Mit der Kraft langsam am Ende
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Thema: Mit der Kraft langsam am Ende

  1. #1
    Status: zwischen den Stühlen Array
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    Mit der Kraft langsam am Ende

    Wir haben vor 4 Jahren den Betrieb meiner Schwiegereltern übernommen. Anfangs lief es gut - zumindest finanziell (halt die üblichen Übernahmeproblemchen). Mein Mann konnte das Geschäft ausweiten. Im Nov. 12 übernahmen wir dann noch einen Imbiß zusätzlich. Mein Mann sah das als Chance an, die "mauen Wintermonate" zu überbrücken, da wir so tägliche Einnahmen haben (haben Partyservice und Imbißwagen). Aber es gab von Anfang an Probleme mit den Mitarbeitern. Überwarf sich mein Mann mit seinem besten Freund, der eigentlich als Geschäftsführung angestellt war. Kurz drauf gab es Probleme mit der fest Angestellten die wir mit dem Betrieb übernommen hatten. Den Prozess vorm Arbeitsgericht verloren wir leider (halbes Jahr weiterbeschäftigt ohne arbeiten zu müssen, dazu 1 Monatsgehalt Abfindung). Und auch geschäftlich läuft es nicht mehr so. Die Einnahmen sind extrem eingebrochen. Derzeit haben wir dort eine festangestellte, 4 Aushilfskräfte und mich. Die Stimmung ist irgendwie im Keller. Die Angestellte macht eigentlich den Schichtplan, das läuft dann so, das sie ihre Zeiten einträgt, meine Zeiten einträgt und die Aushilfen sich eintragen wo sie denn arbeiten wollen/können. Was dazu führt, das immer wieder "Löcher" aufkommen. Dafür fühlt sich dann aber keiner Zuständig und mein Mann und ich können dann immer schauen wie wir das deichseln.
    Auch im eigentlichen Betrieb hier läuft es nicht mehr wirklich rund. Im letzten Jahr haben wir Minus eingefahren. Wie klar war, das wir ins Minus gehen, haben wir angefangen umzustrukturieren. Unrentables rausgeschmissen. Meinen Schwager und meine Schwiegermutter die Wintermonate über arbeitslos gemeldet... Aber es dauert natürlich bis sich das bemerkbar macht.
    Im Jan. Rücksprache mit Bank und Steuerberater gehalten. Sah auch alles gut aus. Meine Sorge war halt, das wir mit Minus in die "saure Gurkenzeit" gingen. Das wir aber die Saison jetzt brauchen um das Minus wieder auszugleichen. Bank lies sich aber nur auf befristeten Dispo ein. Wir würden uns im März/April nochmal zusammensetzen wg. langfristiger Planung.
    Irgendwie haben wir uns dann über Wasser gehalten. Bzw. im März/April wurde die Luft "dünn". Der Bankberater war mal krankk, dann wieder nicht zu sprechen, dann im Urlaub..... Wie es gar nicht mehr ging (Kontosperre vom Finanzamt), bekamen wir einen Termin bei seiner Vertretung. Der ging - Rückblickend - irgendwie total in die Hose. Wir erklärten die aktuelle Lage, legten Zahlen vor und sie meinte das müsste sie mit ihren Vorgesetzten besprechen, am nächsten Tag bekam mein Mann nur zu hören "von uns gibt es kein Geld mehr" und Karsamstag hatten wir die Kündigung der Geschäftsverbindung von der Bank im Briefkasten
    Immerhin haben wir es mit Hilfe von einem befreundeten Bankkaufmann geschafft, das diese wieder zurückgenommen wurde (war aber ein langer und harter Kampf, hinzu kam, das auch mein Privatkonto gesperrt war, da es ein Gemeinschaftskonto war und es blieb gesperrt auch nach Zahlung, da die Bank dem Finanzamt mitteilte das wir keine Konten mehr hätten, daher schickte das FA keine Aufhebung raus.... usw.)

