen wird, wenn Ausbildungsplatzsuchende für ein Bewerbungsphoto zum Visagisten gehen, nur damit sie den "ersten Eindruck" erfolgreich meistern.
    Und dann geht es für viele erst einmal in die Warteschleife, dann kommen Lücken im Lebenslauf und die Sache wird in Deutschland noch schwieriger für die Kandidaten.....
    Hallo Sunbeam,
    ich denke, du idealisierst hier sehr stark die amerikanischen Verhältnisse.
    JA - wir wissen, dass unser dreigliedriges Schulsystem reformbedürftig ist. Trotzdem haben in Deutschland viele Realschüler ein Wissen, das über dem eines amerikanischen Highschool-Abschluss liegt und die Berufsausbildung in Deutschland ist international anerkannt. So haben interessanterweise deutsche Absolventen und Bewerber mit Ausbildung aus Deutschland in sehr vielen Ländern gute Chancen auf einen Arbeitsplatz (gerade in USA).
    Und was die Chancen auf Highschool und Kollege betrifft: Theoretisch sind die Chancen in USA für alle gleich gut - aber schau doch mal, welche "Klassen" dort wirklich vertreten sind. Und wer in USA an einer guten Uni studieren will, der braucht entweder ein Stipendium (und somit erstklassige Noten) oder wirklich reiche Eltern - sonst hat er keine Chancen. Also - in der Praxis auch nicht viel anders als hier in D.

    Zitat Zitat von sunbeam 2000 Beitrag anzeigen
    .... Meine persönliche Rückmeldungsquote auf Bewerbungen in Nordamerika beträgt im Schnitt 96 % -
    Meine persönliche Rückmeldungsquote auf Bewerbungen in Deutschland - 1 % (Ich kann und will mir kein 1a Bewerbungsphoto leisten und ich weigere mich im Lebenslauf zu lügen bzw Lücken "auszuschminken")
    Meine Arbeitszeugnisse aus Deutschland sind nicht so toll, weil ich das "Fachchinesisch" nicht interpretieren konnte und mich daher nicht gegen ein "Mangelhaft" gewehrt habe.
    Verstehe mich nicht falsch, aber was hier im deutschsprachigen Raum, speziell in Deutschland abgeht, ist echt ein Armutszeugnis für die Gesellschaft und die Politik. .....
    Wenn die Bewerbungen nicht zum erwarteten Erfolg führen, dann kann das viele Gründe haben.
    Vielleicht liegt's "nur" am Bild, vielleicht an der Sorgfalt (oder Nachlässigkeit) der Bewerbung, vielleicht an den Zeugnissen, vielleicht am Leser der Bewerbung, vielleicht aber auch am Bewerber .....
    Im letzten Fall müsste man an sich selbst arbeiten - ín den anderen Fällen kann man wenigstens herzhaft schimpfen und sich über die Leser und die Verhältnisse aufregen.

  3. #13
    Status: Wieder gebraucht Array Avatar von Oberbuxe
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Zitat Zitat von bepe0905 Beitrag anzeigen

    Eigentlich finde ich die Art und Weise, wie hier in Deutschland Bewerbungen geschrieben und gelesen werden, nicht schlecht. Die deutsche Wirtschaft steht international gut da, wir haben eine relativ geringe Arbeitslosigkeit und viele deutsche Produkte sind auf dem Weltmarkt begehrt. Vielleicht liegt auch ein Teil dieser Erfolge in der Art und Weise, wie in den deutschen Firmen die Mitarbeiter ausgesucht werden .....
    Ich meine, will müssen uns nicht immer an den USA orientieren.
    Findest du aber, dass das für die Arbeitnehmer als solche auch gilt? Oder für Bewerber?

  4. #14
    Status: Personalberater Array Avatar von bepe0905
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Ich finde, wenn wir uns am Ausland orientieren (was nicht grundsätzlich schlecht sein muss), dann sollten wir aber nicht nur die dort scheinbar positiven Dinge sehen, sondern auch die weniger schönen.
    So finden wir es z.B. toll, dass in USA (angeblich) jeder eine Chance hat und nicht nach Zeugnissen und Lebensläufen geurteilt wird, sondern vielmehr das (möglicherweise vorhandene) Potenzial des Bewerbers gesehen und dieser schnell und unkompliziert eingestellt wird. Dann sollten wir aber auch wissen, dass es in USA keinen mit Deutschland vergleichbaren Kündigungsschutz gibt. Und so fliegt genau dieser Bewerber vielleicht nach einem Jahr ohne Angabe von Gründen wieder raus.

