Leitfaden Mitarbeitergespräche - Seite 2
Gigajob-Forum Deutschland - das Forum für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Fragen und Antworten zu: Jobsuche, Bewerbung, Arbeitsklima, Weiterbildung, Ausbildung, ARGE/Jobcenter, Arbeitslosigkeit, Schule, Studium, Ausbildung, Existenzgründung, Selbständigkeit, Mitarbeiter und vieles mehr...
Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2
Ergebnis 11 bis 15 von 15

Thema: Leitfaden Mitarbeitergespräche

  1. #11
    Status: keine Angabe Array
    1+

    Registriert seit
    02.08.2013
    Beiträge
    43
    Punkte: 584, Level: 12
    Level beendet: 79%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 16
    Aktivität: 22,0%
    Dankeschöns vergeben
    0
    Dankeschöns erhalten
    13
    Errungenschaften:
    3 Monate registiert 500 Erfahrungs-Punkte

    AW: Leitfaden Mitarbeitergespräche

    Ich führe im monatlich an die 15 MA-Gespräche. Wichtig finde ich, dass man diese Gespräche regelmäßig führt - dann haben beide Seiten auch keine Angst davor und es kommt Routine rein.
    Je nach Firma und Aufgabengebiet finde ich auch, dass man dem MA im Vorfeld ein paar Aufgaben mitgeben kann, meistens ergeben sich diese jedoch aus dem Gespräch - und ich mache, wenn etwas grundlegendes geklärt werden muss noch ein Folgegespräch (damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht).

    Ob mein Ablauf optimal ist, weiß ich natürlich nicht. Jedoch sind meine MA mit dem Ablauf ganz zufrieden.

    Grundsätzlich: Feedback sollte nie vorwurfsvoll gegeben werden. Zusätze wie "ist nicht böse gemeint" finde ich schrecklich. Außerdem achte ich darauf, ausschließlich positiv zu formulieren. Also statt "Du musst...!" - besser "Bitte achte in Zukunft besonders auf xy, damit....".

    Zunächst frage ich immer "Wie gehts dir aktuell?" und dann lasse ich den MA kommen (hier werden dann auch mal private Dinge angesprochen bzw. kommt der MA selbst mit arbeitsbezogenen Dingen).
    Danach frage ich "Ok, gibt es Dinge, die wir bzw. ich besser machen können? Wo hast du noch Wünsche? Was können wir tun?" (ich finde es wichtig, mir Feedback über mich selbst zu holen) - hier antworten mir die MA oft sehr offen, da ich versuche, eine wirklich angenehme Atmosphäre zu schaffen.
    Ich halte nichts von Fragen "Wie schätzt du dich selbst ein?" - da diese Fragen oft darauf abzielen, genau das zu hören, was man dem MA an die Backe klatschen will. Ich will keinen vorführen.
    Nachdem der MA mir sein Wohlbefinden geäußert hat und mir Feedback gegeben hat, fange ich an, ihm Feedback zu geben. Dabei achte ich darauf, dass wir die Feedbackregeln beachten. Soll heißen, ich zeige dem MA zunächst auf, was richtig gut läuft und wo er sich ggf. gesteigert hat - da nehme ich mir auch viel Zeit für Lob und Motvation. Anschließend zeige ich ihm die Punkte auf, die meines erachtens verbessert werden müssen (dabei achte ich darauf, dass ich den MA nicht mit all seinen Verfehlungen bombardiere, sondern feedbacke nur die wichtigsten Dinge.) und zeige auf, welche Konsequenzen dies hat. Dann frage ich ihn, ob er das auch so sieht oder ob er eine andere Position hat - ggf. klären wir dann, wenn wir nicht übereinstimmend denken. Hiernach frage ich den MA, welches Ziel er sich selbst stecken will (dabei achte ich darauf, ob das Ziel erreichbar ist) und wie wir das erreichen werden. Wenn das Ziel und der Weg klar ist, frage ich ob er soweit einverstanden mit dem Gespräch ist oder ob er noch was auf dem Herzen hat. Am Schluss sage ich dann immer noch etwas wertschätzendes, etwa "Ich bin mir sicher, wenn du jetzt weiter an xy arbeitest, dann..." etc. Anschließend sage ich noch, dass der MA jederzeit zu mir kommen kann und soll, wenn etwas drückt "nur wer redet, kann gehört werden" abschließend bedanke ich mich für das Gespräch.

    Das ist mein Ablauf eines typischen monatlichen Feedbackgesprächs, Diziplinargespräche laufen natürlich etwas anders ab.

  2. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Papaya für diesen nützlichen Beitrag:

    Physicus (17.10.2013)

  3. #12
    Status: keine Angabe Array
    Registriert seit
    14.10.2013
    Beiträge
    3
    Punkte: 29, Level: 2
    Level beendet: 16%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 21
    Aktivität: 15,0%
    Dankeschöns vergeben
    0
    Dankeschöns erhalten
    0

    AW: Leitfaden Mitarbeitergespräche

    Hallo Poseidon, findest du es denn aber nicht wichtig, neben den rein beruflichen Sachen, auch persönliche Dinge über die Mitarbeiter zu wissen, die mit Arbeit zu tun haben? Und wenn der Mitarbeiter bald vorhat, für ein halbes Jahr zu fehlen, dann finde ich das schon wichtig für die Planung, oder nicht?

    Papaya: Das ist ja die beste Liste die ich je gefunden habe - der ideale Leitfaden würde ich sagen.
    Ich halte nichts von Fragen "Wie schätzt du dich selbst ein?" - da diese Fragen oft darauf abzielen, genau das zu hören, was man dem MA an die Backe klatschen will. Ich will keinen vorführen.
    Kannst du das nochmal genauer ausführen? Verstehe noch nicht ganz, wie das gemeint ist.

