Nachfolge Familienunternehmen
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Thema: Nachfolge Familienunternehmen

  1. #1
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    Nachfolge Familienunternehmen

    Hallo liebe Mitglieder,

    ich bin Mitte 20, habe mein BWL Studium beendet und bin nun in der Firma meines Vaters tätig (60-70 Beschäftigte), Tätigkeitsfeld Einzelhandel.
    Laut Plan werde ich das Unternehmen im kommenden Jahr übernehmen und hoffentlich erfolgreich weiterführen.

    Im Moment plagen mich gerade große Zweifel an dem Vorhaben. Einerseits ist meine Position als "Tochter des Chefs" nicht gerade einfach. Alle Mitarbeiter tuscheln, beobachten jeden Schritt und Tritt von mir und ich bin Gesprächsthema Nummer 1. Sobald ich neue Vorschläge bringe wird erstmal abgeblockt und als "Hochschul Schnick Schnack" abgestempelt. Jeden Tag muss ich mir irgendwelches Gemotze von Mitarbeitern anhören: Zu wenig Geld, zu wenig Urlaub, dies läuft verkehrt, das läuft verkehrt, Mitarbeiterin XY hört zu laut Musik bla bla bla etc. Auch die ganzen Verhandlungen mit Lieferanten überfordern mich gerade hochgradig. In meinem Kopf herrscht ein rießengroßes Chaos und ich habe Angst den ganzen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Auch das ganze finanzielle und steuerlichen Überlegungen und Aspekte überfordern mich im Moment sehr.

    Zum Anderen bin ich mir auch nicht sicher ob das wirklich die Tätigkeit ist, die ich ein Leben lang machen möchte. Ich habe viele Interessen - war während meinem Studium auch viel im ehrenamtlichen Bereich - das hat mir sehr großen Spaß gemacht. Einerseits möchte ich die Firma, andererseits weiß ich nicht ob ich das wirklich ein Leben lang machen möchte. Gut möglich, dass ich in 10-20 Jahren sage "keine lust mehr, ich mach was anderes". Mein Vater lebt für diese Firma, sein Herzblut steckt darin. So ist es bei mir jedoch nicht. Natürlich steckt auch eine gewisse Leidenschaft für mich darin, die Firma zu führen ABER mein ganzen Leben nur nach diesem Unternehmen auszurichten und mein ganzes Herzblut steckt leider nicht darin.

    Mein Vater hat durch seine Selbstständigkeit und seinem ständigem arbeiten auch viel im Leben verpasst. Kaum Urlaub, von den eigenen Kinder nur wenig mitbekommen etc. Ich will nicht, dass es mir auch so geht. Ich habe einfach Angst heute eine Entscheidung zu treffen, die ich in 10 Jahren bereue.

    Ich weiß gerade einfach nicht wie das alles werden soll. Ich würde es sicherlich ein Leben lang bereuen, wenn ich es nicht zumindest versucht hätte, das Unternehmen weiterzuführen. Viele Tätigkeiten z. B. im Bereich Marketing oder die Außendienstbetreuung bereiten mir auch großen Spaß! Auf der anderen Seite habe ich Bedenken mich einer Sache zu verschreiben, die sich in ein paar Jahren vll. doch als Fehlentscheidung entpuppt und dann in dem Strudel festzustecken. Was mach ich denn, wenn ich in 10 Jahren feststelle, dass mich das ganze nicht erfüllt und ich nicht zufrieden damit bin?!?! Was hab ich denn für Möglichkeiten?

    Musste mein Leid und meine Bedenken jetzt einfach irgendwo mal anbringen. Vielen dank fürs Lesen!
    Geändert von DieNeue (05.02.2015 um 09:14 Uhr)

  2. #2
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Letztendlich liegt die Entscheidung bei Dir aber mein Vorschlag wäre die Firma zwar zu übernehmen und Deinen Schwerpunkt darauf zu legen was Dir wirklich liegt und Du mit Leidenschaft machen möchtest. Die anderen Bereiche könntest Du in die Hand eines anderen kompetenten Mitarbeiter legen ohne dass Du den Überblick oder gar Deinen Status verlierst. Früher oder später wird Dich die Belegschaft ganz sicher als Chefin akzeptieren und respektieren. Wenn sie merken dass Du nicht nur Vaters Tochter sondern eine gut gebildete und zugängliche Chefin bist wird es Dir auch Freude bereiten den Betrieb weiter zu führen. Aber wie schon erwähnt, die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Was der Verzicht auf Urlaub und so Deinen Vaters betrifft, er musste alles erst einmal erschaffen, aufbauen. Jetzt geht es doch hauptsächlich darum die Firma weiter zu führen. Aber ich verstehe Deine Bedenken sehr gut. Hast Du schon mal mit Deinem Vater darüber gesprochen?