    Manchmal habe ich den Eindruck, viele Menschen hier in Deutschland hätten gerne Firmen, die offen und bereitwillig und schnell auch solche Mitarbeiter einstellen, die sich mit unvollständigen Unterlagen bewerben und möglicherweise keine passende Qualifikation nachweisen können (aber vielleicht entsprechendes Potenzial haben), diese gut bezahlen und auch in schlechten Zeiten nicht kündigen. Und wenn dann das Unternehmen insolvent ist - dann soll gefälligst der Staat eingreifen und die Firma retten.

  5. #15
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    Zitat Zitat von bepe0905 Beitrag anzeigen
    Ich habe den Eindruck, dass du etwas falsche Vorstellungen hast.
    ... Und wer Lücken im LL hat, der hat vielleicht etwas zu verbergen - also entscheidet man sich im Zweifel eher für einen Bewerber, der einen vollständigen LL erstellt hat....

    ... Der Beruf der Eltern wird heute aber i.A. nur bei Bewerbern auf einen Ausbildungsplatz angegeben. Wenn mir ein erwachsener Bewerber heute einen LL schickt, auf dem er seine Religionszugehörigkeit und den Beruf der Eltern angibt, dann weiß ich, dass er sich wohl seit mindestens 10 Jahren nicht mehr beworben hat......

    ...Zeugnisse sind für die meistens Personaler erst in der zweiten Durchsicht der Unterlagen interessant. Denn wenn der LL nichts aussagt, dann kann man sich das Lesen der Zeugnisse gerne ersparen...

    ...

    Wer sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis bewirbt, der hat (fast) immer bessere Chancen als jemand, der schon länger arbeitslos ist. Das mag man bedauern - ist aber auch verständlich. Denn Arbeitslosigkeit ist zwar keine Schande - aber auch keine besondere Auszeichnung. Und die Wirtschaft sucht für freie Stellen eher "Winner-Typen", die sich beruflich weiter entwickeln und aufsteigen möchten und deshalb auch ihre nächste Stelle aussuchen können als Leute, die sich auf alle offenen Stellen bewerben, weil sie sonst Druck von der ARGE bekommen und mit Sanktionen rechnen müssen.

    Eigentlich finde ich die Art und Weise, wie hier in Deutschland Bewerbungen geschrieben und gelesen werden, nicht schlecht. Die deutsche Wirtschaft steht international gut da, wir haben eine relativ geringe Arbeitslosigkeit und viele deutsche Produkte sind auf dem Weltmarkt begehrt. Vielleicht liegt auch ein Teil dieser Erfolge in der Art und Weise, wie in den deutschen Firmen die Mitarbeiter ausgesucht werden .....
    Ich meine, will müssen uns nicht immer an den USA orientieren.

    Ohne Worte ...
    Wenn ich lese dass "wer Lücken im Lebenslauf hat wohl etwas zu verbergen hat" finde ich das erschreckend.
    Also werden Lebensläufe entsprechend "frisiert" ... um Lücken zu verbergen. Hier beisst sich die Katze in den Schwanz...

    Beruf der Eltern hat nichts mit dem Potential des Bewerbers für einen Ausbildungsplatz zu tun.
    Gerade in einem Land, wo schon die schulische Laufbahn sehr von der sozialen Schicht des Elternhauses zu tun hat.
    Und ich habe nie behauptet, dass sich "Eltern" sowie andere Daten auf klassische Arbeitsplatzbewerbungen beziehen.
    Wer lesen kann ist bekanntlich im Vorteil.

    Sicher haben wir in Deutschland eine geringe Arbeitslosigkeit - offiziell. Was hinter den Kulissen passiert, damit die AL Statistik entsprechend gut dasteht, wird in D gerne außer Acht gelassen. Von den ganzen Aufstockern, die für Hungerlöhne in ganz offiziellen Berufen arbeiten sowie Praktikanten (Landschaftsarchitekten als Gärtnereipraktikant, Ausgebildete Busfahrer mit Berufserfahrung als Praktikant auf einem Linienbus) ... Ja, da freut sich die Wirtschaft und die Arbeitslosenstatistik.