    Du legst also einen großen Wert darauf, den Mitarbeiter nicht nur zu befragen, sondern auch "aufzubauen" oder?

  4. #13
    Status: keine Angabe Array
    1+

    Registriert seit
    02.08.2013
    Beiträge
    43
    Punkte: 584, Level: 12
    Level beendet: 79%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 16
    Aktivität: 22,0%
    Dankeschöns vergeben
    0
    Dankeschöns erhalten
    13
    Errungenschaften:
    3 Monate registiert 500 Erfahrungs-Punkte

    AW: Leitfaden Mitarbeitergespräche

    Zitat Zitat von agabulgo Beitrag anzeigen

    Papaya: Das ist ja die beste Liste die ich je gefunden habe - der ideale Leitfaden würde ich sagen.

    Kannst du das nochmal genauer ausführen? Verstehe noch nicht ganz, wie das gemeint ist.

    Du legst also einen großen Wert darauf, den Mitarbeiter nicht nur zu befragen, sondern auch "aufzubauen" oder?
    :)

    Ja, ich lege in der Tat viel Wert auf "aufbauen" (eben eine Mischung aus Anforderungen, Lob und Motivation)

    Also noch mal zur Selbstreflektion des MA: Klar ist es schön, wenn der MA sich auch selbst einschätzen kann - mich stört hier nur die konkrete Frage danach.
    Das alles ergibt sich meist eh im Gespräch unter Punkt 1 "Wie geht´s dir?" Dann berichten mir die MA von Erfolgen, aber auch Baustellen, die sie noch haben. Aber ich frage eben nie direkt, wie die MA ihren derzeitigen Stand einschätzen. Denn: ist das mein Auftrag, den MA zu erziehen bzw. ihn hinsichtlich seiner Selbsteinschätzung zu "bewerten"? Ich spreche einfach aus, was ich vom MA möchte. Das andere ist mir eine zu pseudo-psychologische Herangehensweise, die ich vielleicht mal bei meinen Kindern mache "Und, wie siehst du dich selbst?" Diese Frage wird doch im Arbeits-Kontext nicht aus ehrlichem Interesse heraus gestellt, sondern man wartet, ob der MA schon selbst Standpunkte nennt, die man eh gleich aufgreifen wollte. Ich (und das ist nur meine bescheidene Meinung, ich urteile nicht, wenn es jmd anders sieht) finde die Frage nach der Selbsteinschätzung daher eher kontraproduktiv - es hat was von Prüfung, in der ich als Vorgesetzter dann zustimme oder dementiere. Aber ist das wirklich sinnvoll? Wenn ich möchte, dass der MA sich Gedanken zu xy machen soll, dann sage ich ihm das ganz konkret.

  5. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Papaya für diesen nützlichen Beitrag:

    Physicus (17.10.2013)

  6. #14
    Status: Arbeitgeber Array
    Registriert seit
    24.05.2011
    Beiträge
    524
    Punkte: 3.890, Level: 39
    Level beendet: 60%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 60
    Aktivität: 3,0%
    Dankeschöns vergeben
    12
    Dankeschöns erhalten
    58
    Errungenschaften:
    Stichwortvergeber 1000 Erfahrungs-Punkte Foren-Veteran

    AW: Leitfaden Mitarbeitergespräche

    Zitat Zitat von agabulgo Beitrag anzeigen
    Hallo Poseidon, findest du es denn aber nicht wichtig, neben den rein beruflichen Sachen, auch persönliche Dinge über die Mitarbeiter zu wissen, die mit Arbeit zu tun haben? Und wenn der Mitarbeiter bald vorhat, für ein halbes Jahr zu fehlen, dann finde ich das schon wichtig für die Planung, oder nicht?
    Sicherlich ist es auch wichtig die Mitarbeiter in gewisser Weise privat zu kennen. Trotzdem ist ein Arbietnehmer nicht verpflichtet mir sowas vorab zu sagen und das habe ich eben zu akzeptieren, also kann ich mir die Frage auch sparen.
    Ansonsten ist es meiner Erfahrung nach so, dass für private Themen eher andere Gegebenheiten da sind, Firmenfeiern beispielsweise und Papaya hat sicherlich auch recht damit, dass gewisse private Themen von vielen Mitarbeitern in den Gesprächen selbst angesprochen werden.

  7. #15
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
    Registriert seit
    03.06.2011
    Beiträge
    2.160
    Punkte: 8.779, Level: 63
    Level beendet: 10%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 271
    Aktivität: 59,0%
    Dankeschöns vergeben
    152
    Dankeschöns erhalten
    198
    Errungenschaften:
    Stichwortvergeber Hyperaktiv! 5000 Erfahrungs-Punkte Foren-Veteran

    AW: Leitfaden Mitarbeitergespräche

    Hi Papaya! Ich wollte mich an dieser Stelle stellvertretend für alle Arbeitgeber/Chefs/Abteilungsleiter etc. bedanken, die deinen Beitrag gelesen haben. Das ist ein sehr guter! Beide!

    Ich finde auch wie Poseidon dass man die Grenze zwischen privat und Arbeit nicht zu sehr verwischen sollte. Damit tut man sich nur kurzfristig einen Gefallen, langfristig schafft man sich damit immer Probleme.
    „Wer eine Hühnerfarm leitet, muss nicht selbst Eier legen können.“
    (Oswald Neuberger)

Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •