Bandscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?
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Thema: Bandscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

  1. #1
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    Bandscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Hallo Forum,

    ich habe einen Bandscheibenvorfall der mir inzwischen ziemlich zu schaffen macht. Mein Arzt wollte mich krank schreiben aber ich wollte es nicht. Weil ich schon öfter kurzzeitig krank geschrieben wurde, fürchte ich dass mir gekündigt wird wenn ich schon wieder krank geschrieben werde. Ich bin immer sofort zur Arbeit sobald es mir besser ging, ich kann es mir nicht leisten schon wieder zu fehlen. Mein Arzt hat mich gewarnt dass es schlimmere Komplikationen geben kann wenn ich nicht auf ihn höre, und dass die Schmerzmittel Nebenwirkungen haben die nicht zu unterschätzen sind. Was tun? Es wurden schon Kollegen entlassen weil die Auftragslage nicht mehr so rosig ist wie im vergangenen Jahr. Ich will meinen Job auf keinen Fall verlieren!
    Geändert von Jan K. (03.08.2016 um 12:12 Uhr)

  2. #2
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Banscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Hallo Jan, willkommen im Forum.

    Ich kenne weder Dein Alter, noch weiß ich, welche arbeiten Du verrichten sollst. Aber Deine Gesundheit in die Waagschale zur Jobsicherheit zu werfen ist schon etwas gewagt. Dir sollte schon klar sein, dass es nach Deinem Motto nicht ewig weitergehen kann und wird. Bestenfalls kommt es zu einer OP und du bist dann wieder hergestellt. Ob beim alten oder einem zukünftigen Arbeitgeber wäre wohl zweitrangig. Führt Dein Verhalten zu Komplikationen, was dann? Zu wieviel Prozent wirst Du dann noch Leistungsfähig sein?
    Solltest Du trotz Bandscheibenvorfall weiterarbeiten, besteht die Gefahr, dass bei Verschlimmerung und letztendlich längerem Arbeitsausfall geprüft werden kann, ob hier eine selbstverschuldete Krankheit vorliegt. Dies hätte dann zur Konsequenz, dass der Anspruch auf Entgeltfortzahlung verwirkt ist. Ebenfalls verwirkt ist der Anspruch auf Krankengeld. Dies regelt § 3 Abs. 1 Satz 1 EFZG.
    Selbst verschuldet in diesem Sinne ist eine Arbeitsunfähigkeit, wenn der Arbeitnehmer die Sorgfalt verletzt hat, die ein verständiger Mensch normalerweise im eigenen Interesse anzuwenden pflegt, er sich also die zur Arbeitsunfähigkeit führende Krankheit durch unverständiges, leichtfertiges oder gegen die guten Sitten im Rechtssinne verstoßendes Verhalten zugezogen hat.
    Bei den von mir gemachten Aussagen zu rechtlichen Sachverhalten, handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung sondern lediglich um meine persönliche Einschätzung zu der Sache. Konnte ich weiterhelfen und gefällt mein Beitrag, dann sollte der "gefällt mir, Danke" Button betätigt werden.

  3. #3
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    AW: Banscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Hallo Erdenmensch, vielen Dank erstmal. Ich bin 51 Jahre alt und Industriemechaniker. Eine OP hat mir mein Arzt auch schon vorgeschlagen aber ich habe Angst davor weil ich schon so viel Schlimmes darüber gehört habe. Ich habe nicht gewusst dass mich solche Konsequenzen erwarten, wenn ich trotzdem weiter arbeite und dass es sich noch verschlimmern kann, ich nehme aber doch Medikamente.

    Wenn es tatsächlich doch schlimmer wird und ich dann erst krank geschrieben werde verliere ich jegliche Ansprüche auf Lohnfortzahlung und Krankengeld? Das habe ich nicht gewusst. Das will ich eigentlich auch nicht dass es sich verschlimmert aber solange die Medikamente helfen? Würdest Du mir raten mich doch krank schreiben zu lassen?

    Und vielleicht auch eine OP? Und was passiert wenn die missglückt und ich am Ende in den Rollstuhl muss?