    Zum Thema Qualität des Realschulabschusses im Vergleich zum US- Highschoolabschluss.
    Mach dir mal Gedanken darüber, was ein Schüler von dem gelernten Zeugs überhaupt braucht.
    In Nordamerika wird eher wert darauf gelegt, dass die Kids lernen, wie sie Informationen beschaffen, wie man sich sozial engagiert, etc ... In Deuschland wird i.d.R. für die nächste Klausur gelernt und danach wird das gelernte oft vergessen, weil es Ballast ist.
    Geändert von sunbeam 2000 (21.01.2015 um 12:22 Uhr)
    Let's continue to stand up for those who are vulnerable to being left out or marginalized.

  6. #16
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Zitat Zitat von sunbeam 2000 Beitrag anzeigen
    Ohne Worte ...
    Wenn ich lese dass "wer Lücken im Lebenslauf hat wohl etwas zu verbergen hat" finde ich das erschreckend.
    Also werden Lebensläufe entsprechend "frisiert" ... um Lücken zu verbergen. Hier beisst sich die Katze in den Schwanz....
    Das ist doch Quatsch?
    Erstens interessieren 20 Jahre alte Lücken heute niemanden (naja - Ausnahmen gibt's immer), zweitens sollte ein Lebenslauf schlicht und einfach vollständig sein und einen umfassenden Überblick über die beruflichen Erfahrungen des Bewerbers geben (nicht nur in D, sondern das gilt für ganz Europa). Wer in seiner Vita einige "krumme Punkte" oder Zeiten der Nichtbeschäftigung bzw. Tätigkeiten in einem anderen Beruf hat, der kann dies ja reinschreiben.
    Gerne kannst du auch Lücken lassen, aber dann musst du dich darauf einrichten, das der Personaler im Vorstellungsgespräch (falls es dazu kommt) hier nachhakt.

    Zitat Zitat von sunbeam 2000 Beitrag anzeigen
    Beruf der Eltern hat nichts mit dem Potential des Bewerbers für einen Ausbildungsplatz zu tun..
    Leider sehr oft doch - häufiger als man allgemein annimmt.

    Zitat Zitat von sunbeam 2000 Beitrag anzeigen
    Zum Thema Qualität des Realschulabschusses im Vergleich zum US- Highschoolabschluss.
    Mach dir mal Gedanken darüber, was ein Schüler von dem gelernten Zeugs überhaupt braucht.
    In Nordamerika wird eher wert darauf gelegt, dass die Kids lernen, wie sie Informationen beschaffen, wie man sich sozial engagiert, etc ... In Deuschland wird i.d.R. für die nächste Klausur gelernt und danach wird das gelernte oft vergessen, weil es Ballast ist.
    Ja, genau - deshalb sind die Amerikaner ja auch so universell und umfassend gebildet,
    Deshalb gibt es in Amerika keine "Unterschicht", kaum Kriminalität, alle Amerikaner sind sozial- und krankenversichert, alles zufriedene, glückliche Menschen in sicheren Berufen
    Geändert von bepe0905 (21.01.2015 um 14:04 Uhr)

  7. #17
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    @ Oberbuxe

    Ich bin Deutsche, Einzelkind einer Alleinerziehenden welche wegen Mangels Nachmittagsbetreuung nach Kiga/Schule keine Arbeit fand und daher Sozialhilfe bekam. Gelernt hat meine Mutter Hauswirtschaft. Daher trotz 1.5er Schnitt nach der Grundschule auf die Hauptschule - "Bildungsfern" wuerde man heute sagen.
    Ich bin dann auf Realschule versetzt worden nach der 6. Klasse - weil ich einen Lehrer hatte, der merkte, dass ich mich nur langweile (hab Schwedische Comics im Unterricht gelesen). Nach der Realschule dann Handelsschule, und danach Wirtschaftsgymnasium. Dort hab ich von Lehrern gehört, was ich denn als Proll auf der Schule suche ... Hab mich durchgekämpft.
    Bewerbungsgespräche: Ist ja erstaunlich, dass Sie mit Ihrem Bildungshintergrund Abitur geschafft haben, aber wir glauben nicht, dass diese Ausbildung etwas für Sie ist. (habe mich im Finanzwesen beworben) - Damals gab es leider noch keine Computer und kein Internet - zumindest nicht in für arbeitslose Familien erschwinglichen Rahmen.
    War nach der Schule langzeitarbeitslos, obwohl ich mich massiv Beworben und Klinken geputzt habe.
    Dann mit Vitamin B am Arbeitsamt bin ich in eine Umschulung gekommen (IT-Systemkauffrau) bei einer Akademie eines renommierten Prüfkonzerns. 3.5 Jahre auf 2 Jahre gekürzt da Vollzeitunterricht, von den 1.5 Jahren hatten wir mangels Dozenten "Psychosoziales Training".
    1. Praktikum in einer Softwarefirma in Kassel - dort durfte ich Kaffee kochen und Putzen, wie es sich fuer eine Frau meines "Bildungsstandes" gehört, An die Rechner durfte ich nicht. War der Akademieleitung und dem Arbeitsamt allerdings egal, da sie keine Reaktion zeigten auf meine Beschwerden.
    Mein 2. Praktikum hab ich dann in Stuttgart gemacht in der IT Abteilung eines Versicherungskonzernes - habe drum gekämpft und mich mit der Akademieleitung sowie dem Arbeitsamt angelegt. Dann durfte ich dort antreten und habe sogar Fahrtkosten bekommen.