    Die Zeit hat natürlich Spuren hinterlassen und die Geschäftsverbindung wurde auch nur wieder aufgenommen wie zuvor - das Minus sitzt uns immer noch "im Nacken" . Die Gelder sind knapp. Wir kämpfen und kämpfen. Ich kann nicht mehr. Vom Kopf her weiß ich, das wir die Saison durchhalten müssen, das es sinnlos ist jetzt hinzuschmeißen, wir im Nov. schauen müssen wie es weitergeht. Sowohl mit dem Imbiß (Pächter möchte den Pachtvertrag gern kündigen) als auch mit der Firma hier. Mir geht es psychisch gar nicht mehr gut. Es dreht sich hier alles nur noch um die Firma, wie wir wann was wie bezahlen, wer wie wo wann arbeitet, die Kinder kommen total zu kurz, vom richtigen Familienleben mal ganz zu schweigen. Mein Mann kämpft für seinen Traum von der Selbstständigkeit. In seinen Augen hat das einfach zu klappen. Er arbeitet hart und verlangt von allen Anderen eben so harte Arbeit. Ist aber auch zu freundlich und lässt sich viel gefallen - ärgert sich zwar über Leute im Team, lässt dann aber so Sachen wie die Löcher im Schichtplan "durchgehen" bzw. springt selber ein. Das Problem ist halt, das man sehr schwierig Aushilfen bekommt und klar, die die wir haben sind eingearbeitet denen möchte er es dann auch "Recht machen". Das wird aber (gerade in letzter Zeit) gern ausgenutzt.

  2. #2
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Hallo Familie und Blue AG!
    Ich höre hier richtig raus, wie hart die Lage momentan bei euch ist. Du leidest persönlich, ihr leidet als Paar, als Familie und als Firma.
    Ich denke, was Hilfe bringen könnte, wäre erstmal Ordnung in die Sache zu bringen.

    Macht vielleicht mal eine Liste mit Sachen die momentan "falsch" laufen bzw. mit denen ihr beide unzufrieden seid.
    Teilt das auf:
    Was muss sich in er Firma ändern? (zum Beispiel: Verhältnis mit der Bank, Probleme mit Angestellter, Aushilfen sind zu frech, vielleicht neuer Pächter?)
    Was muss sich in der Familie ändern? (zum Beispiel: Feste Zeiten mit Kindern, feste Zeiten als Paar, ...)

    Schaut dann, was jetzt machtbar ist und was man "ertragen muss", was vielleicht nervig ist aber erst noch warten kann und so weiter. Also die richtigen Prioritäten setzen. Als Ehepaar gründen ist natürlich immer nicht so leicht, weil man nicht nur Geschäftspartner ist, sondern auch noch mehr Bedürfnisse hat.


    Wie alt sind denn eure Kinder?
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  3. #3
    Status: zwischen den Stühlen Array
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Die Mädchen sind 9 und fast 15 Jahre. Also GsD nicht mehr so klein und zudem auch echt verständnisvoll. Die Große hat z.B. am WE ein bisschen mitgearbeitet (und so ihr TG aufgebessert), die Kleine musste den Nachmittag und Abend gestern komplett allein verbringen (Schwiegereltern wohnen für den Notfall nebenan ) fand sie zwar nicht schön, hat es aber gut gemeistert.


    Eine Liste was sich in der Familie ändern muss hab ich im Jan. bereits einmal gemacht. Er gibt sich Mühe - aber klar, gerade jetzt in der Saison ist es nicht immer machbar.
    Im Prinzip wissen wir ja was sich in der Frima ändern muss, aber wie das erreichen? Das Verhältnis zur Bank ist durch die Kündigung noch ein bisschen schwierig. Sie wollen halt immer neue Zahlen sehen, die wir aber beim Steuerbüro beantragen (und bezahlen) müssen. Ich muss für mich sagen, das ich (hört sich blöd an - ist aber derzeit schon fast so) streckenweise kaum die Fillale betreten kann (Herzrasen, Angstgefühl...)
    Den Imbiß haben wir nur gepachtet. Der Verpächter möchte wie gesagt uns den Pachtvertrag kündigen - da herschen noch Uneinigkeiten (die zu klären sind wir bei). So gesehen ist er dabei Ordnung reinzubringen, aber es geht halt immer nur Schritt für Schritt und ist echt mühsam, zumal ich das Gefühl hab das alle anderen "querschießen"