  4. #4
    Status: lebenslanger Rentner Array Avatar von Erdenmensch
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    AW: Banscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Zitat Zitat von Jan K. Beitrag anzeigen
    Wenn es tatsächlich doch schlimmer wird und ich dann erst krank geschrieben werde verliere ich jegliche Ansprüche auf Lohnfortzahlung und Krankengeld? Das habe ich nicht gewusst. Das will ich eigentlich auch nicht dass es sich verschlimmert aber solange die Medikamente helfen? Würdest Du mir raten mich doch krank schreiben zu lassen?
    Ich wollte dir keine Angst einjagen. Das Problem besteht in der Selbstverschuldung darin, dass Du weiterhin arbeitest. Dabei kommt es bei Deiner Tätigkeit auf Deinen Arbeitsbereich an. Arbeitest Du in Zwangshaltung, oder gebückt oder musst Du schwer heben (hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle).

    Desweiteren schreibst Du, dass Du Medikamente einnimmst. Bedienst du Maschinen und darfst Du das, aufgrund der Medikamentenstärke. Meist ist auf dem Beipackzettel von Schmerzmittel aufgeführt ob du am Straßenverkehr teilnehmen kannst oder Maschinen nicht bedienen darfst. Sollte letzteres drin stehen und aufgrund Deiner Medikamenteneinnahme ein Dritter zu Schaden kommen, machst Du Dich dem Geschädigten gegenüber Schadensersatzpflichtig.

    Du bist jetzt 51 Jahre alt und als Industriemechaniker tätig. Wenn Du nicht im Bergbau tätig bist, musst Du noch 16 Jahre arbeiten, damit Du die Regelaltersrente ungekürzt erhalten kannst. Es stellt sich aufgrund Deines Gesundheitszustandes die Frage, ob Du erfolgreich einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen kannst. Bei einem Grad der Behinderung ab 50% bist Du schwerer zu kündigen, da die zuständige Stelle für Schwerbehinderte informiert und deren Zustimmung eingeholt werden muss. Das Gleiche gilt ab 30%, aber nur dann, wenn eine Massenentlassung ansteht. Du kannst dann mit Vollendung des 65. Lebensjahres ungekürzt die Rente genießen.

    Arbeitest Du nun weiterhin und Du musst aufgrund einer Verschlimmerung frühzeitig in Rente, sieht die Welt wieder anders aus. Bei Renteneintritt vor dem vollendeten 60. Lj wird die Rente fiktiv auf das 60 Lj. hochgerechnet und Du erhälst zusätzlich einen Abschlag in Höhe von 10,3%, und das lebenslang. So erging es mir. Ich wurde mit 53 berentet und erhalte auf die Regelsaltersrente, wie auch auf meine Betriebsrente einen Abzug in Höhe von 10,3%. Hätte ich in den letzten Jahren nicht ein überdurchschnittlich hohes Gehalt bezogen, müsste ich einen Antrag auf Aufstockung nach HartzIV stellen. Für den Rest des Lebens eine Horrorvision, da man über viel Zeit verfügt, aber über wenig Geld.

    Und nun zu Deiner OP. Es gibt eine sogenannte minimal-invasiven Bandscheiben-OP. Die Technik der minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP bringt nicht unbedingt das Risiko einer Vollnarkose mit sich. Hier kann unter örtlicher Betäubung operiert werden. Damit fallen das Einwirken auf das Herz-Kreislauf-System, mögliche Nervenschädigungen oder eine Thrombose weg. Das Risiko, dass die Narbe schlecht verheilt oder Wucherungen und Verdickungen bildet, ist außerdem gering. Denn der Hautschnitt ist klein und während der minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP nur geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt.
    Auch das Endoskop wird durch den technischen Fortschritt immer dünner. Folglich kann der Hautschnitt im Anschluss an den Eingriff gut verheilen. Die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-Operation bietet insgesamt betrachtet mehr Vorteile als offensichtliche Nachteile.
    Zusätzlich bietet die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP den Vorteil, dass es aufgrund der schonenden OP-Technik zu einer raschen Wundheilung kommt. Probleme an der Narbe einer minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP sind nur in ganz seltenen Fällen und nur im Rahmen einer allgemeinen Wundheilungsstörung zu erwarten.
    Zusätzlich muss die Rückenmuskulatur während einer minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP nicht verletzt werden. Die Muskeln werden geschont und im Anschluss an eine minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP ist man deutlich schneller wieder mobil. Du kannst früher ins Berufsleben zurückkehren und Deinen gewohnten Freizeitaktivitäten nachgehen.