    Fazit: von 26 Teilnehmern haben 2 Bestanden, 24 sind durchgefallen. Ich habe bestanden, aber mit einem Schnitt von 4 (Außer Buchführung lol, da hatte ich im Berufsschulzeugnis wieder eine 1).
    Wer nimmt schon jemanden, der im Prüfungszeugnis mit 4ern glänzt? Wie die 4 zustandegekommen ist - hat keinen Arbeitgeber interessiert. Ich hatte null Rückmeldungen und bin beim Klinkenputzen abgelehnt worden wegen meines Zeugnisses - Der Grund interessierte nicht.

    Also wieder Arbeitslos und Sozialhilfe und später ALG2 - einiges an Minijobs als Kassenkraft aber nichts gescheites.

    Dann hatte ich hat ein paar Bewerbungen nach Amerika geschickt. Nur Lebenslauf und Motivationsbrief, keine Zeugnisse, kein Photo, kein Geburtsdatum und nur die Arbeitsverhältnisse der letzten 10 Jahre oder die letzten 3 Arbeitgeber. Eine Riesenlücke von 10 Jahren nach Abitur und dem ersten gelisteten Job.
    Ich hatte etwa 90 % Rückmeldung, obwohl ich im Anschreiben mitteilte, dass ich eine Arbeitsgenehmigung brauche.
    Ich habe mich dann für die Firma entschieden, die Linguistiktester für Software suchte. Dort hatte ich dann 4 Jahre gearbeitet, danach noch in einer anderen Firma als Buchhaltungsassistentin, und bin halt vor 14 Tagen wieder zurück nach Deutschland wegen Familienangelegenheiten.

    Habe mich seit über einem Jahr in Deutschland beworben und auf etwa 600 Bewerbungen nur 2 Antworten bekommen, eine davon war ein Minijob und die andere eine Anfrage, ich solle mich melden wenn ich ALG2 bekomme, dann könnte ich als Kassenkraft im Praktikum anfangen....

    Ich bin derselbe Mensch mit dem gleichen Potential - unabhängig ob ich mich in Deutschland oder Amerika bewerbe.
    An irgendetwas wird es wohl liegen ... und im Bereich Buchhaltung ist es irrelevant ob ich in Deutschland oder Amerika arbeite - in beiden Ländern wird 100% Genauigkeit beim Verbuchen von Geschäftsvorfällen sowie bei Berechnung von Abschreibungen, Steuern, Rabatten, Lohnnebenkosten, etc erwartet.
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  8. #18
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Das ist halt typisch "deutschsprachiger Raum Denke".

    Einen Personaler in Nordamerika (Kanada mit eingeschlossen), in UK, Irland, und vielen anderen Ländern interessiert es halt nicht, was ein potentieller Kandidat vor 10 oder 20 Jahren gemacht hat. Abschlüsse von Universitäten, Collgeges sowie höchster Schulabschluss gehört zu den Infos bezüglich Bildung.

    Ein Personaler in Amerika z.B. weiß ganz genau, dass ein Mitglied der oberen Gesellschaftsschicht mehr Chancen hat eine adequate Bildung zu bekommen und Lücken sinnvoll für deb Lebenslauf zu füllen als ein Mitglied der unteren Gesellschaftsschicht. Und wenn dann da laufend Stünde, Arbeitssuchend, wäre er ausrangiert. Weil jemand anderes vielleicht schreiben kann "Auslandsaufenthalt um Fremdsprache zu lernen", oder Praktikum bei Firma soundso - mit dem nötigen Finanziellen Hintergrund kann man sich soetwas leisten. Wenn der finanzielle Hintergrund fehlt, sieht es schon schwieriger aus.