  4. #4
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Wenn man das so liest tut es einem richtig Leid, wie es um Euch, Euren Betrieb steht. Der Vorschlag eine Liste zu erstellen um einen klaren Durchblick zu bekommen finde ich wirklich gut, denn wann alles durcheinander gerät und man den "roten Faden" verliert, wäre das schon mal ein Anfang Ordnung in den Ablauf zu bringen. Wie sind Eure Arbeitszeiten? Wenn so viel zu tun ist, dann muss es doch auch wieder berauf gehen, wenn auch langsam? Setzt Euch mal zusammen und überprüft Eure Abläufe, Einnahmen und Ausgaben. Vielleicht reduziert ihr auch die Zeit ein wenig damit auch Erholung möglich ist, sonst führt alles irgendwann wirklich zum Zusammenbruch.

  5. #5
    Status: keine Angabe Array Avatar von destino
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Zitat Zitat von Familie und Blue AG Beitrag anzeigen
    Die Angestellte macht eigentlich den Schichtplan, das läuft dann so, das sie ihre Zeiten einträgt, meine Zeiten einträgt und die Aushilfen sich eintragen wo sie denn arbeiten wollen/können. Was dazu führt, das immer wieder "Löcher" aufkommen. Dafür fühlt sich dann aber keiner Zuständig und mein Mann und ich können dann immer schauen wie wir das deichseln.
    Ich picke mir das hier mal als Beispiel raus für die Schwierigkeiten im Betrieb bzw. mit den Angestellten.
    Sowas geht eigentlich gar nicht. Entweder müsst ihr als Chefs die Schichtpläne machen oder, wenn es denn diese eine Angestellt macht, dann muss sie es richtig und sorgfältig machen. Dass es nicht funktioniert, wenn jeder sich irgendwie, irgendwann mal selbst einträgt, überrascht mich nicht so sehr.

    Hier würde ich als erstes überlegen, ob ihr spricht du und/oder dein Mann in Zukunft die Pläne lieber selbst macht. Wenn nicht und es soll doch die Angestellte weiterhin machen, dann müsst ihr ihr klar kommunizieren, dass sie das sorgfältiger machen muss und zwar so, dass es keine Lücken gibt. Dafür macht man schließlich so einen Plan. Und es ist euer gtes Recht als Chef das auch durchzusetzen - aber natürlich auch eure Pflicht.

  6. #6
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Ohne Plan läuft erstmal garnichts. Ich stimme da zu, dass Ihr den Plan selbst erstellt. Natürlich kann man nicht über die Köpfe der Mitarbeiter bestimmen, aber miteinander absprechen. Hier eine Lücke, da ein Zuviel, das kann nicht gut gehen. Nehmt die Fäden in die Hand, Ihr seid die Chefs, es ist Euer Betrieb und Ihr habt das Sagen. Mitbestimmung ist gut, aber nur dann wenn es auch funktioniert. Es mag hart klingen was ich schreibe aber härter ist es doch, wenn Ihr irgendwann den Kampf aufgebt ohne versucht zu haben, ein gut durchdachtes System hinein zu bringen. Ich wünsche Euch dass es wieder berauf geht, auch wenn es seine Zeit braucht.

  7. #7
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Habt ihr denn die Schwierigkeiten, zumindest teilweise, auch mit euren Angestellten besprochen? Ist denen klar, wie wichtig es gerade jetzt ist an einem Strang zu ziehen und dass jeder sich auf den anderen verlassen kann?

  8. #8
    Status: Arbeitgeber Array Avatar von Physicus
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    AW: Mit der Kraft langsam am Ende

    Die Frage, ob die Belegschaft denn überhaupt etwas davon weiß, wie die Lage ist, ist eine sehr gute.
    Auch wenn es "nur" Aushilfen sind, wäre ein fester Plan für die Angestellten wichtig.

    Darüber hinaus finde ich auch, dass du etwas gegen den Stress und die Angst machen soltest, grade was die Bank angeht.

    Habt ihr mal an eine Familientherapie gedacht? Vielleicht auch ein gezieltes Coaching für dich und/oder deinen Mann? Einfach um zu lernen mit der Situation umzugehen.
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