  3. die folgenden 2 Benutzerbedanken sich bei Theo Retisch für den nützlichen Beitrag:

    DieNeue (09.01.2015), Physicus (09.01.2015)

  4. #3
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Mit meinem Vater über diese Themen zu sprechen ist nicht ganz einfach. Im Zuhören ist er nicht so gut, eher im Reden - im Gegensatz zu mir ;) Zumeist kommen dann irgendwelche Anekdoten aus seinem Berufsleben (was Mitarbeiter über ihn getratscht haben oder was er früher für Zweifel hatte etc.) und die Konsens ist dann "Tochter mach dir nicht so viele Gedanken". Wirklich geholfen ist mir damit auch nicht. Wenn ich bedenken äußere, ob ich das ganze in 10 Jahren auch noch machen möchte kommen meist Antworten wie "wer weiß schon was in 10 Jahren ist". Er versteht solche Gedankengänge bzw. Zweifel einfach nicht - für ihn war Arbeiten und die Selbstständigkeit einfach komplett die Erfüllung.

    Wahrscheinlich muss ich das ganze einfach mal ein paar Jahre machen, wie gesagt gibt es ja schon viele Bereiche die mir Spaß machen, allerdings weiß ich eben nicht ob ich das in einigen Jahren immer noch so sehe. Aber falls alle Stricke reißen und ich in 10 Jahren todunglücklich im Unternehmen bin, dann könnte man es ja rein theoretisch immer noch verkaufen....?! Mir ist einfach Angst irgendwann das Unternehmen alleine an der Backe zu haben und im schlimmsten fall noch unglücklich dabei zu sein. Ach herrje.....dieses Gedankenkarussell .
    Geändert von DieNeue (05.02.2015 um 08:59 Uhr)

  5. #4
    Status: Personalberater Array Avatar von bepe0905
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Vielleicht kennst du den Spruch: "Unter einer starken Eiche wächst nichts Großes nach ..."
    Ich weiß nicht, wie stark bzw. dominant dein Vater ist - aber mit Sicherheit hat er die Firma geprägt.
    Und nun schauen alle, was da nachwächst, das ist verständlich.

    Denn für die Mitarbeiter geht es um viel: evtl. um erworbene "Privilegien", um Sicherheit, um Geld, um den eigenen Arbeitsplatz, - also um die eigene Zukunft.
    Und da der Mensch ein großes Beharrungsvermögen hat, schauen viele besonders skeptisch auf alle Änderungen.

    Die Frage ist, wie bei euch der Übergang laufen soll.
    Bleibt dein Vater noch einige zeit aktiv mit "im Geschäft" oder zieht er sich ganz zurück?

    Im ersten Fall kann es sein, dass (besonders langjährige, ältere) Mitarbeiter sich bei Problemen (oder wenn sic sich ungerecht behandelt fühlen) direkt an deinen Vater wenden und dich übergehen.
    Das wäre "tödlich" für dich, da müsstest du mit deinem Vater ganz klare regeln vereinbaren und aktiv kommunizieren.

    Im zweiten Fall stündest du plötzlich mit der gesamten Verantwortung da - auch nicht ganz leicht.
    Da wäre es sinnvoll, sich einen Coach zu suchen, mit dem du dich anfangs wöchentlich, später vielleicht monatlich triffst und mögliche Probleme besprichst.

    Der beste Weg wäre, dass sich dein Vater aus dem aktiven Geschäft zurück zieht - aber im Hintergrund für dich als Berater verfügbar bleibt.
    Schließlich kennt er den Laden ja am Besten und hat dies alles mehr oder weniger auch schon mal mitgemacht.

    Bezüglich deiner Ängste wegen Finanzen und Steuern hast du doch hoffentlich einen fähigen externen Steuerberater (und in der Firma einen guten Buchhalter)?
    Denn dazu sind Fachleute schließlich da, dass sie dich in diesen Fragen unterstützen.