    Aber da kann ich mir einen Wolf argumentieren .... ist halt Tradition hier in Deutschland und entsprechend wird aussortiert oder zum Dumpinglohn verheizt. Geiz ist halt Geil - zumindest bei etlichen Arbeitgebern.

    Nachtrag: GiG bezüglich Mitarbeitern in Produktion/Service - Administration, Management sowie Aktionäre wollen halt auch verdienen - also muss irgenwo gespart werden.
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  9. #19
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Zugegeben - eine schwierige Situation.
    Du hast dich bemüht, hast das Beste aus deiner Lage gemacht, hast dich angestrengt - und trotzdem konntest du keine Erfolge einfahren.
    Das Leben ist ungerecht - und das Verhalten deiner damaligen Lehrer auf dem Wirtschaftsgymnasium ist unentschuldbar.

    Aber nun zu den Fakten:
    Wenn ich es richtig verstehe, dann hast du also (außer deiner IT-Umschulung) keine abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium.
    Und IT-Systemkauffrau ist nun leider auch nicht gerade eine "Spitzenposition", sondern halt ein "typischer" Weiterbildungsabschluss, den einige tausend Umschüler gemacht haben.

    Logisch - dass die Leser deiner früheren Bewerbungen (nach der Umschulung) unter diesen Umständen auf die damaligen Zeugnisse geschaut haben und dass ihnen auch deine lange Arbeitslosigkeit suspekt war. Ich weiß ja nicht, wie du diese in deinem LL erklärt (oder wie du es ausdrückst: "frisiert") hast. Und mit Abschlussnote "4" wird es auch nicht leichter.
    Aber bei jeder deiner Bewerbungen steht du im Wettbewerb mit vielen anderen Bewerbern, die entweder ein besseres Zeugnis haben oder zusätzliche Berufserfahrung vorweisen können. Das sind die Fakten, die man - im Gegensatz zu deinem Potenzial - sehen kann.
    Und beantworte mir doch mal die Frage:
    Warum soll ein Personaler gerade DICH einladen, wenn er ein Dutzend weitere Bewerbungen auf seinem Schreibtisch liegen hat, die (zumindest auf den ersten Blick) besser oder passender aussehen als deine?

    Du solltest aber nicht davon ausgehen, dass die damalige Arbeitslosigkeit auch heute noch der Grund für die Ablehnungen ist. Natürlich ist der LL unter diesen Umständen alles andere als "geradlinig". Aber gerade dann muss man ihn erklären. Dazu gibt es schließlich das sog. "Motivationsschreiben", in dem man "Reklame in eigener Sache" macht.

    Aber jetzt behaupte ich mal:
    wenn du 600 Bewerbungen verschickt und nur 2 Antworten bekommen hast, dann liegt es nicht ausschließlich an den Lesern oder deren "deutschen Mentalität", sondern zumindest zu 50% auch an dir bzw. an deinen Bewerbungen.
    Du kannst zwar hier über die Verhältnisse klagen, über die Personaler und deren Unternehmen, über die Mentalität - aber du wirst dies alles nicht ändern können. Also musst du an dir selbst arbeiten nach dem Motto "Wer in USA arbeiten will, der muss sich gemäß den amerikanischen Gewohnheiten bewerben - wer in Deutschland einen Job sucht, der muss dies nach den deutschen Gepflogenheiten tun."
    Soviel Anpassung muss nun mal sein, wenn man erfolgreich sein will.

    Ein Gedanke:
    du hast nun eine Ausbildung im IT-Bereich und außerdem sehr gute Buchhaltungskenntnisse. Sprich doch mal deinen Sachbearbeiter bei der ARGE an, wie es mit SAP-Kursen im Buchhaltungsbereich aussieht (Module Fibu/ Controlling). Dies könnte ein Weg sein, in einem Unternehmen eine Stelle als Sachbearbeiterin in der Buchhaltung zu bekommen.

  10. #20
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    AW: Bewerbungsunterlagen im deutschsprachigen Raum

    Hey Sunbeam 2000. Ich meine das jetzt nicht im geringsten gehässig oder böse, sondern als Vorschlag für jemanden, bei dem ich sehe, dass sie gefrustet ist: Hast du dir überlegt dich in Nordamerika zu bewerben? Das wäre ja wesentlich erfolgreicher für dich, oder?

    Woher kommt deine Erfahrung eigentlich?

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