    Die Entscheidung, was Du letztendlich tun sollst, kann ich Dir nicht abnehmen. Ich kann Dir lediglich Hilfestellung anbieten. Und die sieht so aus:
    1. Sollte es in dem Betrieb in dem Du arbeitest, einen brauchbaren Betriebsrat geben, wende Dich an diesen. Du hast das Recht mit dem Betriebsratsmitglied Deines Vertrauens zu reden. Dieser ist außerhalb des Gremiums zum Schweigen verpflichtet. Frage nach, ob es ein betriebliches Gesundheitsmanagment gibt und wie Du Dich aufgrund Deines Krankheitsbildes weiter verhalten sollst. Gibt es keinen Betriebsrat, streiche diesen Punkt.
    2. Gibt es einen Vertrauensmann für Schwerbehinderte im Betrieb, kannst Du dich an diesen wenden, um zu klären, ob die Voraussetzungen für einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung vorliegen. Normalerweise sind diese geschult und können auch bei der Antragstellung behilflich sein. Es gibt diesbezüglich auch Hilfevereine, die Dir sicherlich weiterhelfen können.
    3. Rede mit Deinem behandelnden Arzt über die Möglichkeit einer invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP. Sollte Dir dieser nicht weiterhelfen, wende Dich an Deinen Hausarzt.
    4. Wenn Du alle Informationen und Möglichkeiten zusammen getragen hast, entscheide Dich, welchen Weg Du gehen möchtest.


    Solltest du weiterhin meine Unterstützung benötigen, schicke mir dann eine PN. Ich gehe dann davon aus, dass es sich um Details handelt, die nicht jeder im Forum lesen muss.
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  5. #5
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    AW: Banscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Danke Erdenmensch für Deine Hilfe, ich hatte bisher ja überhaupt keine Ahnung und hätte mir mein Arzt es so erklärt wie Du wäre ich vielleicht nicht so skeptisch gewesen. Ich habe mir gerade Notizen von Deinen Vorschlägen und Ratschlägen gemacht und werde mir einen Termin bei meinem Arzt geben lassen. Ich werde ihn darauf ansprechen und kann jetzt auch direkte Fragen zur einer invasiven endoskopischen Operation stellen, wovon ich bisher noch nichts gehört habe. Du hast mir wirklich weiter geholfen. Einen vernünftigen Betriebsrat oder eine Vertrauensperson haben wir leider nicht. Ehrlich gesagt wäre ich sehr glücklich wenn ich wieder richtig gesund werden würde. Gekündigt werden kann mir nicht, wenn ich durch eine OP doch länger ausfallen würde, oder?

  6. #6
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    AW: Bandscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Vielleicht hätte Dich Dein Arzt schon vorher und eingehender über die OP informieren müssen, dann hättest Du die Sorgen nicht mehr. Eine OP hilft Dir ja dass Du wieder gesund wirst und voll arbeiten kannst. Und mal ehrlich, Risiken gibt es bei allen OPs aber die Chance wieder geheilt zu werden ist um vieles größer!

  7. #7
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    AW: Bandscheibenvorfall, trotzdem arbeiten gehen?

    Das müssen schreckliche Schmerzen sein! Du, da würde für mich die Firma oder der Chef zweite Geige spielen und ich erstmal daran denken was man tun kann dass es mir gesundheitlich wieder gut wird. Es ist ja kein Schnupfen oder so sondern eine richtig schlimme Krankheit. Außerdem kommt öfter krank machen schlechter an als einmal komplett (OP) was ja wohl jeder versteht.
    Stau ist nur am Ende doof...vorne geht’s.

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