    Ein Familienunternehmen zu übernehmen und erfolgreich weiter zu führen - das muss ja keine Aufgabe fürs Leben sein.
    Du kannst in 10 oder 15 Jahren immer noch darüber nachdenken, das Unternehmen zu verkaufen oder einen Geschäftsführer einzustellen.
    Aber im Moment sehe ich dies als reizvolle Herausforderung, die auch Spaß machen kann.
    Und das gilt umso mehr, wenn dir dein Vater zutraut, sein "Lebenswerk" weiter zu führen.

    Allerdings musst du zeigen, dass du weißt, was du willst.
    Do solltest also vielleicht keine "neuen Vorschläge" bringen, sondern ein Problem mit den Mitarbeitern besprechen, deren Vorschläge anhören und dann (evtl. eine Woche später) deine Entscheidung treffen, was wie gemacht wird. Denn eine Vorgesetzte, die lediglich Vorschläge macht, zeigt damit ihre eigene Unsicherheit - und das trägt nicht dazu bei, bei den Mitarbeitern Vertrauen in die neue Führung zu schaffen.

    Und wen dann jemand abgeblockt und als "Hochschul Schnick Schnack" abstempeln will, dann musst du dich durchsetzen und klar machen, dass ab sofort nach dem von dir angeordneten "Hochschul-Schnickschnack" verfahren wird.
    Wenn Mitarbeiter mit irgendwelchem "Gemotze" kommen, dann musst du dem auf den Grund gehen. Vielleicht haben sie ja nicht ganz unrecht. Ansonsten lass sie motzen - so lange du von der Richtigkeit deiner Anweisungen überzeugt bist. Zu wenig Geld und zu wenig Urlaub hat jeder (oder meint zumindest, das es so sei). Falls es bei euch im Gehaltsgefüge Ungerechtigkeiten gibt, dann lässt sich dies ja überprüfen und abstellen.
    Und so Dinge wie "Mitarbeiterin XY hört zu laut Musik", "es ist zu kühl - es ist zu warm - es zieht..." usw... bla bla bla, das sind die Probleme und Problemchen, mit denen sich jeder Vorgesetzte rumzuärgern hat.

    Mein Rat:
    - den Mitarbeitern zuhören,
    - evtl. zerstrittene Mitarbeiter gemeinsam zum Gespräch bitten,
    - überlegen,
    - evtl. einen Coach oder deinen Vater um Rat fragen,
    - entscheiden,
    - darauf achten, dass die Entscheidungen auch befolgt werden.
    Geändert von bepe0905 (08.01.2015 um 19:39 Uhr)

  6. die folgenden 3 Benutzerbedanken sich bei bepe0905 für den nützlichen Beitrag:

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  7. #5
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Hier sind ja schon einige gute Tipps gefallen und ich muss nichts wiederholen. Aber was dir vielleicht auch helfen könnte wäre eine gescheite Organisation. Momentan scheint es so, als ob alles etwas chaotisch ist. Wenn du selbst mehr Organisation reinbringst, dann wird es schon mal einfacher.

    Außdem sind die ganzen Angestellten momentan die Angestellten deines Vaters. Überlege dir: Kannst du für die Tätigkeiten, die dir nicht gefallen neue Leute ins Boot holen, die dann wirklich von dir eingestellt wurden und die dein Machwrek sind? Das wäre etwas, worauf du dich schon freuen kannst und hinarbeiten kannst.

    Außerdem gilt: Nur Mut! Viele Leute wachsen an ihren Aufgaben! Auch in dir steckt eine starke Persönlichkeit, da bin ich mir sicher!
    „Wer eine Hühnerfarm leitet, muss nicht selbst Eier legen können.“
    (Oswald Neuberger)

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    DieNeue (09.01.2015)

  9. #6
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Zitat Zitat von DieNeue Beitrag anzeigen
    Mit meinem Vater über diese Themen zu sprechen ist nicht ganz einfach. Im Zuhören ist er nicht so gut, eher im Reden - im Gegensatz zu mir ;) Zumeist kommen dann irgendwelche Anekdoten aus seinem Berufsleben (was Mitarbeiter über ihn getratscht haben oder was er früher für Zweifel hatte etc.) und die Konsens ist dann "Tochter mach dir nicht so viele Gedanken". Wirklich geholfen ist mir damit auch nicht. Wenn ich bedenken äußere, ob ich das ganze in 10 Jahren auch noch machen möchte kommen meist Antworten wie "wer weiß schon was in 10 Jahren ist". Er versteht solche Gedankengänge bzw. Zweifel einfach nicht - für ihn war Arbeiten und die Selbstständigkeit einfach komplett die Erfüllung.

