Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?
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Thema: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

  1. #1
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    MMMM!

    Zuallererst:
    Nein, ich bin kein Arbeitgeber, sondern wusste nur nicht, wohin mit dem Ding.

    Aus einer kürzlichen Diskussion über einen schwerbehinderten Studenten, der zudem im Rollstuhl sitzt (Ja, es war nicht nett, tut mir leid. ), ging hervor, dass er stinkfaul war und lieber andere für sich arbeiten ließ. Da er dann zwar auf Biegen und Brechen das Zertifikat erhalten würde, das seine Kompetenzen bescheinigt, bzw. bescheinigen sollte, würde er dennoch mit mangelndem Wissen und einer ungünstigen Einstellung ins Arbeitsleben einsteigen.

    Nun aber ist es ja so, dass Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, einen bestimmten Prozentsatz an Schwerbehinderten einzustellen oder sie zahlen eine "Strafe".

    Jetzt meine Frage an die Arbeitgeber:
    Weil sie dadurch ja praktisch unkündbar sind, wie verfahrt ihr mit solchen Mitarbeitern, die definitiv nicht das nötige Können, bzw. Wissen besitzen, um ihre Arbeit effizient auszuüben? Ich rede hier nicht von Dingen wie "Ich kann meine Hände nicht bewegen und brauche daher Hilfsmittel beim Arbeiten am Computer", sondern "Ich bin als Programmierer eingestellt, habe aber keine Ahnung, wie das überhaupt geht"

    Das Ganze jetzt natürlich nicht ausschließlich auf Schwerbehinderte gemünzt, sondern allgemein auf Arbeitnehmer, die aus irgendwelchen Gründen kaum oder nur schwer zu kündigen sind.

    Versucht ihr ihnen Arbeiten aufzutragen, bei denen sie nichts kaputtmachen können? Oder ärgert ihr euch über das rausgeschmissene Geld und versucht dennoch, sie bestmöglich in ihren Job einzuweisen?

    THX 11-38 im Voraus.
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  2. #2
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Ich bin auch kein Arbeitgeber aber ich habe es als Arbeitnehmer gelesen und mir jetzt auch die Frage gestellt wie ich es sehen würde. Mein erster Gedanke war, das kann ja wohl nicht sein, ein Zertifikat zu bekommen das einem quasi geschenkt wird. Ist ja ähnlich wie die rechtswidrige Erwerbung eines Doktortitels aus dem Ausland. Ein Prüfungsausschuss muss das entscheiden und zwar unabhängig vom Arbeitgeber, hätte ich zumindest gedacht. Und was seine Nicht-Arbeit betrifft, weil er es nicht will oder kann, dann soll er eben was "Leichtes" vorgesetzt bekommen wo er eben seine Arbeitszeit absolviert. Also Deine letztere Frage würde ich, wenn ich Arbeitgeber wäre, bejahen.

  3. #3
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Wenn ich Arbeitgeber wäre, wäre mir auch das Geld zu schade, für zu wenig Leistung zu viel zu zahlen. Also, ich würde ihm andere Aufgaben geben und entsprechend entlohnen. Was nützt mir ein Handwerker, der keinen Nagel in die Wand schlagen kann (Beispiel).

  4. #4
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Was ich nicht wirklich verstehe, wieso kann jemand nur weil er behindert ist (die Menschen tun mir leid, ehrlich aber) Zertifikate erhalten die er nicht mit den gleichen Voraussetzungen in den Händen halten kann wie ein "gesunder" Mensch. Da darf es keine Unterschiede und auch keine Sonderbehandlung geben. Das wollen übrigens die meisten Menschen mit Behinderung nicht, ich finde das ist ein nicht besonders schöner Charakterzug von dem Kollegen. Als Chef würde ich ihn behandeln wie jeden anderen auch, seine geistigen Fähigkeiten, ich meine vom Mitarbeiter, sind doch nicht eingeschränkt.
    Stau ist nur am Ende doof...vorne geht’s.

  5. #5
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Praktisch unkündbar, das fühlt sich an als ob dem Arbeitgeber total die Hände gebunden sind in solch einem Fall. Das kann ja auch irgendwie nicht sein. Aber unsere Rechtslage ist manchmal ein bisschen unverständlich. Ich wäre auch dafür dass man ihn versetzt, also eine andere Aufgabe gibt, eine die er "kann". Das ist ja nicht verboten.

  6. #6
    Status: Super GAZ 64 Array Avatar von GAZ Vodnik
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Was passiert dann eigentlich, wenn derjenige dann vors Arbeitsgericht geht, weil er entsprechend seinem Arbeitsvertrag bezahlt und beschäftigt werden will, obwohl er insgeheim keine Ahnung hat?