    Wahrscheinlich muss ich das ganze einfach mal ein paar Jahre machen, wie gesagt gibt es ja schon viele Bereiche die mir Spaß machen, allerdings weiß ich eben nicht ob ich das in einigen Jahren immer noch so sehe. Aber falls alle Stricke reißen und ich in 10 Jahren todunglücklich im Unternehmen bin, dann könnte man es ja rein theoretisch immer noch verkaufen....?! Mir ist einfach Angst irgendwann das Unternehmen alleine an der Backe zu haben und im schlimmsten fall noch unglücklich dabei zu sein. Ach herrje.....dieses Gedankenkarussell .
    Hier noch ein Tipp, der hilfreich sein könnte:
    In vielen Bezirken gibt es in der jeweiligen IHK (oder Handwerkskammer) die sogenannten "Wirtschaftsjunioren". Das sind jüngere Unternehmen/innen, die sich teilweise in einer ähnlichen Situation befinden und vergleichbare Probleme haben wie du. Auch in sozialen Netzwerken findest du gelegentlich Foren, die gezielt für Jungunternehmer/innen gedacht sind. So findest du beispielsweise in XING über 100 regionale Gruppen von Wirtschaftsjunioren, die sich teilweise nicht nur im Internet austauschen, sondern auch gelegentliche oder regelmäßige Treffen anbieten.

    Ich will aber auch nicht verschweigen, dass ich in deinem Fall ein mögliches Problem sehe:.
    Du bist 27 Jahre alt, hast gerade dein Studium erfolgreich abgeschlossen - aber wahrscheinlich noch keine wirkliche Praxis in Unternehmen sammeln können.
    Im Allgemeinen ist ein Studium ja mit mehreren Praktika verbunden - hast du solche in anderen Unternehmen machen können oder immer "nur" im elterlichen Betrieb?

    Grundsätzlich sagt mir meine Erfahrung, dass man - bevor man ein Unternehmen leitet - während des Studiums in mindestens 2 verschiedenen Firmen Praktika machen und dann nach dem Studium wenigstens 3-5 Jahre außerhalb des väterlichen Betriebs seine Erfahrungen sammeln sollte. Das öffnet einem den geistigen Horizont, denn erfolgreiche Unternehmer brauchen eine gewisse Weitsicht.
    Und diese Weitsicht erwirbt man dadurch, dass man nicht nur das eigene Unternehmen kennt.

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    DieNeue (09.01.2015)

  11. #7
    Status: keine Angabe Array Avatar von destino
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Satz "Wer weiß schon, was in 10 Jahren ist" abgedroschen für dich klingt. Im Grunde hat dein Vater allerdings recht damit. Eine Übernahme der Firma jetzt heißt nicht, dass du auf ewig nur dort bleiben musst. Wenn du tatsächlich in 10 Jahren (oder wann auch immer) merkst, dass es nichts mehr für dich ist, dann gibt es Möglichkeiten für dich etwas anderes zu machen und die Firma anderweitig leiten zu lassen. Aber wer weiß, vielleicht kannst du dir in 10 Jahren auch ein Leben ohne diese Firma gar nicht mehr vorstellen...

    Dass du Bedenken hast verstehe ich. Das ist ein riesen Schritt und viel Verantwortung. Ich kann das sogar nachvollziehen, da ich vor einigen Jahren die Firma meines ehemaligen Chefs auch übernommen habe. Der Untershcied ist bloß, dass ich mich ohnehin selbständig machen wollte und dann statt eigener Gründung eben die Übernahme kam.
    Trotzdem, das ist nicht ohne, aber auch eine riesen Chance für dich! Es wird seine Zeit dauern, bis du da richtig drin bist und alles läuft, aber in der Zeit kannst du viel lernen und super wachsen.
    Für alles, bei dem du Hilfe brauchst gibt es Hilfe. Es gibt Coaches, Gründerberater (hatte ich zum Beispiel - allerdings schon bevor die Übernahme zur Sprache kam), Kurse und es spricht absolut nichts dagegen sich auch als Chef weiter zu bilden! Und es wäre tatsächlich top, wenn dein Vater dir beratend (mehr aber auch nicht) zur Seite steht, wenn du ihn brauchst.