    Also um wieder das Programmierer-Beispiel aufzugreifen, wird der Arbeitnehmer dann dazu verdonnert, nur noch Excel-Listen zu führen und erhält entsprechend weniger Gehalt. Das findet er jedoch doof und geht vor Gericht, um sich sein ursprüngliches Gehalt mitsamt Stelle einzuklagen. Was würde dabei rauskommen?
    Geändert von GAZ Vodnik (08.01.2016 um 16:34 Uhr)
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  7. #7
    Status: keine Angabe Array Avatar von Turbolady
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Ich glaube dass die Richter in dem Falle eher dem Arbeitgeber Recht geben. Zumindest hat er seine Schuldigkeit getan und ihn eingestellt. Ein Arbeitgeber hat doch auch Rechte, nämlich zu entscheiden wo der AN einsetzbar ist und entsprechend entlohnt. Man kann ihn nicht dazu zwingen jemanden Aufgaben zu übertragen zu denen er nicht fähig ist und im Vergleich zu den Kollegen mehr Geld für weniger Leistung bekommt. Ich bin kein Richter aber das sage ich mal so aus dem Bauch raus.
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  8. #8
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Man darf aber nicht übersehen dass es einen Arbeitsvertrag gibt, darauf kann sich der Mitarbeiter beziehen und er weiß das sicher auch. Der Arbeitgeber muss dann beweisen können dass sein Mitarbeiter jedoch keine Ahnung hat von dem was er als Kenntnisse vorgibt. Gut dass es Leute gibt die sich mit Recht und Gesetz auskennen. Ich würde mich mal von einem Rechtsanwalt beraten lassen.

  9. #9
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Jaaa, aber im Arbeitsvertrag steht nicht drin dass er für Däumchen drehen eingestellt ist oder eine unqualifizierte Qualifikation mitbringt. AG und AN ist wie geben und nehmen. Leistungsgerechte Bezahlung fällt mir dazu ein

  10. #10
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    AW: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern mit Kündigungsschutz?

    Zitat Zitat von GAZ Vodnik Beitrag anzeigen
    Aus einer kürzlichen Diskussion über einen schwerbehinderten Studenten, der zudem im Rollstuhl sitzt, ging hervor, dass er stinkfaul war und lieber andere für sich arbeiten ließ.
    Da er dann zwar auf Biegen und Brechen das Zertifikat erhalten würde, das seine Kompetenzen bescheinigt,

    Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Schwerbehinderten einzustellen oder sie zahlen eine "Strafe".

    Jetzt meine Frage an die Arbeitgeber:
    Weil sie dadurch ja praktisch unkündbar sind, wie verfahrt ihr mit solchen Mitarbeitern, die definitiv nicht das nötige Können, bzw. Wissen besitzen, um ihre Arbeit effizient auszuüben?
    Hier ist wohl bei der Diskussion mit den Halbwissenden, so einiges schief gelaufen. War wohl eine der Stammtischrunden.

    Zum einen, ein Zertifikat bescheinigt nicht unbedingt die Befähigung zu einer bestimmten Tätigkeit, sondern erst einmal nur, dass der Bewerber in diesem Bereich einen Abschluss hat.

    Damit das Kündigungsschutzgesetz greift, muss eine Schwerbehinderung, nach § 85 SGB IX, vorliegen. Die Art bzw. eine Rollstuhlnutzung spielt hierbei keine Rolle, nur ein Rollstuhlfahrer kann generell nicht in z.B. in einem Steinbruch eingesetzt werden.

    Die sog. Strafe nennt man Ausgleichsabgabe § 71 SGB IX und muss nur von Unternehmen mit einer bestimmten MA Anzahl abgeführt werden. Bei 20-39 MA wäre es ein Schwerbehinderter.

    Nun zum Kündigungsschutz nach §§ 85 – 92 SGB IX. Dieser greift insbesondere, wenn es um betriebsbedingte Kündigungen, Teilschließung, Arbeitplatzwegfall usw. handelt. Hier sind die besonderen Vorschriften einzuhalten und die Zustimmung des Integrationsamtes einzuholen § 87 Abs. 2 SGB IX.

    Kündigungsschutz für Schwerbehinderte oder Gleichgestellte heißt nicht, dass dieser Personenkreis einen Freibrief haben. So wird das IA bei Personen- bzw. verhaltenbezogenes Fehlverhalten oder z.B mangelnder Eignung, Minderleistungen, wohl kein Problem mit einer Kündigungszustimmung haben. Dies erst Recht nicht, wenn der Bewerber zuvor getäuscht hat. Bei weniger als 6 Monaten, gibt es eh kaum ein Problem.

    Auch hat generell ein Schwerbehinderter kein Anrecht auf bevorzugte Einstellung. Deshalb heißt es ja, "schwerbehinderte Bewerber mit gleicher Qualifikation und persönl. Eignung", werden bevorzugt berücksichtigt.

    Denke, damit ist die Frage beantwortet. dass Schwerbehinderte unkündbar sind, sie genießen gegenüber den anderen AN nur einen höheren Schutz.

    Wenn er dann faulheitsbedingt nur noch Exceltabellen sortieren darf, sollte er eher nicht den Klageweg einschlagen, sondern froh sein, dass er noch bei dem AG arbeiten darf.
    Mit einer solchen Klage täte er sich keinen Gefallen.
    Geändert von -a bacus (11.01.2016 um 20:19 Uhr)

  11. die folgenden 2 Benutzerbedanken sich bei -a bacus für den nützlichen Beitrag:

    bepe0905 (12.01.2016), GAZ Vodnik (12.01.2016)

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