    Für die Angstellten ist das auch eine neue Situation nach den vielen Jahren, die dein Vater der Chef war. Aber ich denke auch, dass sich das mit der Zeit einpendeln wird. Festgefahrene Systeme sind schwer zu ändern, da hast du sicher recht. Aber wenn die Mitarbeiter merken, dass sich etwas positives tut, dann werden sie vielelicht gerade motiviert bei den Veränderungen mitzuziehen.

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    DieNeue (10.01.2015)

  13. #8
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    AW: Nachfolge Familienunternehmen

    Es ist immer eine Frage der Zeit, wie Du Dich in das Geschäft einlebst und wer weiß, vielleicht doch als Cheffin der Firma wohl fühlst wenn Du erst einmal die Fäden in der Hand hast. Versuche es und spring ins kalte Wasser und wenn Du merkst dass Du in Zukunft doch etwas anderes willst kannst Du dann auch noch entscheiden. Nicht erst nach 10 Jahren, das wirst Du sicher auch früher feststellen. Wenn es wirklich nicht geht muss es Dein Vater dann auch akzeptieren, denn versucht hättest Du es dann ja zumindest.

  14. Die folgenden Benutzer bedanken sich bei Louis für diesen nützlichen Beitrag:

    DieNeue (10.01.2015)

  15. #9
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    Ich sag das nicht, um dich zu beleidigen oder dir was vorzuwerfen, aber ich würde dir gerne helfen deine Perspektive zurecht zu rücken:

    Wenn du eine Firma quasi geschenkt bekommst, dann solltest du sehr froh sein. Ich bin Selbsträndiger und habe es wirklich nicht leicht, mich zu etablieren. Du auf der anderen Seite kannst gleich aus dem Vollen schöpfen. Sei froh, dass du diese Chance bekommst, ich jedenfalls bin schon ein wenig neidisch.

    Gleichzeititg merke ich aber auch, dass icjh es als junger Unternehmer mit eigener Firma in gewisser Weise auch leichter habe. Den Druck, den du hast, spüre ich momentan nicht (oder anders).

    Als Tipp: Dieser leitende Angestellte scheint dein stärkster Verbündeter zu sein. Halte dich an den und entwerfe mit ihm gemeinsam eine Strategie für die nächstren 12 Monate, 3 Jahre und 5. Das würde ich machen wenn ich in deiner Position wäre.

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    DieNeue (10.01.2015)

  17. #10
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    Na, dann haben sich einige meiner Befürchtungen ja schon im positiven Sinne erledigt.
    Du hast mit dem Betriebsleiter eine Art "Coach", der gleichzeitig die Betriebsinternas kennt und trotz langer Betriebszugehörigkeit offen ist für neue Ideen. Glückwunsch - denn solche Leute findet man nur selten.
    Und die Kommunikation in eurem engeren Führungskreis scheint auch zu funktionieren.

    Wieweit du dir deinen Vater in Führungsfragen als Vorbild nimmst, das muss deine Entscheidung sein. Ich denke, du solltest ganz bewusst deinen eigenen Stil finden und halten. Denn sonst wärest du nur ein "jüngerer, weiblicher Abklatsch" deines Vaters - aber eine Führungskraft sollte immer ein "Original" sein. Das bedeutet ja nicht, dass man nicht trotzdem von Älteren das eine oder andere lernen und übernehmen kann.

    Eine gewisse Dominanz wirst du dir im Laufe der Jahre wahrscheinlich ohnehin zulegen - das kommt ganz unbewusst mit wachsender Erfahrung. Pass aber auf, dass du dir deine Offenheit und deine Kunst des Zuhörens bewahrst.
    So ist es auch ein guter Vorsatz von dir, künftig nicht zu schnell Vorschläge zu machen, sondern die Sache erst mal in Ruhe zu überlegen und über Alternativen nachzudenken.

    Lass dir Zeit!
    Wenn ich an meine erste Führungsaufgabe denke......
    Damals war ich auch erst 28 Jahre alt, leitete eine kleine Abteilung mit 4 Mitarbeitern, bekam dann aber aus verschiedenen Gründen sehr schnell immer neue Aufgaben und Verantwortung und hatte sehr bald mehrere Abteilungen mit mehr als 25 Mitarbeitern zu führen. Aus heutiger Sicht müsste ich sagen, dass ich jede Menge an Fehlern machte und dass alles nur deshalb so gut klappte, weil ich tolle Mitarbeiter hatte.

    Du wirst feststellen: wenn einem die Arbeit grundsätzlich Spaß macht, dann wächst der Mensch mit seinen Aufgaben.

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    DieNeue (10.01.2015)

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